Das Bild des Kindes
Im Zentrum der Freinet-Pädagogik steht das Kind als aktiver, kreativer und eigenverantwortlicher Lernender. Jedes Kind wird als individuelle Persönlichkeit wahrgenommen, mit den ganz eigenen Interessen und Fähigkeiten. Diese Sichtweise wird aktiv in der Freiheit aufgenommen, die den Kindern im Kindergartenalltag gewährt wird. Die Kinder können zum Beispiel ihre Projekte selbst wählen. In eine Kindertagesstätte, die nach dem Freinet-Konzept arbeitet, könnte ein Kind, das sich für Tiere interessiert, ein eigenes „Tiersachbuch“ gestalten, indem es selbstständig Bilder malt, Informationen sammelt und sich mit anderen Kindern austauscht. Dabei lernt das Kind auf natürliche Weise, Verantwortung für seinen Wissenserwerb zu übernehmen.
Kindergarten-Alltag nach Freinet
Der Alltag in einem Freinet-Kindergarten ist geprägt von einem flexiblen Tagesablauf und vielen offenen Aktivitäten. Die Kinder dürfen außerhalb der festen Termine eigenständig entscheiden, wie sie ihren Tag gestalten. Hierbei wird das Spielen von Freinet als "Arbeit" des Kindes definiert. Neben dem Freispiel oder dem Erkunden der Natur eignen sich auch Werkstätten, in denen die Kinder malen, basteln, schreiben oder experimentieren können, für die optimale Förderung nach Freinet. Auf die heutige Zeit übertragen, fügt sich das Konzept der Makerspaces nahtlos an diesen freien Gedanken an. In den Makerspaces oder auch Lernwerkstätten agieren die Kinder ebenfalls frei und entfalten so ihre Kreativität und Lösungsorientierung.