Um adäquat auf diskriminierendes Verhalten reagieren zu können, wären Anpassungen auf verschiedenen Ebenen, wie den Landesschulgesetzen, der Lehrerausbildung und den Schulen, nötig. Dazu könnten aus der Sicht der ADS beispielsweise folgende Maßnahmen zählen:
- Aufnahme von konkreten und niedrigschwelligen Regelungen zur Durchsetzung des Rechts auf diskriminierungsfreie Bildung in die Schulgesetze und Maßnahmen zur Prävention.
- Aufklärung und Sensibilisierung für Diskriminierung als fester Teil der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften.
- Stärkere Ausrichtung auf Antidiskriminierung und Chancengleichheit in der Schulentwicklung.
- Fächerübergreifende Behandlung des Themas „Rassismus“ im Unterricht sowie in Form von außerunterrichtlichen Projekten.
- Die Erarbeitung einer Antidiskriminierungsstrategie an Schulen.
- Als Teil davon: Feste Strukturen, die interne und externe Beschwerde- und Interventionsmöglichkeiten bieten, denn oft wissen Betroffene nicht, an wen sie sich wenden und sicher anvertrauen können.
- Freigabe von Mitteln, damit Schulen dies umsetzen können.
- Diskriminierende und rassistische Stereotype in Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien kritisch hinterfragen und in der Klasse thematisieren.
Der Praxisleitfaden „Diskriminierung an Schulen erkennen und vermeiden“ der ADS, der auch auf die oben genannten Ansätze hinweist, enthält zudem Handlungsmöglichkeiten für Schulen, um Diskriminierung zu erkennen, Präventions- und Interventionsmöglichkeiten sowie eine nachhaltige Verankerung der Maßnahmen.
Projekte zur Diskriminierungs- und Rassismusprävention
Hier nennen wir nur einige der überregional aktiven Projekte. Auf regionaler Ebene engagieren sich viele weitere Vereine, Organisationen und Initiativen gegen Rassismus und Diskriminierung an Schulen.
- Das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ vernetzt inzwischen über 3000 Schulen in Deutschland, die sich selbst dazu verpflichten, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung einzutreten und regelmäßig themenbezogene Projekttage abzuhalten. Das Projekt bietet teilnehmenden Schulen über 100 Koordinierungsstellen und mehr als 350 außerschulische Kooperationspartner zur Unterstützung.
- Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ fördert mehr als 600 teils regional, teils überregional agierende Projekte zur Prävention von Rassismus und rassistischer Diskriminierung.
- Das Präventionsprogramm „Respekt Coaches | Anti-Mobbing-Profis“ bietet präventive Angebote an bundesweit rund 190 Standorten. Ziel ist es, Respekt, Toleranz und den Abbau von Vorurteilen an Schulen zu stärken.
- Das Netzwerk für Demokratie und Courage bietet Projekttage zu verschiedenen Themen für die Klassenstufen 5 - 9 an.
- Der „Nationale Aktionsplan gegen Rassismus“ gibt in Anlage I weitere Auskunft über offizielle Anlaufstellen der Länder.
- Der Wettbewerb „Fair@School“ zeichnet eigene Schulprojekte aus, die sich gegen Diskriminierung und für Chancengerechtigkeit stark machen.
Quellen für Unterrichtsmaterialien
Auf die Frage „Wie gelingt Rassismuskritik in der Schule?“ im oben erwähnten Interview sagt Karim Fereidooni „Das Wichtigste ist, nicht zu leugnen, dass Rassismus existiert, darüber zu sprechen und Rassismus zum Unterrichtsthema zu machen.“
Hier finden Sie Unterrichtsmaterialien zum Thema „Rassismus und Diskriminierung“: