Bilingualer Unterricht – was ist das eigentlich?
Der bilinguale Unterricht erfolgt in ausgewählten, nichtsprachlichen Fächern überwiegend oder komplett in der Fremdsprache durch den Fachlehrer.
Eingesetzt werden Lehrerinnen und Lehrer, die zudem die jeweilige Fremdsprache unterrichten oder über eine nachgewiesene hohe Kompetenz in der Sprache (i.d.R. C1) verfügen bzw. Muttersprachler sind.
Inzwischen können Lehramtsanwärterinnen und -anwärter in beiden Phasen der Ausbildung Qualifikationen für den bilingualen Unterricht erwerben.
Im bilingualen Unterricht stehen die curricular vorgegebenen Inhalte des Fachs im Vordergrund, die Fremdsprache wird durch die praktische Anwendung trainiert.
Zusätzlich wird immer wieder die Perspektive des Landes der Unterrichtssprache einbezogen, wodurch die Schüler auch mit interkulturellen, mehrperspektivischen Sichtweisen vertraut werden.
Abgesehen von diesen länderspezifischen Beispielen und Schwerpunkten entsprechen die Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Fach erworben werden, denen des deutschsprachigen Unterrichts.
Auch für die Leistungsbewertung gilt: Die sachfachlichen Leistungen stehen im Vordergrund. Ein Wechsel zurück in den deutschsprachigen Unterricht und auch ein Schulwechsel sind so in der Regel problemlos möglich.
Der größte Unterschied besteht im gewählten Konzept: Ein Teil der Schulen bietet bilinguale Züge an, in denen die Schüler dauerhaft in der Zweitsprache unterrichtet werden. Andere setzen auf zeitlich begrenzte zweisprachige Module. Vorteil dieser Variante ist, dass engagierte Fachlehrer die Module und Projekte in den Unterricht einschieben, ohne das gesamte Schulkonzept darauf abstimmen zu müssen.
In bilingualen Zügen werden die Schüler meist durch eine schrittweise Steigerung des fremdsprachlichen Unterrichts in Klasse 5 und 6 langsam auf den bilingualen Fachunterricht vorbereitet, der meist ab Klasse 7 in einem oder mehreren Fächern beginnt. Andere Konzepte sehen den Start bereits ab der fünften Klasse vor.
Da der bilinguale Unterricht durchaus eine zeitliche Mehrbelastung durch zusätzliche Stunden in Englisch und dem „Bili-Fach“ mit sich bringt, sollten die Schüler Motivation zur Teilnahme, Konzentrationsfähigkeit und natürlich Spaß an der neuen Sprache und am Kommunizieren mitbringen.
Viele Schulen beachten zudem die Einschätzung der Schüler durch die Grundschullehrerinnen und -lehrer sowie die Noten.