4. Wie schaffe ich Akzeptanz bei Eltern?
Auch Eltern sind in ihrem Alltag mit immer mehr Aufgaben konfrontiert. Auch sie haben das Gefühl, immer mehr stemmen zu müssen. Gleichzeitig ist das Smartphone das Kommunikationsmedium schlechthin – jeder nutzt es und es ist in den meisten Fällen immer griffbereit. Die Bündelung aller aktuellen Kita-Infos zentral über eine App ist deshalb eine sinnvolle Entlastung auch für Eltern. Ein besonders wichtiger Punkt ist aber auch die Frage der Datensicherheit: denn natürlich wollen Eltern, dass die Daten ihrer Kinder geschützt sind und nicht etwa für Werbezwecke genutzt werden. Deshalb sollten Träger hier besonders sensibel sein. Ich empfehle immer, sich bestätigen zu lassen, dass die Software den Europäischen Datenschutzstandards in jedem Detail entspricht. Bei kirchlichen Trägern ist es außerdem wichtig, dass Anbieter auch den kirchlichen Datenschutz vollumfänglich mittragen, das ist nicht bei allen selbstverständlich.
Und zu guter Letzt gilt natürlich auch, den Eltern zu signalisieren: Die Entlastung der Kita kommt auch dem eigenen Kind zugute. Denn es bleibt deutlich mehr Zeit für die Betreuung – und vor allem auch für persönliche Elterngespräche, die digitale Helfer ja auf keinen Fall ersetzen sollen.
5. Wie fange ich an?
Checkliste für Anschaffungen
WLAN, Computer und Tablets gehören zur Mindestausstattung einer Einrichtung, um zeitgemäße Tools zu nutzen. Die Zeiten, in der auf den eigenen Servern irgendetwas langwierig eingerichtet werden mussten, um eine Software einzuführen, sind glücklicherweise vorbei. Viele Anbieter vertreiben ihre Produkte im sog. SaaS (Software-as-a-Service)-Modell: Kita-Leitung oder Fachkräfte der Einrichtung loggen sich einfach über einen Internet-Browser des Rechners oder Tablets in der Anwendung ein, und können so die „Software“ (SaaS) direkt nutzen.
Für die Eltern stehen hierbei meist kostenfreie Smartphone-Apps in den gängigen App Stores zum Download zur Verfügung, oder auch sie können die Anwendung über den Browser bedienen – die Zugangsdaten erhalten sie von der Einrichtung.
Funktionsumfang definieren
Außerdem gilt es zu klären, welche Funktionen im Alltag Sinn machen: Sind zum Beispiel Einzel- und Gruppenchats wichtig? Sollen Bilder Einblicke in den Kita-Alltag geben? Werden künftig zum Beispiel wichtige Infos wie etwa Medikamentenlisten hinterlegt oder das Sommerfest per App organisiert? Ist die lückenlose Dokumentation von Be-treuungszeiten und Abholern künftig digital geplant?
Wenn der angedachte Nutzen und Funktionen definiert sind, lohnt sich ein Blick auf die Hersteller von Kita-Apps und ein persönlicher Kontakt: Denn viele Unternehmen setzen auch Testsysteme in Abstimmung mit den Einrichtungen auf. Das ist sehr praxisorien-tiert und man erkennt so schnell, welche Mehrwerte für den eigenen Kita-Alltag Sinn machen. Auch die Frage nach der Einhaltung der Europäischen Datenschutzstandards (und da wo nötig des kirchlichen Datenschutzes) sollte man nicht vergessen.
Zeitrahmen kennen
Systeme für Elternkommunikation in Kitas zu realisieren, ist keine Mammutaufgabe: Viele Systeme lassen sich in wenigen Wochen, manche sogar innerhalb von 24 Stunden umsetzen. Voraussetzung: Die Kita zieht mit und agiert mit den Dienstleistern Hand in Hand. Besonders in der Corona-Zeit zählt für viele genau diese Schnelligkeit, denn gerade im Krisenfall spielen Kita-Apps ihren Nutzen voll aus: Mit nur wenigen Klicks werden zum Beispiel alle Eltern über Schließungen, Hygienekonzepte und Änderungen zeitgleich informiert, alle wichtigen Details sind zentral abgelegt. Wer einmal so kommuniziert hat, mag darauf oft nicht mehr verzichten – und die Vorarbeit, die sich wirklich in Grenzen hält, hat sich schnell gelohnt.