Wie kann ich selbstgesteuertes Lernen in meinem Unterricht einführen?
Ist das gesamte Schulkonzept darauf ausgerichtet, lernen die Kinder in jedem Fach die Lernstrategien kennen und mit ihnen zu arbeiten. Als einzelne Lehrkraft ist es etwas schwieriger, selbstorganisiertes Lernen einzuführen, aber durchaus möglich.
Statt einer radikalen Umstellung bietet es sich an, zunächst erst eine kleine Auswahl an selbstgesteuerten Elementen anzubieten. Dadurch fallen den Schülerinnen und Schülern die Entscheidungen leichter. Sie können z. B. damit starten, dass die Kinder oder Jugendlichen Zeit, Ort und die Lernquellen zu der Bearbeitung eines Themas selbst wählen dürfen. In einem nächsten Schritt können sie vielleicht entscheiden, ob sie lieber allein, zu zweit oder als Team arbeiten möchten.
Wie kann ich selbstgesteuertes Lernen fördern?
Ein wichtiger Punkt beim selbstgesteuerten Lernen ist die Planung und Übersicht über die Lernziele und die Reflexion der Lernergebnisse.
Hier gibt es einige Instrumente, die den Schülerinnen und Schülern helfen:
Wochenplan:
Bei der Wochenplanarbeit gibt es Pflicht-, Wahl- und Zusatzaufgaben, die Sie den Schülerinnen und Schülern vorgeben – diese Punkte entscheiden die Kinder also noch nicht selbst. Zu Beginn kann der Anteil an Pflichtaufgaben beispielsweise größer sein, während Sie später, wenn die Klasse geübter ist, mehr Wahlaufgaben zur Verfügung stellen. Auch die Ergebnisse der Wochenplanarbeit können Sie überprüfen, um einschätzen zu können, wer noch Probleme hat.
Selbstgesteuerte Elemente können hier folgende sein:
Die Schülerinnen und Schüler
- wählen die Reihenfolge der Aufgaben selbst aus,
- suchen für sie passende Wahlaufgaben aus,
- entscheiden, ob sie Zusatzaufgaben erledigen,
- können sich die Zeit für die Aufgaben frei einteilen,
- entscheiden, welche Aufgaben sie allein oder in Partner- bzw. Gruppenarbeit erledigen,
- suchen sich einen passenden Arbeitsplatz.
Lerntagebuch:
Im Lerntagebuch dokumentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Lernerfahrungen und üben, ihre Ergebnisse zu reflektieren. Es wird meist im Anschluss an die erledigten Aufgaben ausgefüllt. Dabei ist es sinnvoll, ihnen einige Leitfragen an die Hand zu geben, an denen sie sich bei den Eintragungen orientieren können:
- Was wolltest du erfahren und dazulernen?
- Wobei hattest du Probleme?
- Wie bist du mit den Problemen umgegangen?
- Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?
- Was konntest du Neues lernen?
Das Lerntagebuch hilft, herauszufinden, wie man gute Lernergebnisse erzielt und welche Lernstrategien motivieren und Freude am Lernen bereiten.
Logbuch:
Ein Logbuch ist einem Lerntagebuch ähnlich. Der Fokus liegt aber mehr im Planen des Lernens und dem Beobachten des themenbezogenen Lernfortschritts. Die Kinder tragen ihre Lernziele ein, wann sie was erreichen möchten, wo sie momentan stehen und dokumentieren die Lernfortschritte. Das Logbuch gleicht meist weniger einem leeren Notizbuch, sondern eher einem Kalender mit Jahres-, Monats- und Wochenübersichten. Am Anfang der Woche tragen sie ihre Lernziele ein und bei den einzelnen Tagen, woran sie gerade arbeiten und welche To-dos es gibt. Am Ende des Schultags bewerten die Kinder ihren Lernfortschritt. Zum Wochenende werden dann die Ergebnisse der gesamten Woche eingeordnet und bewertet.
Weitere Methoden, die selbstorganisiertes Lernen ermöglichen, sind:
Quellen: