6. Artikelecken:
Planen Sie in Ihrem Klassenraum sogenannte „Artikelecken“ ein. Drucken Sie dazu gut lesbare Wortkarten mit den Artikeln (in ihren Artikelfarben: der = blau, die = rot, das = grün, sie im Plural = gelb) aus und hängen Sie jeweils einen Artikel in eine Ecke des Zimmers. Sie können ihren Einsatz bei spontanen Sprach- oder Bewegungsspielen finden.
Tipp
Starten Sie zunächst mit den bestimmten Artikeln und sorgen Sie für Abwechslung, indem Sie zum Beispiel die unbestimmten Artikel aufhängen oder lediglich die Farben der Artikel.
7. Visualisierte Klassenregeln (Wort + Bild):
Gerade zu Beginn eines Schuljahres werden die im Klassenraum geltenden Regeln thematisiert. Für ein rasches Verständnis und eine erleichterte Erklärung (Ihrerseits) sorgen bebilderte Klassenregeln, die ständig sichtbar im Zimmer angebracht werden.
An dieser Stelle möchte ich gerne erneut auf den Ideenreise-Blog hinweisen. Die Betreiberin hat es geschafft, die Klassenregeln kurz und knapp zu formulieren und mit passenden Mini-Bildern zu versehen.
Wenn Sie auf diesen Link klicken, gelangen Sie direkt zu den bebilderten Klassenregeln.
8. Fächerbezogene Einteilung der Pinnwände:
Teilen Sie Ihre Pinnwände in die Fächer der Lerngruppe bzw. Klasse ein. Es könnte dann beispielsweise eine „Grammatik-Ecke“ geben, eine Pinnwand für den Wortspeicher des sprachsensiblen Sachunterrichts oder aber auch für die aktuellen Themen und den Wortschatz im Fach Mathematik. Ihre Schülerinnen und Schüler können sich besser orientieren, wenn Sie die Poster/Merkplakate/Wortkarten/Lernhilfen ordnen und nicht querbeet ohne Struktur an die Wand hängen.
9. Möglichkeiten der Freiarbeit anbieten:
Richten Sie in Ihrem Klassenraum einen Tisch/Rollcontainer oder ein Regal ein, auf dem Material zur Freiarbeit bereitliegt. Dabei können Klammerkarten, Suchsel mit dem aktuellen Wortschatz, Lesedominos, Bandolinos, Fehlerbilder, Klett-Mappen, Artikelhäuser, Wörter- oder Satzrollen, Klipp-Klapps, Memos oder knifflige und spaßige Übungen angeboten werden. Der Vorteil einer vorbereiteten Freiarbeit-Umgebung ist der, dass Sie jederzeit spontan eine Phase der freien Arbeit in Ihren Unterricht einbetten können, wenn Sie bemerken sollten, dass Ihre Sprachenlerner/innen eine kleine „Auszeit“ vom anstrengenden Grammatik-Unterricht brauchen. Denkbar wäre auch eine fest eingeplante Stunde Freiarbeit pro Woche.
Tipp: Bieten Sie nicht immer das gesamte Angebot Ihres Material-Sammelsuriums an, sondern wechseln Sie durch. Andernfalls könnte bei Ihren Schülerinnen und Schülern schnell das Gefühl von Langeweile auftreten.
10. Interkultureller Kalender (mit allen Festtagen):
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bietet einen kostenlosen interkulturellen Kalender zum Download oder Bestellen an. Dieser verdeutlicht die Vielfalt von Feier- und Gedenktagen unterschiedlichster Religionen und Kulturen, die in Deutschland gemeinsam leben. Neben den wichtigsten Feiertagen aus Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus, Buddhismus, der Jesiden und Sikhs, enthält er auch gesetzliche Gedenktage verschiedener kultureller Traditionen.
Thematisieren Sie die wichtigsten Tage der Kulturen und Religionen Ihrer Schülerinnen und Schüler. Zum einen zeigt dies eine wertschätzende und offene Haltung ihnen gegenüber, und zum anderen bieten Sie Ihrer Gruppe Gesprächsanlässe, die zum interkulturellen Lernen beitragen können.
Wenn Sie diesen Link aufrufen, gelangen Sie direkt zum Angebot des BAMF.
11. Eine kleine Auswahl an Lernmitteln und Gegenständen, deren Anschaffung sich lohnt:
Zu guter Letzt möchte ich Ihnen noch eine kleine Auswahl an Gegenständen und Lernmitteln empfehlen, von denen Sie (und Ihre Sprachenlerner/innen) profitieren und die für „kleines Geld“ erschwinglich sind. Ich persönlich mache von fast allen dieser Gegenstände beinahe täglich in meinem DaZ-Unterricht Gebrauch, sodass sich die Anschaffung wirklich rentiert hat.
Manche Gegenstände nutze ich beispielsweise, um die letzten Minuten einer Unterrichtsstunde zu füllen oder auch als „Energizer“ für zwischendurch. (Ausführlichere Informationen über den Einsatz von Energizern im DaZ-Unterricht erfahren Sie in diesem Beitrag unseres Betzold-Blogs.
- Der Pocket-Cube: Dieser Schaumstoff-Würfel ist mit Kunststoff-Fenstern versehen. In diese können Sie Bild- oder Wortkarten, Personalpronomen, Artikel, Farben, Wochenend-Impulse hineinstecken und im Unterricht einsetzen. Dieser Link führt Sie direkt zum Pocket Cube.
- Magnetische Satzzeichen: Damit können Sie das Wissen hinsichtlich Grammatik, Satzzeichensetzung und Rechtschreibung der Kinder und Jugendlichen trainieren und festigen.
- Bildkarten für das freie Erzählen: Hierbei handelt es sich um einfach gehaltene Bildkarten unterschiedlichster Themenbereiche. Legen Sie ausgewählte Karten in einer sinnvollen Reihenfolge unter die Dokumentenkamera und motivieren Sie Ihre Sprachenlerner/innen, sich für die Karten-Reihe eine Geschichte auszudenken. Sie werden staunen, wie kreativ Ihre Sprachenlerner/innen sind – und vor allem wie unterschiedlich die Geschichten sind.
Hinweis: Dieses Material eignet sich nicht für Sprachanfänger/innen.
Tipp: Der Einsatz von Geschichtenwürfeln bietet eine gute Alternative für die Bildkarten. Sie finden die Würfel hier.
- Das magnetische Buchstabenset: Dieses eignet sich für den Unterricht von Sprachanfängern oder für Ihren Alphabetisierungskurs.
Da die Buchstaben magnetisch sind, können Sie sie auf vielfältige Art im Unterricht einsetzen (zum Beispiel: das Alphabet legen lassen, ein „chaotisches Alphabet“ von Ihren Sprachenlerner/innen korrigieren lassen, erste Wörter mit den Buchstaben legen usw.)
Zum den Betzold Magnetbuchstaben
Abschließend möchte ich anmerken, dass die aufgezählten Lernmittel nur eine kleine Auswahl darstellen. Grundlegend existiert eine Vielzahl an wunderbaren und lernförderlichen Mitteln, die Ihren DaZ-Unterricht bereichern können. Letztendlich kommt es immer darauf an, wie „empfänglich“ und offen Ihre Lerngruppe für solche Materialien ist und in welcher Form sie zu Ihrem Stil des Unterrichtens passen.