2 Schülerinnen im Klassenzimmer
Unterrichtsmethode
Veröffentlichung: 23.10.2025

Offene Aufgaben in Klasse 1 und 2: Beispiele und Tipps für den Grundschulalltag

Offene Aufgaben ermöglichen es Kindern, eigene Wege zu finden, Dinge auszuprobieren und zu zeigen, was sie schon können. Es gibt nicht nur eine richtige Lösung, sondern viele verschiedene. So können alle Schülerinnen und Schüler auf ihrem Niveau mitarbeiten und entdecken dabei oft überraschende Lösungswege.
Bettina Kroker
Bettina Kroker
Online-Redakteurin

Welche Vorteile bieten offene Aufgaben?

Offene Aufgaben können den Unterricht gleich in mehrfacher Hinsicht bereichern:

  • Kreativität und Problemlösekompetenz: Kinder können eigene Lösungswege entwickeln und ausprobieren. So lernen sie, flexibel zu denken und verschiedene Strategien zu vergleichen.
  • Ideal für heterogene Lerngruppen: Offene Aufgaben können von Kindern mit unterschiedlichem Leistungsniveau erfolgreich bearbeitet werden. Jedes Kind arbeitet dabei auf seinem Niveau – von einfachen Ansätzen bis zu besonders kniffligen Lösungen. 
  • Motivation und Selbstwirksamkeit: Wer merkt, dass es mehr als nur eine richtige Antwort gibt, traut sich eher, eigene Ideen einzubringen und erlebt echte Erfolgsmomente.
  • Kommunizieren und Argumentieren: Offene Aufgaben regen zum Austausch an. Kinder erklären einander ihre Gedanken, vergleichen Lösungen und üben, ihre Ideen zu begründen. Dies stärkt ihre Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten.

Was machte eine gute offene Aufgabe aus?

Damit offene Aufgaben ihren Zweck erfüllen, sollten sie bestimmte Kriterien erfüllen: 

  • Klarer, verständlicher Ausgangsimpuls: So formulieren, dass alle Kinder sofort verstehen, worum es geht und was von ihnen erwartet wird.
  • Mehrere Lösungswege möglich: Raum für verschiedene Ansätze und Ergebnisse lassen.
  • Aktivierung von Vorwissen: Die Aufgabenstellung knüpft an die Lebenswelt und die bisherigen Erfahrungen der Kinder an. Sie können ihr Wissen und ihre Fähigkeiten anwenden und so neue Erkenntnisse gewinnen. 
  • Differenzierung: Die Aufgabe ist so gestaltet, dass Kinder auf unterschiedlichen Niveaus daran arbeiten können. 

Beispiele für offene Aufgaben

Hier ein paar Beispiele für verschiedene Fächer: 

Mathematikunterricht:

  • Finde 3 Möglichkeiten, wie du 10 Euro mit Münzen legen kannst.
  • Was ist deine Lieblingszahl? Male ein passendes Bild dazu.
  • Schreibe 5 Aufgaben mit dem Ergebnis 30 auf.

Deutschunterricht:

  • Schreibe einen Brief an den Weihnachtsmann.
  • Schreibe zu dem Bild verschiedene Überschriften. (Bild vorgeben)
  • Laufe durch das Klassenzimmer und schreibe Nomen auf, die du hier findest.

Sachunterricht

  • Welche Dinge in deiner Umgebung brauchen Strom? Hast du Ideen, wie sie ohne Strom funktionieren könnten?
  • Welche Tiere leben in unserer Schulumgebung? 
  • Welche Möglichkeiten fallen dir ein, Müll zu vermeiden oder wiederzuverwenden?

Musikunterricht 

  • Klatsche deinen Namen als Rhythmus. Welche anderen Namen klingen ähnlich?
  • Mit welchen Alltagsgegenständen kannst du Musik machen?
  • Welche Instrumente oder Geräusche kannst du nutzen, um Regen darzustellen?

Offene Aufgaben sind eine leicht umsetzbare Möglichkeit, den Unterricht abwechslungsreicher zu gestalten. Sie geben Kindern Raum, eigene Lösungswege zu finden, und machen deutlich, dass es oft mehr als nur eine richtige Antwort gibt. So können alle Schülerinnen und Schüler – egal auf welchem Niveau – mitarbeiten und zeigen, was in ihnen steckt.

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Wer schreibt hier?

Bettina Kroker
Online-Redakteurin
Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Anregungen: