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Vor- und Nachteile
Lernentwicklungsgespräch oder Notenzeugnis?
Vorteile:
- Individuelle Rückmeldung: Die Lernentwicklung wird nicht auf eine Ziffer reduziert.
- Prozess statt Ergebnis im Fokus: Fortschritte, Lernwege und Strategien werden sichtbar.
- Aktive Rolle der Lernenden: Schülerinnen und Schüler lernen, ihr eigenes Lernen zu reflektieren und übernehmen Verantwortung.
- Mehr Austausch: Eltern erhalten direkte Einblicke in Lernverhalten und Entwicklung.
- Gezielte Förderung: Konkrete Ziele und Maßnahmen werden gemeinsam vereinbart.
- Stärkere Motivation: Der direkte Austausch ist oft ermutigender als Noten.
- Weniger Konfliktpotenzial in der Familie: Schlechte Noten können in der Familie schnell zu Spannungen führen. Ein Lernentwicklungsgespräch ermöglicht dagegen einen sachlicheren und konstruktiveren Austausch.
Herausforderungen:
- Hoher Zeit- und Organisationsaufwand: Vorbereitung, Durchführung, Terminplanung und Dokumentation sind deutlich aufwendiger als klassische Leistungsbewertungen.
- Begrenzte Gesprächszeit: Inhalte müssen klar gebündelt und Gespräche gut strukturiert werden.
- Subjektivität und eingeschränkte Vergleichbarkeit: Einschätzungen sind weniger standardisiert als Noten und nur begrenzt vergleichbar.
- Herausforderung der Gesprächsführung: Die Anwesenheit von Lehrkräften und Eltern als Autoritätspersonen kann Druck erzeugen und eine offene Reflexion erschweren.
- Schwierige Themen wertschätzend ansprechen: Entwicklungsfelder müssen klar und gleichzeitig sensibel formuliert werden.
- Einbindung des Kindes: Es erfordert pädagogisches Geschick, auch zurückhaltende Schülerinnen und Schüler zur Äußerung ihrer Perspektive zu ermutigen.
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Tipps
Tipps für das LEG
- Kind aktiv einbeziehen: Geben Sie dem Kind bewusst Raum, seine Perspektive auf Lernen, Stärken und Herausforderungen zu schildern. So erlebt es sich als gleichwertiger Teil des Gesprächs.
- Ressourcenorientiert sprechen: Beginnen Sie konsequent mit Stärken und Fortschritten. Entwicklungsbereiche werden als nächste Lernschritte formuliert, nicht als Defizite.
- Konkrete Beobachtungen nutzen: Beziehen Sie sich auf konkrete Situationen, Produkte oder Beispiele aus dem Unterricht. Das macht Rückmeldungen nachvollziehbar und glaubwürdig.
- Wenige, klare Ziele vereinbaren: Konzentrieren Sie sich auf 1–3 realistische Ziele, die im Schulalltag umsetzbar und überprüfbar sind.
- Verbindlichkeit schaffen: Halten Sie Ziele und nächste Schritte schriftlich fest. Am besten so, dass das Kind sie mitnehmen und im Alltag präsent haben kann.
- Gespräch positiv abschließen: Beenden Sie das Gespräch mit einer wertschätzenden Zusammenfassung und einem klaren Blick auf die nächsten Entwicklungsschritte.
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