Auch die Rückmeldungen der am Projekt beteiligten Schulen, insbesondere natürlich den Referendarinnen und Referendaren, waren überwiegend positiv:
- Das Feedback der Schülerinnen und Schüler ist mit wenigen Ausnahmen konstruktiv, überlegt und fair.
- Das Feedback bietet die Chance, die Unterrichtsqualität zu verbessern und sich selbst weiterzuentwickeln.
- Schülerinnen und Schüler fühlen sich ernst genommen, was sich positiv auf ihre Lernmotivation und das Selbstwertgefühl auswirkt. Sie lernen eine reflektierte Meinung eigenverantwortlich zu formulieren.
- Lehrkräfte verstehen ihre Schülerinnen und Schüler besser und berichten von für sie überraschenden Erkenntnissen, z. B. von Schülerinnen und Schülern, die sich strengere Lehrkräfte wünschen oder, dass introvertierte Schülerinnen und Schüler mehr gefordert werden sollen.
- Es wird auf Aspekte aufmerksam gemacht, die sich mit wachsender Routine langsam eingeschlichen haben.
- Möglich sind auch Hinweise auf bisher unerkannte Probleme.
- Lehrerinnen und Lehrer berichten auch von viel Lob, das sonst v. a. von älteren Schülerinnen und Schülern eher selten geäußert wird :)
Die Möglichkeit, zu erfahren, was besonders gut läuft, ist dabei ähnlich hilfreich wie Kritik und bestärkt Lehrkräfte in ihren Methoden.
Die Sache mit dem Zwang
Ein Punkt, der nach wie vor eher kritisch gesehen wird, ist die von oben diktierte Anordnung zur Einholung der Beurteilungen.
Die Befürchtung bleibt bestehen, dass die Lehrkräfte, die das Feedback nicht umsetzen wollen, es notgedrungen durchführen, aber die Erkenntnisse daraus nicht analysieren und umsetzen.
Zu diesem Ergebnis kam auch die Hattie-Studie: Hattie schloss aus den ihm zur Verfügung stehenden Daten, dass Feedbacks eines der effektivsten Faktoren für eine positive Schülerleistung sind. Ausschlaggebend dafür ist aber u. a., mit welcher Haltung die Lehrkraft dem Feedback begegnet: Nur wer der Meinung der Schülerinnen und Schüler offen gegenübersteht und auf deren Grundlage bereit für Veränderungen ist, kann einen Gewinn für seinen Unterricht aus den Rückmeldungen ziehen.
Wünschenswert wäre es sicherlich, dass sich eine Feedbackkultur auf freiwilliger Basis entwickelt. Denn nur, wer sich einen Überblick über den Ist-Zustand verschafft, weiß auch wo man ansetzen muss, um diesen zu verbessern.
Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler können dabei als Reflexionshilfe zur Verbesserung des Unterrichts und der Weiterentwicklung der Lehrerpersönlichkeit dienen.
Hier haben wir für Sie ein Arbeitsblatt mit Feedbackfragen für Ihre Schülerinnen und Schüler vorbereitet: