Die Lehrerperspektive
Hinsichtlich der Ziele des Sportunterrichts ist sich die Lehrerschaft weitgehend einig.
Während Lehrerkräfte in den neuen Bundesländern allerdings größeren Wert auf die sportmotorischen Ziele und die Motivation zu weiterem Sporttreiben legen, gewichten Lehrer in den alten Bundesländern die Erziehung durch den Sport und seine Kompensationsfunktion stärker.
Das hat zur Folge, dass auch in der Benotung Unterschiede gemacht werden und je nach Ausrichtung Sozialverhalten oder sportpraktische Leistung stärker in die Notengebung einfließen.
Ganz allgemein wird der Sportunterricht selten als größere Belastung gegenüber anderen Fächern empfunden. Die Mehrheit der befragten Lehrerinnen und Lehrer sah Disziplinprobleme und Unpünktlichkeit der Schüler als größten Faktor in der Beeinflussung der Unterrichtsqualität an. Sportlehrer von Hauptschulen gaben diesbezüglich auch den mangelhaften Zustand der Sportstätten an.
Die Elternperspektive
Der Großteil der Eltern stellte bei der Befragung die Wichtigkeit des Sportunterrichts heraus und äußerte den Wunsch, dass dieser eine größere Beachtung finden möge.
Dabei wurde die Wichtigkeit für Söhne höher eingeschätzt als für Töchter. Die Befragung hat gezeigt, dass die Kontakte zwischen Eltern und Sportlehrer verbesserungsfähig sind. Das bedingt auch die Tatsache, dass ein Drittel der Mütter und zwei Drittel der Väter die Inhalte des Sportunterrichts nur teilweise oder gar nicht kennen.
Bezüglich der materiellen und personellen Situation im Sportunterricht unterscheidet sich die Einschätzung der Eltern kaum von anderen Fächern. Das Fach Sport nimmt hier keine Sonderstellung ein. Allerdings gab ein nicht geringer Prozentsatz der Eltern an, hier keine Beurteilung vornehmen zu können.