Möglichkeit 1:
Sie benutzen das Wimmelbild, um Vorwissen abzufragen. Wenn Sie beispielsweise zu Beginn eines neuen Schuljahres eine ganz neue Sprachlerngruppe leiten sollen, können Sie mit nur einer Frage – „Was siehst du?“ – den ungefähren Sprachstand der Lerner/innen „abchecken“. Freilich ersetzt diese simple Vorgehensweise keinesfalls einen anerkannten Test zur Sprachstandserhebung, das wäre nur für Sie zur ersten groben Einschätzung.
Die Schülerinnen und Schüler werden auf diese Weise dazu aufgefordert, ihre bisher erlernten Deutschkenntnisse auf der grundlegendsten Ebene anzuwenden. Ein/e absolute/r Anfänger/in würde an dieser Stelle womöglich einfach nur sagen „Baum“ oder „die Frau“ – wohingegen ein/e etwas „weitere/r“ Lerner/in ganze Sätze formulieren würde „Ich sehe (das) Kind.“
Ein/e fortgeschrittene/r Sprachenlerner/in würde Ihre Frage vermutlich dann schon mit Sätzen, die mit komplexerer Grammatik (dem Dativ, dem Akkusativ, Präpositionen, richtig konjugierten Verben, unregelmäßigen Verben usw.) gefüllt sind, beantworten. „Ich sehe einen Jungen. Er sitzt neben dem Baum auf der Picknickdecke. Er isst eine Banane.“
Anmerkung: Wenn Sie Ihren Lernern und Lernerinnen die Frage „Was siehst du?“ stellen und den Fokus nicht nur auf den thematischen Wortschatz, sondern gleichermaßen auf eine grundlegende grammatikalische Richtigkeit legen, dann sollten Sie vorab den Akkusativ eingeführt und intensiviert haben. Das Fragewort „was“ braucht diesen mit seinen Artikeländerungen (der – den/ein – einen).
Beispiel: Was siehst du? – Ich sehe den Hund.
→ „der“ wird im Akkusativ zu „den“ – „ein“ wird zu „einen“
Möglichkeit 2:
Sie können Wimmelbilder zur Vertiefung eines Wortschatz-Themenfeldes einsetzen. Je nachdem, welches Thema Sie gerade behandeln, könnten Sie beispielsweise den Wortschatz zum Thema „Obst und Gemüse“ anhand eines Wimmelbildes „auf dem Wochenmarkt“ oder „im Supermarkt“ intensivieren. Die Schülerinnen und Schüler könnten dann zum Ausdruck bringen, welches Obst auf dem Wimmelbild-Wochenmarkt verkauft wird.
Je nach Sprachstand dürfen Sie gerne auch etwas detailliertere Fragen stellen: „Was kauft die Frau mit der grünen Jacke?“. Farben und gewisse Verben müssten dabei schon vorentlastet bzw. bereits eingeführt worden sein. Das Wunderbare an Wimmelbildern ist, dass Sie als Lehrperson die Beschäftigung mit ihnen selbst lenken und leiten können, indem Sie Ihre Fragen so stellen, dass Ihre Schülerinnen und Schüler Erfolgserlebnisse in ihrem individuellen Sprachlernprozess bekommen.
Hinsichtlich des Wortschatzes können Sie mit Ihren Lerner/innen gemeinsam …
- … Ober- und Unterbegriffe zu einem bestimmten Themenfeld sammeln
- … neue, unbekannte Wörter mit Post-its auf dem Bild markieren (diese dann im Wörterbuch/in der App nachschauen)
- … Mindmaps nach Themen und/oder Wortarten sortiert erstellen (z. B. Wimmelbild „Auf dem Bauernhof“ mit diesen Kategorien: Nomen (die Kuh, die Ziege), Verben (fressen, reiten, füttern, misten …), Gebäude (der Stall, das Haus) usw.