Eigentlich war das Geschäft jetzt groß genug. Es warf mehr Gewinn ab, als wir für uns brauchten.
Die Weichen für die Zukunft werden gestellt
Sollten wir von nun an nur noch auf Sicherheit achten oder uns weiter um Wachstum bemühen? Als unser Sohn Ulrich zusagte, eines Tages die Firma zu übernehmen, entschlossen wir uns zum Weiterwachsen.
Als später auch unser zweiter Sohn Albrecht erklärte, er wolle mit ins Geschäft einsteigen, stand fest, das Unternehmen muss vergrößert werden.
Wir standen nun vor der Wahl, weitere Handelsvertreter zu suchen oder die Katalogwerbung auszudehnen. Dass gute Vertreter das stärkste Werbemittel sind, war uns natürlich klar, wir kannten aber auch die hohen Kosten, die ein großer Außendienst verursacht.
Da wir es vorläufig auch nicht für möglich hielten, Handelsvertreter zu finden, die ganz Deutschland bearbeiten können, beschlossen wir, die Katalogwerbung zu verbessern. Diese Entscheidung war rückwirkend betrachtet sicher richtig.
Gründung eines zweiten Unternehmens für Kindergarten- und Vorschulprodukte
Um unser Geschäft schnell wachsen zu lassen, mussten wir auch neue Wege einschlagen. Welche Möglichkeiten gab es? In welchen noch nicht beworbenen Zielgruppen ließen sich Interessenten und potenzielle Kunden finden?
Lernmaterial und -spielzeug benötigten selbstverständlich auch Kindergärten. Für das Kindergartengeschäft gründeten wir ein eigenes Unternehmen, den B+B Direktversand. Jahre später gliederten wir den B+B Versand in die Arnulf Betzold GmbH ein.
Um uns von der starken Konkurrenz im Kindergartenbereich abzuheben, setzten wir mit unserem Sortiment einen Schwerpunkt auf Lernspielzeug.
Wir entschieden uns, den Katalog nicht „Kindergarten-“, sondern „Vorschul-Katalog“ zu nennen. Damit landeten wir „voll auf dem Bauch“.
Später, als wir unser Werbemittel in „Kindergarten-Katalog“ umbenannt und auch einige andere Fehler korrigiert hatten, trat Erfolg ein. Unsere Lagerplätze und unser Personal reichten für die dazugekommenen Waren bald ganz und gar nicht mehr aus.
Expansion des Unternehmens nach Österreich
Jetzt wollten wir auch im Ausland werben. Wir fingen mit Österreich an. Am 14. August 1997 gründeten wir in Kramsach (Tirol) die Arnulf Betzold AT GmbH.
Nach den Sommerferien 1997 schickten wir unsere Kataloge dann auch an alle Schulen in Österreich. Wir merkten sofort, dass wir in eine Marktlücke gestoßen waren. Vom ersten Tag an trafen viele Bestellungen bei uns ein.
Schon im November 1997 nahmen wir an der österreichischen Lehrmittelmesse „Interpädagogika“ in Linz als Aussteller teil. Wir freuten uns über das sehr große Interesse der österreichischen Lehrerinnen und Lehrer. Viele erteilten uns schon am Stand Aufträge. Die neu gegründete Betzold AT GmbH kaufte alle Waren bei der Betzold GmbH in Ellwangen, wo wir alles verpackten und zum Versand brachten.