Laut „Die Welt“ wurden 320 Bäder zwischen 2007 und 2014 geschlossen und aktuell stehen weitere 580 vor dem Aus.
Wie viele und welche Art Bäder es in Ihrer Umgebung gibt, wie diese ausgestattet sind, zeigt das Projekt Bäderleben.
Weiter entfernte Bäder sind meist keine Alternative, wenn der Zeitaufwand (längere Anfahrt, Umziehen, Duschen, Haare trocknen …) dazu führt, dass von zwei Schulstunden nur noch 15 Minuten für den Unterricht bleiben. Auch die höheren Transportkosten spielen natürlich eine Rolle.
Schon 2005 zeigte die SPRINT-Studie, dass 20% der Grundschulen und noch mehr weiterführende Schulen keine Möglichkeit haben, Schwimmunterricht zu erteilen. Es ist deshalb zu erwarten, dass es Schüler gibt, die im Laufe ihrer gesamten Schulzeit nie im Schwimmen unterrichtet werden – und mit jedem weiteren schließenden Schwimmbad steigt diese Wahrscheinlichkeit.
Mangel an qualifizierten Lehrkräften
Andere Schulen haben zwar ein geeignetes Schwimmbad, es fehlen jedoch qualifizierte Lehrkräfte.
Neben fachdidaktisch-methodischen Kenntnissen benötigen Schwimmlehrerinnen und -lehrer einen Nachweis der Rettungsfähigkeit, der ohne ein Sportstudium in der Regel erst noch erbracht werden muss.
In einigen Bundesländern muss dieser Nachweis seit kurzem alle vier Jahre aufgefrischt werden, was natürlich den Bedarf an Fortbildungen, und die Bereitschaft diese zu besuchen, enorm erhöht. Manchen ist auch die Verantwortung zu groß, eine größere Schülergruppe im Schwimmbad zu beaufsichtigen.
Viele Kinder haben Angst vor dem Schwimmen
In Neukölln – um nochmals auf unser Beispiel für eine katastrophale Nichtschwimmerquote zurückzukommen – wird ein weiterer Grund offenbar: Viele der Kinder haben extreme Angst vor dem Wasser. Bis zum ersten Schulschwimmen haben sie oft keinerlei Erfahrung mit tieferem Wasser gemacht.