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Im Unterschied zum Tierversuch ist das Ergebnis eines Schulexperiments dem Verantwortlichen von vornherein bekannt. Es dient durch seinen geplanten, didaktisch sinnvollen Ablauf dem Erkenntnisgewinn Schülerinnen und Schüler sowie das Tier darf unter keinem Umständen Schaden nehmen!
Die Vermittlung von biologischen Unterrichtsinhalten wird durch die Primärerfahrung mit den Tieren interessanter und v.a. einprägsamer. Das gilt unabhängig davon, ob Sie Grundschüler in Sachkunde unterrichten oder einen Jugendlichen auf das Bio-Abitur vorbereiten!
4. Wissen über artgerechte Tierhaltung erwerben
Kaum ein Kind ist nicht empört, wenn Tiere gequält werden. Aber Kinder erkennen Tierquälerei meist nur, wenn Tieren körperliche Schmerzen zugefügt werden. Über die anderen, weniger offensichtlichen, Fälle muss man Kinder aufklären.
Eine Tierhaltung in der Schule sollte deshalb die gestellten Anforderungen an Platz, Nahrungsangebot, Hygiene, Ruhebedürfnis und Beschäftigung auf vorbildlichste Art erfüllen.
Im besten Fall hinterfragt ein Kind dann, ob der zuhause in einem kleinen Vogelkäfig gehaltene Wellensittich wirklich glücklich ist und überzeugt die Eltern (vielleicht auch mit Ihrer Unterstützung) einen Partner und eine größere Voliere anzuschaffen. Denn nicht nur Kinder, auch viele Erwachsene wissen viel zu wenig über die Bedürfnisse ihrer Tiere.
Bevor die Schultiere einziehen
Wenn Sie vor die Klasse treten und die Schüler über den geplanten tierischen Zuwachs informieren, sollten Sie Eines auf keinen Fall tun: Die Kinder fragen, welches Tier sie gern hätten!
Egal, wie die Wahl letztendlich ausfällt, ein Großteil wäre sicher enttäuscht, weil es nicht flauschig, exotisch oder spannend genug ist. Sagen Sie hingegen von Anfang an, dass Sie planen, ein Aquarium mit Krallenfröschen einzurichten, ist das ein Gewinn – und kein Verlust der gewünschten Häschen.
Reservieren Sie ausreichend Zeit, um die Schülerinnen und Schüler auf die Tiere vorzubereiten. Bestimmt haben sie viele Fragen zu den Tieren oder ihre Aufgaben bei der Pflege. Lassen Sie sie die Fragen notieren, danach können sie z.B. in Gruppenarbeit nach den Antworten und weiteren Informationen suchen.
Zum Schutz der Tiere und Kinder müssen je nach Tierart bestimmte Regeln eingehalten werden, die dafür sorgen, dass die Tiere keinen Stress haben, nichts Falsches fressen oder unter Umständen aggressiv werden. Besonders wichtig ist die Einhaltung von Hygienebestimmungen. Diese Regeln sollten Sie gut sichtbar im Klassenzimmer aufhängen.
Dann kann es ans Einrichten der Tierwohnung gehen und die Pflichten der Kinder zur Pflege der Tiere werden eingeteilt. Schließlich fehlt nur noch das Tier selbst.
Geeignete Tierarten
Als Entscheidungshilfe stellen wir Ihnen einige Tierarten vor, die sich aus unserer Sicht für eine Haltung in der Schule eignen. Natürlich gibt es daneben noch weitere Arten, die in Frage kommen. Achten Sie neben den oben bereits genannten Punkten darauf, dass die Tiere „robust“ sind, also weder sehr scheu, noch krankheitsanfällig oder schreckhaft.
Schnecken:
Das klingt vielleicht erstmal seltsam, aber diese Vertreter des Stamms der Weichtiere sind die perfekten Schultiere! Schnecken stellen nur geringe Haltungsanforderungen, lassen sich wunderbar beobachten und gefährden niemanden.
Trotzdem haftet ihnen der Ruf als eklige, schleimige Blumenzerstörer an. Verantwortlich sind v.a. eingeschleppte und sich schnell vermehrende Nacktschneckenarten. Dabei haben Schnecken durchaus eine ökologische Bedeutung.
Erst wer sich eine Schnecke aus der Nähe ansieht, erkennt ihre Ästhetik und wird eine Schnirkelschnecke, die seinen Weg kreuzt, nicht mehr achtlos zertreten. Bei den meisten Schülern wird durch die Auseinandersetzung mit den Tieren schnell die Neugier den Ekel überwiegen.