Gallerie mit Text Unterrichtsmethode Museumsgang
Präsentationen
Unterrichtsmethode
Veröffentlichung: 09.01.2025

Unterrichtsmethode: Museumsgang (Gallery Walk)

Beim Museumsgang, auch Gallery Walk genannt, trainieren die Schülerinnen und Schüler beim Präsentieren von Gruppenergebnissen ihre kommunikativen Fähigkeiten und setzen sich tiefer mit den Inhalten auseinander. Der folgende Beitrag zeigt, wie der Museumsgang funktioniert, welche Vorteile er bietet und wie er Schritt für Schritt im Unterricht umgesetzt werden kann.
Bettina Kroker
Bettina Kroker
Online-Redakteurin

Was ist ein Museumsgang?

Der Museumsgang ist eine Unterrichtsmethode, bei der sich Schülerinnen und Schüler durch den Klassenraum oder einen anderen Raum bewegen, um vorbereitete Stationen oder „Ausstellungsstücke“ anzusehen und sich mit den präsentierten Inhalten auseinanderzusetzen. Meist wird die Methode zur Festigung und Sicherung des Lernstoffs eingesetzt.

Diese „Ausstellungsstücke“ können Poster, Modelle, digitale Präsentationen oder andere kreative Arbeiten sein, die die Schülerinnen und Schüler entweder selbst erstellt haben oder die von der Lehrkraft bereitgestellt wurden.  

Anders als bei einer klassischen Präsentation, bewegen sich die Schülerinnen und Schüler aktiv zwischen den Stationen, stellen Fragen und geben Feedback. Sie nehmen dabei verschiedene Rollen ein (präsentierend, beobachtend oder feedbackgebend) und bekommen einen umfassenden Überblick über alle Arbeiten

Welche Vorteile hat der Museumsgang im Unterricht?

  • Kommunikative Kompetenzen:

    Alle Schülerinnen und Schüler sind beim Vorstellen der Arbeitsergebnisse einmal an der Reihe. Dabei trainieren sie ihre Kommunikationsfähigkeiten und das verständliche Präsentieren von Arbeitsergebnissen. Schüchterne Kinder können dabei das Vortragen in kleinen Gruppen üben, was ihnen meist leichter fällt. In der Rolle der Rezipienten lernen sie zuzuhören und Fragen zu stellen. 
  • Reflexion:

    Die Schülerinnen und Schüler setzen sich nicht nur mit den Inhalten auseinander, sondern reflektieren auch ihre eigenen Ergebnisse und die der anderen.
  • Bewegter Unterricht:

    Wie der Name es schon sagt, gehen die Schülerinnen und Schüler von Station zu Station und müssen nicht still sitzen. Das ist gut für den Körper und die Lernleistung.
  • Flexibilität:

    Der Gallery Walk ist in verschiedenen Fächern und Klassenstufen einsetzbar. Die Themen und Aufgabenstellungen können leicht auf das Alter, das Leistungsniveau und die fachlichen Anforderungen der Schülerinnen und Schüler abgestimmt werden
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Vorbereitung

„Ausstellungsstücke“ vorbereiten

Der Museumsgang eignet sich, um die Arbeitsergebnisse von Gruppenarbeiten zu präsentieren. Damit der Rundgang nicht zu lange dauert, sollten es nicht mehr als 4 - 5 Stationen sein.

Am häufigsten kommen Lernplakate zum Einsatz, aber möglich ist vieles: Poster, Mindmaps, Modelle, Diagramme oder digitale Präsentationen. 

Präsentationsort

Bei einer Präsentation der „Ausstellungsstücke“ im Klassenzimmer sollten die Präsentationsorte am besten mit möglichst viel Abstand voneinander gewählt werden, damit sich die Gruppen gegenseitig nicht stören. 

Expertengruppen und Museumsführungsgruppen

Für das Ergebnis ihrer eigenen Gruppe sind die Kinder die Expertinnen und Experten und bilden gemeinsam eine Expertengruppe. Für die Präsentation werden die Gruppen neu gemischt:  Es sollte mindestens ein Kind aus jeder Gruppe in einer dieser neuen „Museumsführungsgruppen“ sein, um die Ergebnisse vorzustellen. Wenn die Anzahl nicht aufgeht, können auch zwei Kinder zusammen vortragen.

Museumsgang Gruppenaufteilung

Durchführung

  • Jede Museumsführungsgruppe positioniert sich an einer Station mit einem „Ausstellungsstück“. 
  • Sie geben vor, wie viel Zeit die Gruppen an jeder Station haben, beispielsweise 5 - 10 Minuten. Eine Countdown-Uhr oder eine Sanduhr kann die verbleibende Zeit visualisieren. 
  • Der Schüler bzw. die Schülerin aus der Expertengruppe für das Exponat stellt das Gruppenergebnis vor. 
  • Die anderen Schülerinnen und Schüler machen sich Notizen und dürfen Fragen stellen und diskutieren.

    Bei jüngeren Kindern ist eine vorgegebene Aufgabenstellung sinnvoll. Beispiele:
    • „Notiere mindestens zwei neue Erkenntnisse von jeder Station.“
    • „Formuliere eine Frage oder einen Verbesserungsvorschlag zu jeder Station.“
    • „Was fandest du besonders gut?“Nach Ablauf der Zeit geben Sie ein Signal und die Gruppen wandern zum nächsten „Ausstellungsstück“. 
  • Der Museumsgang ist beendet, wenn jede Gruppe an jeder Station war.
  • Im Anschluss können im Plenum die in den Notizen festgehaltenen Gedanken zusammengetragen und besprochen werden. Dabei erhalten die Expertengruppen Feedback zu ihren Arbeitsergebnissen. 

    Mögliche Fragen: 
    • „Welche neuen Erkenntnisse hast du gewonnen?“
    • „Welche Station fandest du besonders interessant und warum?“
    • „Wie hat dir die Präsentation der anderen geholfen, das Thema besser zu verstehen?“

      Zusätzlich können die zentralen Ergebnisse zusammengefasst und auf einer Pinnwand oder digital dokumentiert werden, um einen Überblick über das Gelernte zu schaffen.

Variante 

Jedes Kind erhält im Anschluss an die Führung einen Klebepunkt, den es – wie in einer Galerie an ein verkauftes Exponat – an die Station klebt, die ihm bzw. ihr am besten gefallen hat.

In der anschließenden Plenumsdiskussion dürfen sie ihre Wahl begründen. 

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Bettina Kroker
Online-Redakteurin
Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Anregungen: