Aufbau und Ideen: Portfolio Ordner in Kiga und Kita
Was die Gestaltung des Portfolios angeht, haben Sie verschiedene Optionen, die jeweils individuelle Vorteile haben.
Portfolio in der Kiste: Sie benötigen eine Pappkiste. Diese wird von den Kindern individuell gestaltet und mit ihrem Namen versehen.
Vorteil: Auch größere, dreidimensionale Erinnerungsstücke können hier untergebracht werden.
Portfolio im (klassischen) Ordner: Sie benötigen einen handelsüblichen Ordner. Der Ordner wird von den Kindern individuell gestaltet und mit ihren Namen versehen. Außerdem sollten Sie Klarsichthüllen und ein Register in den Ordner heften. In diese Hüllen werden dann die einzelnen Teile der Bildungs- und Erinnerungsarbeit eingeheftet.
Vorteil: Der Inhalt des Portfolios kann gut geordnet werden und ist durch die Hüllen auch geschützt.
In einem Entwicklungsportfolio werden die folgenden Dinge gesammelt:
- kreative Werke der Kinder
- Fotos
- Lerngeschichten
- Erinnerungen an Ausflüge
- Briefe
Wichtig ist in allen Fällen, dass der Aufbau der Sammlung für die Kinder nachvollziehbar ist. Das Portfolio gehört dem Kind und das Kind bestimmt, wer sich das Portfolio ansehen darf. Was die Beschriftung der Sammlungen mit den jeweiligen Namen angeht, beachten Sie bitte die aktuellen Datenschutzrichtlinien.
Portfolioarbeit kann auch digital passieren. Fertigen Sie dazu Fotografien des ausgewählten Materials an und stellen dies auf einem Datenträger zusammen. Ein großer Vorteil hier ist, dass auch Videos und Tonaufnahmen mit eingebunden werden können.
Schritt für Schritt zur Portfolioarbeit
Portfolioarbeit bedeutet zu Beginn einen Mehraufwand für Planung und Durchführung. Erstellen Sie im Team einen groben Themenplan für die Entwicklungsmappe. Als Standardthemen bieten sich an:
- Das bin ich
- Meine Familie
- Meine Freunde
- Das kann ich schon
- Meine schönsten Erlebnisse
- …
Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Die Inhalte des Portfolios entwickeln sich automatisch ausgerichtet an Ihrer täglichen Arbeit. Wichtig ist nur ein gruppenübergreifend einheitlicher Aufbau, um den Gruppenwechsel von Kindern so leicht wie möglich zu gestalten.
Bei der Organisation hilft Ihnen die Beantwortung der folgenden Fragen:
- Wie bewahren wir die Arbeiten der Kinder auf? Box oder Ordner?
- Wo haben wir in unserer Einrichtung Platz für die Lagerung der Portfolios?
- Welche Beobachtungsmethoden wenden wir für die Arbeit am Portfolio an?
- Wann führen wir Portfolioarbeit durch?
- Gestalten wir die einzelnen Seiten des Portfolios selbst, oder verwenden wir Vorlagen?
Portfolioarbeit von Kindern, Eltern und ErzieherInnen
Kinder gestalten zunächst den Aufbewahrungsort der Portfolio-Inhalte (Ordner, Mappe, Kiste). Danach gehen sie weiter ihrem jeweiligen Alltag in Kita oder Kindergarten nach und wählen zwischendurch immer wieder Stücke aus, die ihrem Portfolio beigefügt werden sollen. Als Eigentümer der Sammlung muss sie für die Kinder erreichbar gelagert werden, außerdem entscheiden die Kinder selbst, wer sich das Portfolio ansehen darf. In den meisten Fällen werden die Inhalte aber gerne gezeigt und geteilt, da die Kinder sehr stolz auf ihre bisher erlernten Fähigkeiten sind.
Eltern können die Portfolioarbeit ebenfalls unterstützen, indem sie Briefe für das Portfolio verfassen, Familienbilder beisteuern und ganz einfach Interesse an der Reise ihres Kindes zeigen.
ErzieherInnen sind zusammen mit den Kindern der Motor der Portfolioarbeit. Oberste Priorität der pädagogischen Arbeit am Portfolio ist es, eine gute Umgebung für Lernsituationen und gemeinsame Reflektion zu schaffen. Das selbstständige Lernen der Kinder wird durch Erzieherinnen und Erzieher ebenso gefördert, wie die dialogische, gemeinsame Beschäftigung mit den einzelnen Erinnerungen. Gespräche auf Augenhöhe sind hier ebenso wichtig wie das Verfassen von Briefen an das Kind. Die Eltern müssen ebenso über den Portfolioprozess aufgeklärt werden. Die allgemeinen Ziele und Effekte der Arbeit am Portfolio sollten von allen Beteiligten verinnerlicht werden, um den Kindern einen guten Start in ihre lebenslange Lernreise zu ermöglichen.
Ein wichtiger Teil des Portfolios sind Lerngeschichten nach Margaret Carr.
Es handelt sich hierbei um Momentaufnahmen aus dem Alltag der Kinder. Die pädagogischen Fachkräfte beobachten die Kinder 5 – 10 Minuten bei einer selbstgewählten Aufgabe. Die Beobachtungen werden im Team diskutiert. Für das Portfolio wird nun ein Brief an das Kind verfasst, in dem diese ausgewerteten Beobachtungen für das Kind verständlich formuliert werden
Dominiert wird der komplette Prozess der Lerngeschichte von den 5 Lerndispositionen:
- interessiert sein
- engagiert sein
- Standhalten bei Herausforderungen
- sich ausdrücken und mitteilen
- Mitwirkung an der Lerngemeinschaft