Was ist Glücksunterricht?
Glücksunterricht soll Kindern helfen, sich selbst besser kennenzulernen, Stärken zu erkennen und einen positiven Umgang mit Stress und Herausforderungen zu entwickeln. Dabei spielen Achtsamkeit, Resilienz und die Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen eine Rolle.
Die Idee des Glücksunterrichts geht unter anderem auf den Pädagogen Ernst Fritz-Schubert zurück, der das Schulfach Glück 2007 an einer Schule in Heidelberg einführte. Sein Ansatz basiert auf Erkenntnissen der Positiven Psychologie und verfolgt das Ziel, Schülerinnen und Schülern Werkzeuge an die Hand zu geben, um Lebenskompetenz, Wohlbefinden und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.
Seitdem wurde das Fach an Schulen in verschiedenen Bundesländern erprobt – oft als
- Wahlpflichtfach in der Sekundarstufe,
- im Rahmen einer AG oder
- integriert in den Ethik- oder Religionsunterricht.
Das Schulfach Glück ist bisher allerdings kein Bestandteil des offiziellen Fächerkanons der Kultusministerien.
Info
Auch wissenschaftlich wird das Thema diskutiert. Bei einem Projekt, das der Glücksforscher Tobias Rahm (TU Braunschweig) an Grundschulen in Braunschweig durchgeführt hat, zeigte sich, dass Kinder vor allem von einem Rückgang negativer Emotionen profitierten. Die messbaren Ergebnisse waren jedoch begrenzt. Doch Eltern, Lehrkräfte und Kinder berichteten von einer positiven Wirkung auf das Sozialverhalten und das Klassenklima.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (idw)
Was wird im Schulfach Glück unterrichtet?
Typische Themen im Glücksunterricht sind
- Selbstwahrnehmung und Persönlichkeitsentwicklung
- Eigene Stärken und Talente entdecken
- Selbstbewusstsein und Selbstakzeptanz stärken
- Persönliche Werte und Ziele erkunden
- Emotionale Intelligenz
- Lernen mit den eigenen Gefühlen umzugehen
- Empathie, die Gefühle anderer verstehen
- Stressbewältigung und Entspannung
- Strategien und Techniken zur Stressbewältigung
- Entspannungsübungen, Atemtechniken, Meditation, Yoga
- Zeitmanagement
- Soziale Kompetenzen und Beziehungen
- Kommunikation und Konfliktbewältigungsstrategien
- Beziehungen aufbauen und pflegen
- Hilfsbereitschaft und soziales Engagement
- Sinnfindung und Lebensgestaltung
- Erkennen, was persönlich glücklich macht
- Zukunftsvisionen und Ziele entwickeln
- Verantwortung übernehmen