Deswegen lebt der Unterricht im Fach Deutsch als Zweitsprache von Spielen bzw. vom Spielen
Auf die Frage, weshalb wir Lehrerinnen und Lehrer regelmäßig Spiele in unseren Sprachenunterricht integrieren sollten, gibt es zahlreiche Antworten:
Spiele …
- … sind schnell, ohne großen Aufwand und Materialeinsatz umsetzbar
- … fördern die Motivation Ihrer Schülerinnen und Schüler
- … verknüpfen spielerische Elemente mit sprachlichen Inhalten
- … stärken soziale Kompetenzen und das Miteinander
- … ermöglichen einen humorvollen Umgang mit Fehlern
- … fördern freies Sprechen
- … sprechen verschiedene Lerntypen an und unterstützen so den natürlichen Lernprozess
- … schaffen eine aufgelockerte und entspannte Sprechatmosphäre
- … erreichen eine Reduzierung von Sprachhemmungen und -ängsten
- … eignen sich für so ziemlich jede Gruppengröße
- … sind in allen Phasen des Unterrichts einsetzbar
- … können von Schülerinnen und Schülern aller Altersstufen gespielt werden
- … sorgen für eine Festigung grammatischer Strukturen
- … leisten einen großen Beitrag zur Entwicklung eines Sprachgefühls
Anhand dieser aufgeführten Aspekte wird schnell klar, dass der Einsatz von Sprachspielen im Unterricht nur Vorteile für unsere Schülerinnen und Schüler hat. Scheuen Sie sich daher nicht, Phasen des Spiels in Ihren Unterricht einzuplanen.
Aber welche Gedanken sollten Sie sich vorab machen, damit sich der Einsatz von Spielen in Ihrem Unterricht als gewinnbringend erweist?
Darauf sollten Sie beim Einsatz von Lernspielen im DaZ-Unterricht achten
Der Einsatz von Spielen (vor allem im Bereich des Sprachenlernens) wird oftmals unterschätzt. Für uns Muttersprachler ist nichts dabei, beispielsweise eine Runde „Ich packe meinen Koffer“ zu spielen. Für unsere Kinder und Jugendlichen, die die deutsche Sprache als Zweit- oder gar Drittsprache lernen, steckt viel mehr dahinter.
Insofern rentiert es sich, sich vorab ein paar Gedanken hinsichtlich der Planung und des Einsatzes zu machen.
- Wählen Sie Spiele aus, die zum Sprachstand der Lernenden passen – sollten Sie sich dahingehend unsicher sein, setzen Sie das Niveau lieber niedriger an, bevor das Spiel grundlegend nicht verstanden wird.
- Erklären Sie das anstehende Spiel langsam und verständlich – arbeiten Sie dabei auch mit passenden Bildern oder Wörterbüchern.
- Geben Sie vor und auch während des Spiels klare und einfach zu verstehende Anweisungen.
- Seien Sie Teil des Spiels und spielen Sie mit, wenn das möglich ist – auf diese Weise stellen Sie sich auf eine Ebene mit Ihren Schülerinnen und Schülern.
- Starten Sie eine Testrunde des von Ihnen ausgewählten Spiels – Sie bieten den Kindern und Jugendlichen so die Chance auf ein besseres Verständnis der Spielregeln und des Ablaufs, noch bevor das eigentliche Spiel beginnt.
- Schreiben Sie benötigte Sprachmittel bzw. Chunks noch vor der Durchführung des Spiels an die Tafel zur sprachlichen Vorentlastung – so bekommt jeder und jede die Chance, gleichermaßen und unabhängig vom individuellen Sprachstand am Spiel teilzunehmen.