Wortspeicher im Klassenzimmer: Nützliche Links für Ihre Unterrichtspraxis
Ein Wortspeicher ist eine im Klassenzimmer visualisierte Sammlung der aktuellen Wörter zu einem bestimmten Thema. Wortspeicher lassen sich für alle Unterrichtsfächer anlegen. Die Einbindung und der Gebrauch von Wortspeichern bringen für Ihren Unterrichtsalltag zahlreiche Vorteile:
Wortspeicher …
- … geben unseren Schülerinnen und Schülern Orientierung und Struktur
- … geben Sicherheit, wenn unseren Sprachenlernenden einmal die „Worte fehlen“ sollten
- … führen zu Erfolgen im individuellen Sprachlernprozess
- … können gemeinsam erstellt werden
- … lassen Differenzierungsmaßnahmen zu (bebildert, mit Symbolen versehen, die Anzahl an Wörtern usw.)
Tolles Material finden Sie beispielsweise auf dem Ideenreise-Blog oder dem Blog von Frau Locke.
2. Sprachsensibel unterrichten – eine Aufgabe aller Unterrichtsfächer
Sprachliche Bildung sollte nicht nur im Fach Deutsch beziehungsweise Deutsch als Zweitsprache stattfinden. Auch in anderen Unterrichtsfächern (bspw. Mathematik, Geographie, Natur und Technik usw.) sollten sich unsere Schülerinnen und Schüler ganz bewusst mit der Fachsprache auseinandersetzen, damit sie dem Unterrichtsgeschehen folgen können.
In einem sprachsensiblen Fachunterricht werden demnach fachsprachliche Kompetenzen vermittelt, die wichtig sind, um den Unterrichtsgegenstand des Faches zu verstehen, zu reflektieren und anzuwenden. Ein Unterricht, der sprachsensibel ist, stellt also ganz bewusst die Sprache in den Fokus, sodass unseren Sprachenlernenden fachliches Lernen leichter fällt, denn oftmals scheitert es gerade in Sachfächern nicht am nötigen Fach-, sondern am mangelnden Sprachverständnis.
Mehr dazu im Beitrag „Tipps für einen gelungenen sprachsensiblen Fachunterricht“.
3. Was genau macht die Fachsprache so schwierig?
Damit Sie Ihren Fachunterricht sprachsensibel gestalten und anbieten können, empfehle ich Ihnen, sich vorab mit der sprachlichen Komplexität der Fachsprache zu beschäftigen. Es geht nämlich nicht nur darum, dass der Fachwortschatz schwieriger ist als der Alltagswortschatz, zusätzlich gibt es noch zahlreiche weitere sprachliche Merkmale, die zwar auch Teil der Allgemeinsprache sind, im Kontext des Fachunterrichts aber besonders häufig auftreten.
Dazu zählen unter anderem diese:
- Fremdwörter und Abstrakta
- Nominalisierungen (z. B. beim Einfrieren, beim Erhitzen, beim Auspressen)
- Gebrauch von Genitiven (z. B. der Schnabel des Vogels, der Stängel der Blume, Feinde des Schmetterlings)
- Adjektive, die nicht oft im Alltag gebraucht werden (z. B. ätzend)
- Komposita (z. B. Federkleid, Ameisenhügel)
- Häufiger Gebrauch von Passivformen
- Imperativformen (z. B. stellt euch vor, bedenke)
- Wörter, die logische Verknüpfungen signalisieren (z. B. demnach, folglich)
- Verschachtelte Satzstrukturen, die das Verständnis enorm erschweren
- Wörter mit mehreren Bedeutungen (z. B. brennen: die Glühbirne brennt, Alkohol brennen, Kalkbrennen, Brennstäbe)
- Fachtexte sind meist unpersönliche Texte
- Verwendung unterschiedlichster Darstellungsformen (z. B. Formeln, Tabellen, Grafiken)