Das angeleitete Rollenspiel
Hinter dem angeleiteten Rollenspiel verstecken sich fest geplante pädagogische Förderziele oder der Ausbau bestimmter Kompetenzen und Fähigkeiten.
Durch die Lehrpersonen wird ein Thema, z.B. die Geschichte vom Regenbogenfisch, vorbereitet und mit den entsprechenden Zielsetzungen ausgearbeitet. Die Geschichte ist allen Kindern durch mehrmaliges Vorlesen bereits bekannt, also können die einzelnen Rollen in der Geschichte nun unter den Kindern verteilt werden. Durch bestimmte Impulse werden nun die sozialen und emotionalen Lernmomente der Geschichte gemeinsam mit den Kindern erarbeitet. Gezielte Nachfragen durch die pädagogische Fachkraft können hier verstärkend wirken.
Das angeleitete Rollenspiel kann bekannte Geschichten auch in anderen Varianten bearbeiten. Der Wechsel der Erzählperspektive ist gerade für das Begreifen und Nachvollziehen der emotionalen Aspekte einer Geschichte sehr hilfreich.
Wichtig für das Gelingen des angeleiteten Rollenspiels ist der partizipatorische Grundgedanke. Die Gruppe sollte sich gemeinsam auf das Thema und den Zeitpunkt der Durchführung geeinigt haben, da dies eine höhere Beteiligung seitens der Kinder garantiert.
Das freie Rollenspiel
Anders als bei der angeleiteten Version des Rollenspiels, geht bei dem freien Rollenspiel der Spielimpuls von den Kindern aus. Ereignisse, Kostüme, oder spezielle Spielmöbel (z. B. die Puppenküche oder der Kaufladen) können Auslöser für das spontane Rollenspiel sein.
Diese externen Impulse sind allerdings nicht zwingend notwendig. Auch ganz ohne spezielles Zubehör oder eine passende Ausstattung tauchen die Kinder in erdachte Situationen ab und spielen entweder allein oder gemeinsam ihre jeweiligen Rollen.
Das freie Rollenspiel ist für die teilnehmende Beobachtung und die Einschätzung der jeweiligen kindlichen Entwicklungsstände sehr gut geeignet. Da die Spielsituation durch die Kinder initiiert wird, kann durch Erzieherinnen und Erzieher eine äußerst genaue Beobachtung der aktuellen Interessen, Fähigkeiten, Sorgen und Ängste der Kinder erfolgen.
Info
Ob Rollenspiele in Kindergarten und Kita nun also frei und spontan oder geplant und angeleitet passieren, tut der fördernden Wirkung und dem weiteren Kompetenzgewinn keinen Abbruch. Je nachdem, welche Themengebiete oder Kompetenzen gerade im Fokus stehen, bietet sich etweder die eine oder die andere Variante des Rollenspiels an.
„Was man einem Kind beibringt, kann es nicht mehr selber entdecken. Aber nur das, was es selber entdeckt, verbessert seine Fähigkeit, Probleme zu verstehen und zu lösen.“
Jean Piaget (1896 – 1980)
Die Funktion der pädagogischen Fachkräfte während der Rollenspiele
Die Beobachtung der Kinder während des Spiels stellt für Erzieherinnen und Erzieher gleichzeitig 2 Funktionen dar. Zum einen sind sie in dieser Zeit für Hilfestellungen, Fragen der Kinder oder auch zum Mitspielen (wenn dies seitens der Kinder gewünscht wird) verfügbar. Zum anderen lassen sich aus der die gezielte Beobachtung einiger Teilbereiche des Spiels wichtige Informationen zum Entwicklungsstand der Kinder ziehen:
- Spielform: Allein-, Parallel-, Kollektivspiel oder sozial interagierendes Spiel
- Spielorte und eingenommene Rollen
- Verhalten während des Spiels: durchgehender Handlungsimpuls, Kreativität der Handlung, Konzentration
- Welche externen Impulse werden verarbeitet? Wie werden diese in das Spiel einbezogen?
- Loslösung eines Objektes von dessen Funktion und Bedeutung – der Teppich wird zum Boot und ein Baum zu einem Leuchtturm
- Ausbau der kommunikativen Fähigkeiten (Wortschatz, Satzbildung und Gesprächsführung unter den Kindern) und daraufhin auch die verstärkte sprachliche Bewältigung von Auseinandersetzungen und Konflikten
Beobachtungsbögen sind in diesem Prozess eine große Hilfe, da die gewonnenen Eindrücke direkt erfasst und eingeordnet werden können. Eine Ableitung möglicher Förderziele oder eine Unterstützung des weiteren Kompetenzausbaus ist durch die professionelle Erfassung der Beobachtungen leichter möglich.
Die beliebtesten Rollenspiele bei Kindern
Ganz unabhängig von Ort und Thema sind Rollenspiele mit oder ohne Zubehör und Spielzeug jederzeit durchführbar. Egal, ob drinnen oder draußen – die Fantasie der Kinder kennt hier keine Grenzen. Auch wenn, wie bereits beschrieben, nicht unbedingt das passende Material vorhanden sein muss, bieten passende Spielzeuge oder Spielmöbel natürlich unterschiedliche Impulse, um eine Spielidee entstehen zu lassen.
Die Top 5 Rollenspiele :)
1) Kochen in der Kinderküche
Hauptzutaten (nach Aussage des 5-jährigen Kochs): Schokolade, Gummibärchen und Leberwurst.