Betzold Kiga Comic zum Thema Erkältung im Kindergarten
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Aktualisiert: 23.07.2020

Erkältungszeit im Kindergarten: Alle haben die Nase voll

Kindergärten und Kitas können sich in der kalten Jahreszeit zu wahren Krankenlagern entwickeln. Laufende Nasen und die Gewissheit, sich irgendwann auch anzustecken, gehören zum Alltag der Erzieher:innen. Reime, Experimente und Bastelideen rund um das Thema Erkältung sorgen für Abwechslung und helfen vielleicht sogar dabei, die Ansteckungen in Ihrer Einrichtung zu reduzieren.
Janine Landwermann
Janine Landwermann
Online-Redakteurin

Sommergrippe, Erkältung oder COVID-19?

Die Corona-Krise stellte Kindergärten und Kitas vor ungeahnte Herausforderungen. Während die Betreuung von Kindern schon seit jeher eine Herausforderung für das Immunsystem aller Beteiligten ist, verstärkten sich im Zuge der Corona-Pandemie die Bedenken im Umgang mit Erkältungssymptomen. Nicht nur auf Landesebene, sondern auch durch einzelne Träger und Kita-Leiterinnen und –Leiter wurden Empfehlungen, Regelungen und Informationen an die pädagogischen Fachkräfte gegeben, die in dem zuweilen chaotischen Alltag mit Corona unterstützend und aufklärend wirken sollten. Das Zählen des Niesens und Naseputzens je Stunde und der daraus folgende Ausschluss der Kinder aus dem Betreuungsbetrieb war hier nur eine der umgesetzten Maßnahmen.

Zur Unterscheidung der Symptome bieten Krankenkassen und Nachrichtendienste auch nach der Pandemie gute Übersichten – auch wenn die klare Bestimmung am genauesten durch einen Corona-Test erfolgen kann. Als Faustregel hat sich bewährt, dass trockener Husten, Kurzatmigkeit und ein länger anhaltendes Fieber Zeichen für Coronavirus-Infektion sein können. Starkes Niesen, schnell ansteigendes Fieber, Gliederschmerzen und Husten, bei dem Schleim produziert wird, können dagegen eher Zeichen für eine Sommergrippe/Grippe/Erkältung sein. Eine sichere Diagnose kann in jedem Fall nur durch die entsprechenden qualifizierten Stellen gegeben werden. 

Mit Schnupfen in die Kita?

Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie stand die Betreuung offensichtlich erkälteter Kinder im Kreuzfeuer der öffentlichen Debatte. Eltern, die versuchen, Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen, stehen pädagogischen Fachkräften gegenüber, die ihrerseits versuchen, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten in der Einrichtung zu begrenzen. Gerade in der Corona-Krise erzeugte die in Kindergarten und Kita übliche Schnupfennase der Kinder Unsicherheiten.

Gerade der Herbst ist – nach der Ruhe der Sommerferien – eine Hauptzeit für Erkältungskrankheiten und andere respiratorische Infektionskrankheiten. Die, in der Corona-Krise eingeführten Hygieneregeln und –pläne sind auch aktuell sicherlich der beste Schutz gegen die gefürchteten Infektionswellen in Spätsommer und Herbst.    

  

Nutzen Sie die Erkältungszeit als Anlass, um Hygiene- und Gesundheitserziehung weiter zu vertiefen. Reime und Spiele zum Händewaschen gehören ebenso dazu, wie kleine Spiele, um den Weg der Ansteckung zu erklären. Auch die Sorgeberechtigten sollten mit an Bord sein und können schnell und einfach mit einem Elternbrief auf die Erkältungszeit vorbereitet werden. Die Auseinandersetzungen mit den Eltern, die zwischen den Verpflichtungen des Berufs und der Fürsorge für ihre Kinder stehen, gehören genauso zur Erkältungssaison wie der große Vorrat an Taschentüchern in Ihrer Einrichtung. Eine kurze Erinnerung, wann ein Kindergartenkind unbedingt zu Hause bleiben sollte, verhindert im besten Fall eine ungebremste Ausbreitung verschiedenster Infektionskrankheiten und ermöglicht den Kindern auch ein vollständiges Auskurieren.

Gerade während der Ausbildung und während der ersten Berufsjahre sind pädagogische Fachkräfte von Infektionskrankheiten betroffen, die in ihren Einrichtungen kursieren. Einen vollständigen Schutz gegen die Ansteckung mit Schnupfen und Co. gibt es nicht. Allerdings können vorbeugende Maßnahmen, wie häufiges Händewaschen und ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Immunsystem – also die gezielte Versorgung des Körpers mit Vitaminen und frischer Luft – ein erster Schritt in eine infektionsfreie Zukunft sein. Stellen Sie als Erzieher Ihre Bedürfnisse nicht hintenan – streichen Sie den Satz „Aber ich muss doch zu Arbeit!“ – und kümmern Sie sich nicht nur um Ihre kleinen Schützlinge, sondern auch um sich. Stichwort: Self-Care!

Infografik: Die Deutschen gehen auch krank zur Arbeit | Statista

Erkrankungen der Atemwege stehen regelmäßig in den Top drei, wenn es um die Gründe für Fehlzeiten bei Erzieherinnen und Erziehern geht. Bei bis zu 12 grippalen Infekten, mit denen sich ein Kindergartenkind pro Jahr ansteckt, ist das auch nicht verwunderlich. Diese Infekte trainieren bei Kleinkindern zwar das Immunsystem, können aber – wenn sie von Erwachsenen übergangen werden – zu Folgeerkrankungen führen. Gerade in den Wintermonaten werden Sie also das Gefühl haben, dass alle ständig krank sind und Ihr Betreuungsschlüssel sich in Luft auflöst.

Stellen Sie gemeinsam mit der Leitung und unter Umständen auch mit Ihrem Träger Hausregeln auf, die den Umgang mit Infekten betreffen. Eine einheitliche Auslegung der Regeln hat hier oberste Priorität. Oft eingesetzte Inhalte sind hier der Bezug auf das Infektionsschutzgesetz (§34 Abs. 5 Satz 2  Meldepflicht für bestimmte Krankheiten) und die Empfehlungen des Robert Koch Instituts.

 

Elternbrief zur Erkältungszeit

Liebe Eltern,

die Erkältungszeit ist da.
Husten, Schnupfen und viele andere Symptome haben in unseren Gruppenräumen Einzug gehalten. Kinder, Erzieherinnen und Erzieher und auch Sie als Eltern sind von der aktuellen Infektionswelle betroffen.
Helfen Sie uns dabei, die Zahl der Neuansteckungen bei Kindern und Erziehern auf null zu bringen. Beachten Sie daher die folgenden Punkte aus unserem Anmeldeheft:

Bitte betreuen Sie Ihr Kind zu Hause, wenn:

    • es Fieber hat – ab 38,5° Celsius spricht man von Fieber, aber auch eine erhöhte Temperatur ab 37.6° C kann bereits zu geschwächtem Verhalten führen;
    • starker Husten, Schnupfen oder andere Symptome vorhanden sind, die das Kind bei Spiel und anderen Aktivitäten beeinträchtigen;
    • ein Mitglied Ihres Haushaltes unter einer hoch ansteckenden Infektionskrankheit leidet.

Sollten Kinder krank in die Einrichtung gebracht werden, behalten wir uns vor, diese von den Eltern abholen zu lassen.
Weitere Fragen beantworten wir Ihnen natürlich gerne.
Bitte beachten Sie, dass ein Tag, der mit Spielen, Lachen und Lernen gefüllt ist, für die Kinder sehr anstrengend sein kann. Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, die Zeit bei uns voller Energie zu erleben.

Herzliche Grüße

Ein Reim zum Händewaschen

(Melodie: Bruder Jakob)

Wascht die Hände, wascht die Hände,
mit Seifenblubb, mit Seifenblubb!

Oben, unten, seitlich, zwischen allen Fingern,
spült schnell ab, spült schnell ab!

So bleiben Sie gesund!

    • Regelmäßiges Händewaschen
    • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase oder Mund mit ungewaschenen Fingern
    • Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, um die Nasenschleimhaut mit Feuchtigkeit zu versorgen
    • Schlaf – Schlafmangel wirkt sich negativ auf das Immunsystem aus

Bastelidee: Wie niese ich richtig?

Bastelmaterial für den niesenden Pappteller

Material:

    • Schere
    • Bastelkleber
    • Taschentuch
    • Pappteller
    • farbiges Tonpapier
    • Buntstifte

Schritt 1:
Jedes Kind umrandet eine seiner Hände. Danach wird der Umriss der Hand aus dem Tonpapier ausgeschnitten.

Schritt 2:
Der Teller wird bunt bemalt und mit einem Gesicht versehen.

Schritt 3:
Kleben Sie nun das Taschentuch vor das Tellergesicht und kleben die ausgeschnittene Hand davor. Fertig ist das richtige Niesen - mit einem Taschentuch vor Mund und Nase!

Tonpapier und Taschentuch auf niesenden Pappteller kleben

Experimentieren: Wie verteilen sich Viren?

Ernste und wichtige Themen wie Krankheit und Ansteckung gehören natürlich auch zum Kindergartenalltag. Eine spielerische Herangehensweise ermöglicht es Ihnen, den Übergang zur Vermittlung wichtiger Kenntnisse und Fähigkeiten – regelmäßiges Händewaschen etc – unterhaltsam und lustig zu gestalten.
Das Experiment "Wie verteilen sich Viren" ist zwar mit ein wenig Schmutz im Gruppenraum verbunden, macht aber allen viel Spaß und zeigt sehr gut, wie sich Viren und andere Erreger bei ungebremstem Niesen im Raum bzw. auf dem Gegenüber verteilen … :)

Pappteller und eine Schüssel Mehl

Material:

    • Pappteller
    • Farbe
    • Pinsel
    • Mehl
    • optional eine Sprühflasche mit Wasser

Schritt 1:
Malen Sie ein Gesicht auf den Pappteller. Lassen Sie die Farbe trocknen und befestigen Sie den Teller in kinderhöhe an einer Wand oder an einer anderen geraden Fläche.

Schritt 2:
Jedes Kind darf ein wenig Mehl in die flache Hand nehmen. Dann wird kräftig gepustet! Das Mehl fliegt auf den Pappteller und bleibt dort haften.
Sollte das Mehl nicht sichtbar genug an dem Pappteller haften, sprühen Sie diesen kurz mit ein wenig Wasser ein. So wird der Effekt gut sichtbar.

Erklärung:
Das Mehl symbolisiert die Erkältungsviren, die unkontrolliert durch die Gegend geniest werden und alles anstecken. Deshalb ist es wichtig, dass man sich immer ein Taschentuch, oder den Arm vor Mund und Nase hält, wenn man niesen muss.

Schritt 3:
Gemeinsames Saubermachen :)

Kind niest Mehl auf einen Pappteller
Pappteller mit Mehl
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Wer schreibt hier?

Janine Landwermann
Online-Redakteurin
Erinnern Sie sich noch an den Namen „Ihrer“ Erzieherin aus dem Kindergarten? Ich erinnere mich noch sehr gut an Frau Müller und die endlose Geduld, mit der sie uns Kinder damals im turbulenten Erzieher-Alltag gebändigt, motiviert, begleitet und unterstützt hat. Seit 2013 recherchiere ich bei Betzold in Ellwangen für Sie und Frau Müller Wissenswertes und Hilfreiches aus den Bereichen Pädagogik, Bildung und Organisation. 
Sie haben Feedback, Fragen oder Anmerkungen? Dann schreiben Sie mich einfach direkt an: blog@betzold.de