Zuhause neuen Lernstoff kennenlernen und erarbeiten
Das Problem, dass die Videos nicht oder nur oberflächlich geschaut werden, ist bei Schülerinnen und Schülern natürlich gegeben. Wenn es nicht hilft, ihnen zu verdeutlichen, dass sie ohne die Vorarbeit praktisch nicht am Unterricht teilnehmen können, müssen die üblichen Konsequenzen gezogen werden, wie Sie sie z. B. auch bei vergessenen Hausaufgaben anwenden würden.
Bevor es losgeht, empfiehlt es sich auch, die Schulleitung und die Schülereltern ins Bild zu setzen – auch um zu klären, ob alle Schülerinnen und Schülern Internet und passende Geräte nutzen können. Sollten nicht alle Kinder zuhause Internet haben, können Sie diesen die Videos auf USB-Stick zur Verfügung stellen.
Mit dem Flipped Classroom wird der Unterricht transparenter, was viele Eltern zu schätzen wissen.
Das erste Video sehen Sie sich am besten gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern an. So können Sie verdeutlichen, was beim Ansehen eines Lernvideos zu beachten und zu erarbeiten ist.
Schon weil die Lernvideos des Flipped Classrooms im Prinzip nichts anderes sind, als Frontalunterricht (der dafür in der Präsenzphase nur noch selten zum Einsatz kommt), sollten Sie weiterhin aus dem Vollen der Methodenkiste schöpfen. Abhängig vom Lernziel sind Videos nicht immer die beste Wahl, sondern vielleicht der Einstieg über ein Experiment oder Projektarbeit, um das selbstentdeckende Lernen zu fördern.
Aber auch das Flipped Classroom kann sich an die Gegebenheiten anpassen: Ein Erklärvideo kann z. B. gemeinsam in der Klasse geschaut werden, wenn es nach einer Phase des selbstständigen Erarbeitens die Ergebnisse zusammenfasst. Das wird übrigens als „in-class-flip“ bezeichnet. Oder Sie machen ein „half flipped classroom“: Hier wird das im Klassenraum Erarbeitete zuhause (unterstützt durch ein Video) nachbearbeitet.
Im Klassenzimmer üben und vertiefen
Was passiert nun in der Präsenzphase? Hier vier mögliche Phasen einer Flipped Classroom-Stunde:
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Kontrolle:
Waren zum Lernvideo Fragen zu bearbeiten und Aufschriebe anzufertigen, geben diese Ihnen einen ersten Anhaltspunkt, ob die Videos angesehen und bearbeitet wurden. Beginnen Sie die Stunde nicht mit Wiederholen – so würden Sie die eingesparte Zeit und den Anreiz, die Videos zu schauen, verspielen.
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Fragerunde:
Sie können zu Beginn der Stunde die offenen und weiterführenden Fragen Ihrer Schülerinnen und Schüler sammeln. Sind es viele, erkundigen Sie sich, wer welche Frage auch hat. So können Sie die Fragen priorisieren und nach und nach abarbeiten.
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Übungen:
Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler einzeln oder in Kleingruppen Übungsaufgaben zu den neuen Lerninhalten bearbeiten. Währenddessen haben Sie Zeit, auf Schwierigkeiten und Fragen einzelner Kinder individuell einzugehen.
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Diskussions- und Reflexionsphase:
Um den Stoff noch zu vertiefen, eignen sich Diskussionsrunden, während denen sich die Schülerinnen und Schüler im Argumentieren üben können und das Gelernte reflektieren.