2. Wahl des Sitzplatzes
Besonders bei mobilen Sitzmöglichkeiten, wie Sitzbälle oder Hocker mit Rollen, ist es wichtig, den Schülern zu erläutern, wie sie die Sitze nutzen können und was nicht erlaubt ist.
Jeder muss einen für sich bequemen Sitzplatz und eine gute Haltung finden. Für den Beginn raten Lehrkräfte, die Flexible Seating eingeführt haben, dazu, den Kindern die Chance zu geben, jede Sitzgruppe einmal auszuprobieren, um festzustellen, wo sie in welchen Situationen (z. B. Einzel-, Paar- und Gruppenarbeit oder Klassenunterricht) am besten lernen können.
3. Regeln
Die Regeln und Hilfestellungen für die Schüler können Sie gemeinsam mit der Klasse erarbeiten und gut sichtbar als Poster aufhängen.
Hier sind Beispiele für Flexible Seating-Regeln:
- Sucht euch einen Platz aus, an dem ihr gut lernen könnt.
- Wenn ihr die Plätze während der Stunde tauschen möchtet, müsst ihr vorher die Lehrerin/den Lehrer fragen.
- Die Sitzmöglichkeiten müssen angemessen genutzt werden (vorher klären, welche Haltungen für welche Sitzmöglichkeit gut sind und was nicht erlaubt ist).
- Wer an seinem Platz nicht konzentriert arbeiten kann oder andere stört, kann umgesetzt werden.
- Gebt auf die Sitzmöglichkeiten gut acht. Sie sind für alle da.
Aufbewahrung der eigenen Materialien und Taschen
Damit die Schultaschen und Rucksäcke der Schüler nicht überall im Raum verteilt liegen, benötigen Sie Stauraum bzw. eine Abstellfläche für die Ranzen. Diese sollte für die Schüler zugänglich sein, falls sie etwas aus ihren Taschen benötigen.
Hürden auf dem Weg zum Flexible Seating
Auf dem Weg zum Flexible Seating müssen aber auch einige Hürden überwunden werden:
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Überzeugungsarbeit
Bevor Sie die Sitzmöglichkeiten in Ihrem Klassenzimmer umgestalten können, benötigen Sie das Einverständnis der Schulleitung, das Verständnis der Kolleginnen und Kollegen und Sie sollten auch die Eltern der Schülerinnen und Schüler informieren.
Eine gute Möglichkeit zu testen, ob Flexible Seating etwas für Sie und Ihre Klasse ist und welche Herausforderungen es mit sich bringt, ist ein Probelauf z. B. während der Projektwochen.
Vielleicht können Sie aus der Turnhalle und der Schule für die kurze Zeit einige geeignete Sitzmöglichkeiten wie Hocker, Matten, Bänke und Kästen ausleihen. Dazu darf sich jedes Kind ein Sitzkissen von zu Hause mitbringen, um die umfunktionierten Geräte bei Bedarf bequemer zu machen.
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Neue Herausforderungen
Da die neuen Möglichkeiten für Sie und Ihre Schüler wahrscheinlich auch neue Herausforderungen im Bereich des Classroom Managements mit sich bringen werden, ist ein langsamer Wechsel zum Flexible Seating sinnvoll. Sie können z. B. damit beginnen, in einem Bereich des Raums alternative Sitzmöglichkeiten anzubieten, wo kleine Schülergruppen in passenden Situationen lernen können. So sehen Sie wie Ihre Schüler auf die Veränderungen reagieren und können neue Abläufe und Regeln aufbauen.
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Kosten
Die Kosten für die alternativen Sitzmöglichkeiten und Tische müssen bedacht werden. In den USA müssen viele Lehrerinnen und Lehrer die Kosten selbst tragen. Wenn der Etat der Schule nicht ausreicht bzw. dafür keine Gelder vorgesehen sind, können Sie versuchen, den Schulförderverein von der Idee zu begeistern.
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Raumsituation
Anders als in den USA, wo Lehrerunterrichtszimmerdie Regel sind, überwiegt an deutschen Schulen das Klassenraumprinzip. Das bedeutet, dass die Klasse in den Räumen von verschiedenen Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet wird, die alle das flexible Sitzen tragen müssten.
Die amerikanischen Lehrkräfte können ihre Zimmer in der Regel nach den eigenen Vorstellungen (und eben leider oft auch mit dem eigenen Geld) gestalten, wie sie es für richtig halten.
Hier wäre Flexible Seating also nur umsetzbar, wenn Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen mit an Bord holen oder wenn Sie das Glück haben, über ein Lehrerunterrichtszimmer zu verfügen.
Wer noch mehr Input benötigt, wird unter dem Begriff „Flexible Seating“ im Internet schnell fündig. Die amerikanischen Lehrerinnen und Lehrer präsentieren ihre Klassenzimmer zu Recht voller Stolz in ihren Blogs, auf Pinterest und YouTube.
Einen ausführlichen Erfahrungsbericht gibt Meghan, Grundschullehrerin aus Kalifornien, in ihrem Blog “The creative colorful classroom“.
Wie bei allem gilt auch hier: Es reicht nicht, neue Stühle ins Klassenzimmer zu stellen. Die Einrichtung muss auf die pädagogischen Maßnahmen und das eigene Unterrichtskonzept abgestimmt sein. Die Lehrkräfte müssen wissen, wie sie die neue Dynamik, die durch die neue Raumnutzung entsteht, nutzen können. Nur wenn eine Veränderung der Klassenraumgestaltung und eine Anpassung des Lehrens Hand in Hand gehen, kann Flexible Seating zu einer Verbesserung der Leistungen der Schüler führen.
Aber wie Kayla Delzer, Grundschullehrerin und Felexible Seating-Fan, in einer Kolummne auf EdSurge.com sagt:
„Don’t feed the fears – just try it and see what works for you.“