Mädchen sitzt zuhause am Laptop und arbeitet
Fachunterricht: Deutsch
DaZ
Veröffentlichung: 04.09.2025

17 kreative Unterrichtseinstiege für den DaZ-Unterricht

Dieser Beitrag konzentriert sich auf ein paar praxiserprobte (kreative) Unterrichtseinstiege, die sich gut für den Einsatz im DaZ-Unterricht eignen. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass nicht jede Methode zu jedem Thema und zu jeder Unterrichtsstunde passt. Der Einsatz und die Wahl der Methode ist stark abhängig von den jeweiligen Unterrichtszielen.
Barbara Reisacher
Barbara Reisacher
Gastautorin

BullRun – stock.adobe.com

Mit der Zeit tendieren wir Lehrkräfte – auch im DaZ-Bereich – immer mehr dazu, unseren Unterricht nach gewohnten Methoden zu planen, denn wir entwickeln und festigen unseren individuellen Unterrichtsstil, der uns sicher und auch mit einer gewissen Struktur durch unseren schulischen Unterrichtsalltag bringt. Diese Struktur ist sowohl für uns Lehrer und Lehrerinnen als auch für unsere Schülerschaft von Bedeutung. 

Hinter jedem Stil verbirgt sich jedoch eine Unterrichtsplanung, die von einer Aneinanderreihung immer wiederkehrender Methoden, Abläufe und Bausteine gezeichnet ist. Mit der Zeit kann das monoton werden – und zwar nicht nur für die Schülerschaft, sondern womöglich auch für uns Lehrkräfte. Mit ein bisschen Abwechslung und einem größer angelegten Sammelsurium von Methoden (die einem selbst liegen) kommt „frischer Wind“ ins Klassenzimmer und der Unterricht macht allen Beteiligten wieder mehr Spaß. 

Dieser Beitrag konzentriert sich auf ein paar praxiserprobte (kreative) Unterrichtseinstiege, die sich auch gut für den Einsatz im DaZ-Unterricht eignen, und beschreibt sie näher. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass auch nicht jede Methode zu jedem Thema und zu jeder Unterrichtsstunde passt. Der Einsatz und die Wahl der Methode ist stark abhängig von den jeweiligen Unterrichtszielen.        

Anmerkung: Die sonst so wichtigen Rituale, die den Unterrichtsalltag prägen, wurden hierbei nicht beachtet. Diese ergänzen den Ablauf des geplanten Unterrichts und stellen ein eigenes großes Themengebiet im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) dar. 

Aus der Praxis – für die Praxis: 17 kreative Methoden für den Unterrichtseinstieg im DaZ-Unterricht    

Wimmelbilder zur Vorwissensaktivierung:

Mit Wimmelbildern lässt sich Ihr DaZ-Unterricht vielseitig gestalten. Sie können mit einem solchen Bild beispielsweise das Vorwissen Ihrer Schülerinnen und Schüler abfragen („Was siehst du?“), aber auch den aktuellen Wortschatz wiederholen lassen, eine ausgewählte Szene beschreiben und „weiterdenken“ lassen, W-Fragen zum Bild oder zu einer Szene im Bild stellen lassen oder mit einer kleinen Wörterbuch-Einheit starten („Wie heißen die eingekreisten Dinge auf Deutsch? Schreibe sie mit dem bestimmten Artikel in dein Übungsheft.“).  

Weitere Infos erhalten Sie im Beitrag "Möglichkeiten des Einsatzes von Wimmelbildern im DaZ-Unterricht".

Tipp
  • Auf der Webseite von „Kölln“ werden Wimmelbilder zu bedeutsamen Themen aus dem Alltag Ihrer Schülerinnen und Schüler (Stadtleben, Bauernhof, Badesee, Spielplatz, Bahnhof, Zirkus, …) zum kostenlosen Download angeboten. 
  • Das Sprachförderzentrum der Bildungsdirektion für Wien bietet auf seiner Homepage zahlreiche Wimmelbilder (in Bunt und Schwarzweiß) zum kostenlosen Download an.   
  • Der Ideenreise-Blog bietet zahlreiche Wimmelbilder zum Download an. 

 Empfehlenswert ist der Klick auf den Betzold Onlineshop:

Arbeit mit dem Alphabet:

Das Wissen um das deutsche Alphabet und der Umgang mit unseren Buchstaben stellen die absolute Basis für das Erlernen der deutschen Sprache dar. Das Trainieren dieser Grundkompetenzen ist daher unabdingbar und bietet sich als Warm-up für Ihren DaZ-Unterricht an.

Geben Sie Ihren Schülerinnen und Schülern Wörter vor, die nach dem Abc geordnet werden (nach dem 1. oder 2. Buchstaben) sollen. Außerdem bieten sich Vorgänger-Nachfolger-Aufgaben an, fehlerhafte Abc-Reihen mit Buchstaben-Vertauschern, die Schülerinnen und Schüler sollen sich der Abc-Reihenfolge nach (orientiert am Vornamen) aufstellen, Buchstabierübungen und -spiele usw. 

Bildbeschreibung:

Diese Art von Unterrichtseinstieg ist eher nicht für Sprachanfängerinnen und -anfänger geeignet.

Ein „Stummer Impuls” in Form eines Bildes oder einer Karikatur soll zu Beginn der Unterrichtsstunde beschrieben werden. Die dafür vorgesehenen Redemittel („Auf der linken/rechten Seite…“, „Im Hintergrund/Vordergrund…“, „Oben/unten ist/sind/sehe ich…,) und grammatikalischen Phänomene (z. B. der Akkusativ mit lokalen Präpositionen) sollten hierfür jedoch schon recht sicher beherrscht werden. 

Blitzlese-Einheiten:

Wenn das Blitzlesen noch kein fester Bestandteil Ihres ritualisierten Unterrichts ist, so könnte es regelmäßig als DaZ-Starter dienen.

Methodisch gibt es die verschiedensten Formen des Blitzlesens, welche die Leseflüssigkeit schulen. Im DaZ-Bereich empfiehlt es sich nicht, die Zeit zu stoppen, da die Schülerinnen und Schüler dann unter Druck geraten – im schlimmsten Fall führt dies zu einer Sprech-/Lesehemmung.

In einer Blitzlese-Einheit werden die geläufigsten bzw. am häufigsten vorkommenden kleinen Wörter der deutschen Sprache in Form einer Liste angeboten. Diese sollen gelesen werden. Durch das häufige Trainieren lernen die Schülerinnen und Schüler die Wörter quasi „auswendig“ und tun sich beim alltäglichen Lesen leichter, da sie die Wörter auf einen Blick erfassen. 

Tipp: Im Betzold-Shop gibt es hierfür ein Lernspiel-Paket „Blitzlesen“.

„Ich habe … Wer hat?“ / Lesespiel:

Diese „Methode“ kann ein weiterer möglicher Einstieg in Ihre DaZ-Stunde sein.

Mittlerweile gibt es hierfür zahlreiche Spiel-Vorlagen für die unterschiedlichsten Themen – Ihr Vorbereitungsaufwand hält sich daher sehr in Grenzen. Bei der Durchführung dieses Spiels wird das Hörverstehen geschult und Wortschatz trainiert, den Sie selbst bestimmen.

Dieses Spiel funktioniert wie eine Art „Kettenreaktion“. Sie teilen an jedes Kind eine Karte aus – derjenige/diejenige mit der Startkarte eröffnet die Runde und erfragt den abgebildeten Begriff. Das zweite Kind, das genau diesen Begriff auf seiner Karte hat, antwortet und erfragt anschließend den nächsten Begriff. Das Spiel endet mit der Schlusskarte.    

Tipp: Mit Klick auf den folgenden Link gelangen Sie direkt zum Blog "Grundschultante" und zu einem Beispiel zum Thema „Sätze lesen – Bauernhof“.

Wörter aus Buchstaben zusammenpuzzeln:

Diese Methode ist eine sehr offene Methode, die spontan und ohne zeitintensive Vorbereitung als Warm-up dienen könnte.

Sie geben eine selbst gewählte Anzahl an Buchstaben vor, aus denen Ihre Schülerinnen und Schüler Wörter (aus dem aktuellen Wortschatz) zusammenpuzzeln sollen. Dabei sind Sie völlig frei in Ihren Vorgaben. Sie können sich auf Nomen beschränken, aber auch Adjektive und Verben zulassen, je nachdem, an welchem Thema Sie derzeit arbeiten. 

So könnte das beispielsweise zum Thema „Adjektive“ aussehen: 

Buchstaben in Rahmen
Mögliche Lösungen: lieb, alt, kalt, neu, gelb, hungrig, teuer, …

Möglichkeiten der Weiterarbeit: Die im Plenum gesammelten Wörter können – je nachdem, wie Sie das im Unterricht bereits behandelt haben – nach Wortarten sortiert werden, Gegenteile gefunden und mit bestimmtem/unbestimmtem Artikel versehen werden, nach dem Alphabet sortiert werden, konjugiert werden, selbst kreative Sätze gebildet werden usw. Ihren Ideen sind an dieser Stelle keine Grenzen gesetzt.

Quiz aller Art:

Ein Quiz zum Stundenbeginn kann Ihre Schülerinnen und Schüler auf das Anstehende neugierig machen oder bereits gelernte Inhalte wieder ins Gedächtnis rufen.

Dabei gibt es verschiedene Formen, wie ein Quiz aufgebaut werden kann: Es gibt beispielsweise das Quiz à la „Wer wird Millionär“, bei dem eine Frage/ein Satzanfang angegeben ist und die Schülerinnen und Schüler aus einer vorgegebenen Anzahl an Antwortmöglichkeiten die eine (oder auch mehrere) Richtige herausfinden sollen.

Eine weitere Möglichkeit ist die „Richtig-oder-falsch-Variante“. Grundlegend ist es motivierend, wenn am Ende des Quiz ein Lösungswort herauskommen soll, welches das Thema der anstehenden Stunde darstellt oder einen Begriff aus der vergangenen Stunde, den es im Sinne einer Wiederholung in eigenen Worten zu erklären gilt.  Bieten Sie Quiz auch in digitaler Form an, das macht Ihren Schülerinnen und Schülern sicherlich Spaß.

Tipp
  • Kreieren Sie Ihr eigenes Quiz mit Wordwall (kostenlose Registrierung notwendig).     
  • Nutzen Sie die vielfältigen Formen von LearningApps (auch hier ist eine kostenlose Registrierung vonnöten). 
  • Weitere Tipps im Blog-Beitrag "Quiz-Spiele für den Unterricht".

Code-Knacker:

Diese Form des Unterrichtseinstiegs verknüpft die Kategorie „Quiz“ mit dem Wissen um das Alphabet.

Verschlüsseln Sie das Stundenziel oder Thema der Stunde als Zahlencode, den es zu knacken gilt. Dabei wird für jeden Buchstaben im Alphabet die entsprechende Ziffer/Zahl gebraucht, also 1 = A, 2 = B, 3 = C usw. Sie selbst entscheiden die Länge des Codes und ob es weitere Aufgaben für die „fast-finisher“ (ein Wort im Singular/Plural herausfinden lassen, den Artikel für ein Wort aufschreiben lassen, die korrekte Seitenzahl im Wortprofi suchen lassen, …) gibt. 

So könnte das beispielsweise in der Praxis zum Thema „Wortschatz Tiere“ aussehen: 

Code-Knacker-Grafik
Lösung: Diese Tiere kenne ich

Hinweis zum möglichen methodischen Vorgehen:

Variante 1: Dieser Code wird im Unterricht zunächst in Stillarbeit geknackt. Anschließend wird mit der Lösung weitergearbeitet. Die Lerngruppe soll im Plenum selbstständig ein Sammelsurium an bekannten Tieren an der Tafel erstellen (wenn möglich mit Artikel). Dieses wird im Anschluss mit der Lehrkraft korrigiert.      

Variante 2: Nach dem Knacken des Codes erteilen Sie den „fast-finishern“ den Auftrag, Wörter (passend zum aktuellen Thema) zu verschlüsseln – am Ende der Stunde werden die Codes von den Mitschülerinnen und Mitschülern entschlüsselt. 

Smalltalk zum Stundenbeginn:

Viele Lehrkräfte bauen diese Methode als festen Bestandteil in ihren DaZ-Unterricht mit ein.

Direkt zu Stundenbeginn werden Redekärtchen an die Schülerinnen und Schüler ausgeteilt. Darauf sind ganz alltägliche Fragen, Satzanfänge oder Gesprächsimpulse (passend zum Sprachstand der Lerngruppe) abgedruckt (Beispiele: Auf was freust du dich heute am meisten? Was machst du am Wochenende? Welches Fach ist dein Lieblingsfach und warum? Hast du ein Haustier? Welche App benutzt du am öftesten? usw.).

Es geht um ein lockeres Gespräch zum „Warmwerden“ für den anstehenden Unterricht. Erfahrungsgemäß bietet sich ein akustisches Signal hervorragend an, um den Wechsel zum nächsten Gesprächspartner bzw. zur nächsten Gesprächspartnerin einzuläuten. 

Tipp 1: Um ein bisschen Abwechslung in die individuelle „Smalltalk-Runde“ zu bringen, wäre es auch denkbar, dass Ihre Schülerinnen und Schüler die Redekärtchen bei jedem akustischen Signal tauschen, so mischen sich die Fragen für jeden Einzelnen/jede Einzelne. 

Tipp 2: Sie können anstatt der Redekärtchen Ihre gewünschten Gesprächsimpulse auch digital anhand eines „Glücksrads“ anbieten. Dann sprechen alle Schülerinnen und Schüler über dasselbe Thema, was aber an sich keine Rolle spielt. Sie als Lehrperson können den Inhalt der Impulse und den Wechsel zur nächsten Frage selbst lenken. Gestalten können Sie dieses Glücksrad beispielsweise mit Wordwall.     

Gekleckste Wörter:

Wenn Sie zum Stundeneinstieg den aktuellen oder bereits gelernten Wortschatz wiederholen wollen, können Sie die Wörter an der Tafel „klecksen“.

Bereiten Sie Kleckse in verschiedenen Größen vor, laminieren Sie diese und bestücken Sie sie mit einem kleinen Klebe-Magneten auf der Rückseite, sodass die Kleckse an der Tafel haften bleiben und flexibel platzierbar sind.

Mit den Klecksen können verschiedene Buchstaben bzw. Buchstabenkombinationen verdeckt werden. Ihre Schülerinnen und Schüler sollen den fehlenden Buchstaben nennen und das Wort korrekt an die Tafel schreiben

Tipp: Planen Sie circa 10 bis 12 Wörter ein, dann hält sich der Unterrichtseinstieg zeitlich im Rahmen. 

So könnten „gekleckste“ Wörter bzw. Wortkarten beispielsweise aussehen: 

Gekleckste Wörter

Wort-Bild-Zuordnung an der Tafel:

DaZ-Unterricht lebt von immer wiederkehrenden Phasen der Wortschatzwiederholung.

Eine Möglichkeit für Ihren Einstieg könnte eine Kombination aus Bewegung und Wissen sein. Teilen Sie Bildkarten aus und befestigen Sie die entsprechenden Wortkarten an der Tafel (andersherum auch möglich!)

Die Schülerinnen und Schüler gehen an die Tafel vor und befestigen ihre Bildkarte beim korrekten Wort. Dies muss nicht einzeln nacheinander erfolgen – lassen Sie alle auf einmal an die Tafel kommen und ihre Karte mit einem Magneten befestigen. Erfahrungsgemäß fühlen sich die Kinder und Jugendlichen wohler, wenn sie nicht allein vorn an der Tafel stehen und sich blamieren könnten, weil das Bild nicht zum Wort passt. 

Tipp: Gestalten Sie die Wort-Bild-Zuordnung als Bewegungsspiel. Wie in einem Memo sollen sich die richtigen Partner finden, indem sich Ihre Schülerinnen und Schüler durchfragen. Hat jedes Bild seine Wortkarte „gefunden“, können die Pärchen ihre Ergebnisse an die Tafel hängen. Wenn alle Wort-Bildkarten an der Tafel hängen, werden die Ergebnisse besprochen. 

Wer oder was bin ich – Fragerunde:

Diese Art von Unterrichtseinstieg ist dann sinnvoll, wenn ein bestimmtes Oberthema bereits eingeführt und intensiviert wurde.

Sie bereiten Aussagen vor, die zu Ihrem Gegenstand/Tier/Obst/Gemüse/Hobby/Instrument usw. passen. Diese werden langsam vorgelesen oder an der Dokumentenkamera nacheinander aufgedeckt und visualisiert. Anhand dieser Aussagen soll Ihre Lerngruppe auf das „gesuchte Etwas“ kommen. Überlegen Sie sich vorab zwei bis drei Hinweise in Form von Tipps, falls Ihre Schülerinnen und Schüler nicht auf die richtige Lösung kommen. 

Tipp 1: Diese Methode bietet sich beispielsweise dann an, wenn Tier-Steckbriefe gestaltet werden sollen. Ihre Schülerinnen und Schüler finden das gesuchte Tier heraus. Zu diesem wird im weiteren Unterrichtsverlauf ein Steckbrief geschrieben. Mit den von Ihnen vorbereiteten Aussagen kann dann ebenfalls weitergearbeitet werden. 

Tipp 2: Suchen Sie sich einen Hörverstehenstext aus und bereiten Sie dazu passend Ihr „gesuchtes Etwas“ vor. So bieten Sie Ihren Sprachenlernerinnen und Sprachenlernern einen wunderbaren Einstieg für den weiteren Unterrichtsverlauf. Geeignete Hörverstehenstexte finden Sie beispielsweise bei deutsch-to-go.de

Konkretes Beispiel aus der Praxis im Fach Deutsch als Zweitsprache (Bereich: Landeskunde): Hier wurde der Hörverstehenstext zur Donau ausgewählt. Dazu passend wurden diese Aussagen als Unterrichtseinstieg vorbereitet: 

Was bin ich-Warm-up
Hier haben wir für Sie eine "Wer bin ich"-Spiel zum Thema Waldtiere vorbereitet, das sie z.B. auch für Vertretungsstunden nutzen können:

Arbeit mit Artikelboxen:

Hierbei handelt es sich um drei verschiedenfarbige Boxen. Für den Artikel „der“ wird eine blaue Box genommen, für „die“ eine rote und für „das“ eine grüne Box.

Außen wird der Artikel draufgeschrieben. Die Boxen können überall positioniert werden. Sie teilen an Ihre Schülerinnen und Schüler Bildkarten aus, die in die jeweils richtige Box einsortiert werden sollen. Die Bildkarten können nacheinander einzeln in die Box gepackt werden, angenehmer ist es für die Kinder und Jugendlichen jedoch, wenn sich alle gleichzeitig vom Platz erheben und ihre Bildkarte in die richtige Box hineinlegen. Dann hält sich das Risiko des Bloßstellens vor der Klasse stark in Grenzen. Sind alle Bildkarten einsortiert, wird im Plenum „kontrolliert“, ob die Kärtchen richtig eingeordnet wurden. 

Mögliche konkrete Anwendung in der Praxis: Die Arbeit mit Artikelboxen bietet sich wunderbar für die Arbeit mit Ober- und Unterbegriffen an. Lassen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler zunächst die Oberbegriffe (z. B. das Obst, das Gemüse, das Tier, die Jahreszeit, das Wetter, die Schule, das Möbel, der Beruf, der Wochentag, der Monat, …) als Wortkarten in die Boxen einordnen. Bei der Kontrolle werden die Kärtchen nacheinander herausgeholt – mit dem Folgeauftrag, für jeden Oberbegriff vier (oder wenn möglich mehrere) Unterbegriffe zu finden. 

Konzentrationsspiel – Wörter merken:

Sie bereiten schriftlich 10 Wörter vor, die Ihre Lernenden bereits kennen und die mit der anstehenden Stunde bzw. der vergangenen Stunde zu tun haben.

Diese Auswahl an Wörtern wird von Ihnen langsam und mit Pausen (ohne Artikel) vorgelesen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich alle Wörter merken. Erst nachdem Sie das zehnte Wort ausgesprochen haben, dürfen die Schülerinnen und Schüler mit dem Aufschreiben beginnen.

Sie versuchen sich an alle Wörter zu erinnern. Die Lernenden sehen im Merken aller Wörter eine Herausforderung. Je öfter man diese Methode im Unterricht einsetzt, desto mehr Wörter können sich die Kinder merken. Anfangs sind das vielleicht 4 bis 5 Wörter, dann schaffen sie schon 7 bis 8 Wörter und wollen dann alle 10 erreichen. Sie stellen also einen Fortschritt bei sich selbst fest.

Tipp zur Erhöhung des Schwierigkeitsgrades und zur Weiterarbeit: 

  • Stufe 1: Sie suchen sich nur Nomen aus: Im Anschluss könnten die Artikel und Plural-Formen ergänzt werden. 
  • Stufe 2: Sie benutzen Nomen und Verben: Im Anschluss könnten alle Nomen in der gleichen Farbe und alle Verben in der gleichen Farbe markiert werden. Nomen werden wieder mit Artikeln und dem Plural ergänzt und Verben werden konjugiert.  
  • Stufe 3: Sie verwenden Nomen, Verben und Adjektive: Im Anschluss könnten Sie die Nomen, Verben und Adjektive farbig markieren lassen. Zu den Nomen werden die bestimmten/unbestimmten Artikel und der Plural geschrieben, Verben werden konjugiert und Adjektive gesteigert.

Wörterkette:

Diese Art des Unterrichtseinstiegs bietet sich dann an, wenn die Schülerinnen und Schüler zu einem aktuellen Thema bereits ein paar mehr Informationen bzw. einen ausgeprägteren Wortschatz haben.

Sie geben ein Wort vor. Der letzte Buchstabe des vorgegebenen Wortes ist gleichzeitig der erste Buchstabe des neuen Wortes. Zwei Dinge sind wichtig: Kein Wort darf zwei Mal genannt werden und die Wörter müssen mit dem vorgegebenen Thema zu tun haben. 

Beispiel für eine Wörterkette zum Thema „Tiere auf dem Bauernhof“: 

Ziege – Ente – Esel – Lamm – Maus – Schwein - …

Vernetzung:

Diese Methode eignet sich für eher fortgeschrittenere Schülerinnen und Schüler.

Ähnlich wie bei den Wörtern, die aus einzelnen Buchstaben zusammengepuzzelt werden, sollen die Sprachenlernerinnen und -lerner hier aus einem „Pool“ (dieser kann als Gedankenblase, Wolke oder Spinnennetz gestaltet werden) vorgegebener Wörter sinnvolle Sätze bilden. Es müssen aber nicht alle Wörter verwendet werden. 

Tipp für die Unterrichtspraxis: Die Methode der Vernetzung eignet sich besonders gut zur Wiederholung von Merksprüchen oder Regeln der Grammatik.

Cluster:

Starten Sie Ihre Unterrichtsstunde doch einfach mal mit einem stummen Impuls und warten ab, was Ihre Schülerinnen und Schüler zum anstehenden Thema bereits wissen.

Sie können in die Mitte des Blattes ein Wort, einen Satz oder ein Bild einfügen, zu dem sich die DaZ-Gruppe ganz unvoreingenommen und spontan äußern darf. Oftmals wissen unsere Kinder und Jugendlichen nämlich mehr, als wir denken.

Bei dieser Methode des Unterrichtseinstiegs kommt es nicht auf grammatikalische Korrektheit an, sondern dass es aus unseren Sprachenlernerinnen und -lernern „heraussprudeln“ darf. Einfach mal probieren. 

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Wer schreibt hier?

Ich heiße Barbara Reisacher und bin Lehrerin an einer Mittelschule im schönen Bayern. Mein studiertes Hauptfach an der Universität Augsburg war Deutsch als Zweitsprache. Während meines Referendariats durfte ich erste Erfahrungen in einer Übergangsklasse sammeln und das theoretisch Gelernte in der Praxis anwenden. Im Moment bin ich Klassenleitung einer Deutschklasse und bereite parallel die SchülerInnen der 9. Klasse auf ihre Abschlussprüfung im Fach DaZ vor. In meiner täglichen Arbeit habe ich also sowohl mit Sprachanfängern, als auch mit fortgeschrittenen Sprachenlernern zu tun.