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Gleiten – Wettbewerb und Orientierung
Material: Tauchringe
Beim Gleiten gilt: Je geringer der Widerstand, desto besser gelingt das Vorankommen.
Die SchülerInnen und Schüler „challengen“ sich gerne. Bei diesem Wettbewerb können sie gegen sich selbst, in einer Gruppe oder einzeln gegeneinander antreten.
Dazu benötigt es lediglich eine Wand zum Abstoßen und in unterschiedlichen Abständen auf dem Beckenboden ausgelegte farbige Tauchringe.
Wer erreicht beim Gleiten den ersten Tauchring, wer schafft es bis zum zweiten oder weiter?
Bei der Zielorientierung unter Wasser wird durch das Material am Boden eine widerstandsarme Kopfhaltung der Schülerinnen und Schüler im Wasser „herausgekitzelt“. Zu Beginn konzentrieren sie sich auf den eigenen Erfolg; später können Team- oder Einzelwettbewerbe mit Punktesystem eingeführt werden.
Die „Königsdisziplin“ ist das Gleiten in Rückenlage. Dabei können unterschiedliche Markierungen am Rand, z. B. Kegel oder Schwimmbretter, als Orientierung dienen.
Springen – Sicherheit und Spielideen
Beim Springen ins Wasser müssen einige sicherheitsrelevante Punkte zwingend beachtet werden:
- Die Sprungzone muss klar markiert und sehr übersichtlich sein.
- Beim Hineinspringen müssen die Zehen den Beckenrand „umkrallen“.
- Die Wassertiefe muss unbedingt beachtet werden. Auch größere und kräftigere Schülerinnen und Schüler müssen sich auf dem Beckenboden verletzungsfrei abfangen können. Diese Überlegung muss bei jeder Gruppe/Schulklasse individuell vorgenommen werden.
- Der Kopfsprung ist erst ab einer Beckentiefe von 1,80 m erlaubt.
- Nach dem Sprung muss das Wasser auch wieder sicher verlassen werden können. Dies ist ein sehr wichtiges Element bei der Selbstrettung und sollte beim Springen immer bei den Aufgaben und Spielen mit bedacht und eingebaut werden.
La-Ola-Welle
Alle stehen im Wasser und springen nacheinander nach oben (wie bei der La-Ola-Welle). Die La Ola kann laut, leise, unter Wasser oder über Wasser gestartet werden.
Springen über Schwimmnudeln
Material: Schwimmnudeln
Beim Springen ins Wasser können Sie eine Schwimmnudel als Ziel bzw. Hürde einsetzen.
Die Kinder springen über die Nudel und können selbst bestimmen, wie weit sie weggehalten wird. Die Lehrkraft achtet dabei auf sichere Landung und Wassertiefe.
Orientieren – Drehen und Rollen
Beim Drehen (um die Körperlängsachse) und Rollen (um die Körperbreitenachse) spielt die Orientierung eine übergeordnete Rolle.
Immer wieder gibt es Nachrichten über Unfälle in flachen Gewässern oder Planschbecken.
Ein wichtiger Auftrag besteht deshalb darin, den Kindern zu vermitteln, wie sie jederzeit die Wasseroberfläche suchen und finden können. Hier spielen – neben den weiteren Grundfertigkeiten – das Drehen und Rollen eine wichtige Rolle, um die Ertrinkungsgefahr zu reduzieren.
- Drehen: Wer im offenen Gewässer oder im Schwimmbecken einen Krampf hat oder sich verschluckt, kann sich nur selbst schützen, wenn eine Drehung in Rückenlage selbstständig durchgeführt werden kann. In der Schwebelage (z. B. der Seestern) kann sich der Schwimmende ausruhen und sich danach bestenfalls wieder in Bauchlage begeben und weiter Richtung Ufer/Beckenrand schwimmen oder im Notfall um Hilfe rufen.
- Rollen: Start in senkrechter Position, dann geht’s in die horizontale Rollbewegung. Der Kopf steuert die Bewegung: „Nimm den Kopf zur Brust“ oder „Nimm den Kopf in den Nacken“ und schon startet der erste Impuls für eine Rollbewegung. Diesem Impuls folgen Abdruckaktionen mit den Händen und unterstützen die Rolle.
Hinweis: Wird die Nase zugehalten, fehlen diese Abdruckaktionen und eine Rolle kann oftmals nicht bis zum Ende durchgehalten werden.
Übungen:
- Für das Rollen bietet es sich an, zuerst auf einer schiefen Ebene über Matten ins Wasser zu rollen. Beim Bau der schiefen Ebene ist sehr auf die Sicherheit zu achten. Bitte unbedingt auf beiden Seiten für genügend Platz bis zum Beckenrand oder zu Absperrungen achten.
- Bei der Rolle rückwärts läuft oftmals Wasser in die Nase, was schnell unangenehm werden kann. Eine Ausatmung durch die Nase verhindert dies und wird parallel als positiver Nebeneffekt gelernt.
- Einige der oben genannten Ideen können ebenfalls für das Drehen und Rollen eingesetzt werden (z. B. Spinnen und Fliegen).
Werden folgende Aufgaben im tiefen Wasser bewältigt, ist eine Orientierung erreicht: Rolle vorwärts, Rolle rückwärts, Drehung um die Längsachse rechts- und linksherum und Drehung um die Tiefenachse rechts- und linksherum.
Selbstrettung – selbstständiges Heraussteigen aus dem Wasser
Bei der Selbstrettung geht es darum, ins tiefe Wasser zu springen, aufzutauchen und selbstständig an Land zu schwimmen. Anschließend soll das Wasser eigenständig verlassen werden. Die Art der Fortbewegung ist dabei nicht relevant.
Ein kurzfristiges Drehen zwischen Bauch- und Rückenlage ist dabei wünschenswert:
- Wer auf dem Bauch unterwegs ist, dreht sich aus den zuvor genannten Gründen kurz auf den Rücken.
- Wer auf dem Rücken schwimmt, dreht sich kurz auf den Bauch, um sich zu orientieren und den Rand anzusteuern.
Ziel ist es, dass die Kinder lernen, wie weit sie sich fortbewegen können, und so eine realistische Selbsteinschätzung bekommen.
Wenn die Grundfertigkeiten im Schwimmen gut ausgebildet sind, gelten diese als „Anlagekapital“, um ein sicheres Schwimmen anzubahnen. Dieses Kapital ist sehr sinnvoll angelegt und beschleunigt den Erfolg zum sicheren Schwimmen in jedem Fall.
Schenkt den Kindern Raum und Zeit, um genügend „Kapital“ bilden zu können.
Viel Spaß im, am und unter Wasser und viele stolze Schwimmkinder mit positiven Emotionsausbrüchen im Wasser.
Literaturtipps:
- Wer Lust auf Spiele und weitere Hintergrundinformationen hat, wird sicherlich in unserem Buch fündig:
Häberle, C.; Wendel, U.: Erlebnisreiche Wasserwelt. Mit Begeisterung schwimmen lernen. Neuer Sportverlag Waiblingen 2025.
- Während des Schwimmlernprozesses gibt es so viele unterschiedliche, individuelle Fortschritte, die Lehrkräfte miterleben dürfen. Aufgrund der herausfordernden Rahmenbedingungen unterstützt das Kultusministerium Baden-Württemberg Schulen durch Kooperationen mit Schwimmvereinen oder der DLRG. Mehr Informationen dazu unter SchwimmFidel.
- Infos zu den Seesternchen (Alternative zum Niveaustufenpass), seit Neuestem auch inklusiven Seesternchen, gibt es bei SchwimmWelten, einem Zusammenschluss von Landesschwimmverbänden.