Mädchen mit Rhythmikinstrumenten im Arm
Fachunterricht: Musik
Veröffentlichung: 18.04.2024

5 Ideen, um Grundschulkinder spielerisch an Noten- und Pausenwerte heranzuführen

Noten- und Pausenwerte sind elementare Zutaten der Musik. Ohne sie gibt es keinen Rhythmus. Gleichzeitig wirken die Zeichen selbst auf Erwachsene oft abstrakt. Das stellt Lehrkräfte immer wieder vor die Frage: Wie können Noten- und Pausenwerte für Schülerinnen und Schüler erlebbar gemacht werden? Hier finden Sie 5 Praxistipps für Ihren Unterricht.
Manuela Holmer
Manuela Holmer
Gastautorin

Idee 1: Punkte und Striche als Platzhalter nutzen

Punkt, Punkt, Komma, Strich: Fertig ist nicht nur das Gesicht, sondern auch der Rhythmus. Bei der ersten Unterrichtsidee geht es nämlich darum, für jeden Notenwert einen Platzhalter einzusetzen.

  • Ein Punkt oder Kreis steht für eine lang klingende Viertelnote.
  • Zwei Striche zeigen Grundschulkindern, dass jetzt zwei kurze Achtelnoten gespielt werden sollen.
  • Vier Striche ersetzen vier ganz kurze Schläge, die Sechzehntelnoten.
  • Ein X ist eine Pause, zum Beispiel die Viertelpause.

Mit diesen musikalischen Platzhaltern können Sie anschließend gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Takte bilden

Als Beispiele dafür:

a.) O II O II

4/4-Takt a.) besteht aus einer Viertelnote und zwei Achtelnoten im Wechsel.

b.) IIII O O II II

Vier Sechzehntelnoten, zwei Viertelnoten und zwei mal zwei Achtelnoten bilden Rhythmus b.), einen 5/4-Takt.

Fügen Sie ein X nach den letzten beiden Achtelnoten ein, so machen Sie aus

diesem Beat im Handumdrehen einen 6/4-Takt:

c.) IIII O O II II X

Diese Symbolschrift bringt einige starke Vorteile mit sich: Striche, Kreise oder ein X gehen Grundschulkindern einfach von der Hand. Außerdem sind die Formen nicht an Taktarten gebunden. Sie können mit ihnen also auch Rhythmen abseits von 4/4 spielerisch erklären. Betonungen gibt es ebenfalls nicht. Es sei denn, Sie möchten diese in Ihrem Unterricht behandeln. Zudem lässt sich die Symbolschrift hervorragend mit der nächsten Idee verbinden.

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Idee 2: Eine Box voller Rhythmus basteln

Die Rhythmus-Box verbindet spielerisches Lernen mit dem Überraschungseffekt.

Wollen Sie dieses Duo in Ihren Unterricht integrieren, benötigen Sie lediglich

  • eine kleine Schachtel mit Deckel oder ausrangierte Pausenbrotbox,
  • Druckerpapier, gut lesbare Stifte
  • und wahlweise eine Schere.

Und so basteln Sie Ihre eigene Rhythmus-Box:

Schneiden oder reißen Sie das Papier im ersten Schritt in kleinere Schnipsel. Darauf schreiben Sie und die Kinder nun jeweils einen selbst ausgedachten Rhythmus. Diese geben Sie anschließend in die Box. Gut verschließen und schütteln bitte nicht vergessen!

Im zweiten Schritt darf jedes Kind einen Zettel ziehen. Falls Ihre Klasse recht groß ist oder nur noch wenig Unterrichtszeit verbleibt, ziehen Sie die Zettel am besten selbst. Dadurch vermeiden Sie Streit und traurige Gesichter. 

Das Gezogene erfassen Sie anschließend gemeinsam. Gibt es dazu keine Fragen mehr, können Sie jeden Rhythmus

  • klatschen,
  • sprechen
  • und natürlich auf vorhandene Musikinstrumente übertragen.

Vielleicht möchten Sie dafür bestimmte Töne festlegen oder sich zunächst auf Rhythmusinstrumente konzentrieren.

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Idee 3: Beats mit dem Körper trommeln

Bodypercussion ist nicht nur in der Grundschule eine äußerst beliebte Unterrichtsidee. Wenig verwunderlich, denn Noten- und Pausenwerte werden dank ihr einfach erlebbar. Außerdem ist der Körper als Musikinstrument immer dabei. Unsere Platzhalter oder die Beats aus der Rhythmus-Box lassen sich ebenfalls wunderbar mit den Körperklängen interpretieren:

Eine Möglichkeit dafür ist zum Beispiel, lange Notenwerte zu stampfen und kurze Zeichen zu klatschen. Wenn eine Pause gespielt wird, soll es natürlich auch im Klassenzimmer mucksmäuschenstill sein.

Auf diese Weise können Sie einzelne Beats und sogar mehrstimmige Stücke einstudieren. Noch spannender wird es, wenn Sie ganze Songs mit den Körperklängen begleiten. Dafür bieten sich bekannte Kinderlieder, aber auch Hits aus den Charts an. Diese Liedbegleitung können Sie vorbereiten oder sich gemeinsam mit der Klasse überlegen.

Tipp

Bei der Liedbegleitung ist weniger oft mehr. Es müssen also keine komplexen Rhythmen sein, die Musik gut klingen lassen. Beschränken Sie sich gerne auf wenige Noten- oder Pausenzeichen! Bei Bedarf lässt sich diese Auswahl jederzeit erweitern.

Idee 4: Auf die Ohren bauen und vertrauen

Die wichtigsten Werkzeuge von Musizierenden sind die Ohren. Beim Vermitteln von Noten- und Pausenwerten sollten sich Lehrkräfte also nicht nur auf die visuelle Ebene konzentrieren. Die auditive Ebene ist mindestens genauso wichtig. 

Übungen wie Idee 4 helfen Ihnen dabei, das Hör- und damit das Notenverständnis von jungen Musizierenden spielerisch zu fördern:

Wählen Sie jeweils zwei sich ähnelnde

  • Takte,
  • Notenwerte oder
  • Notenwerte plus Pausenzeichen

aus. 

Das sind Ihre rhythmischen Bausteine, die Sie nun für alle gut sichtbar im Tafelbild gegenüberstellen. Anschließend klatschen Sie einen dieser Rhythmen vor. 

Die Schülerinnen und Schüler sollen jetzt aktiv heraushören, welchen Sie gerade vorgestellt haben. Vielleicht gibt es auch ein Kind, das vorklatschen möchte?

Idee 5: Noten- und Pausenwerte sprechend erlebbar machen

Im Musikunterricht kommt auch die Taktsprache immer dann zum Einsatz, wenn Rhythmen möglichst intuitiv erfasst werden sollen. Hierfür setzen viele Lehrerinnen und Lehrer auf die Taktsprache von Zoltan Kodály. 

Sie gehört zu den bekanntesten Arten des rhythmischen Sprechens. Jedoch gibt es auch andere Ideen, um Noten- und Pausenwerte mithilfe von Sprache erlebbar zu machen. 

Die Silbentrennung ist ein bewährtes Beispiel dafür:

Suchen Sie gemeinsam mit den Kindern einfache Wörter zu einem Themengebiet wie beispielsweise „Obst“ oder „Tiere“ aus. Sind Sie fündig geworden, dürfen diese Wörter nun korrekt getrennt werden. Pro Silbe sollen die Kinder außerdem einmal klatschen. Jedes Klatschen steht dabei für einen Notenwert.

Wenn Sie zusätzlich Pausen in die musikalisch-rhythmische Sprechübung integrieren möchten, dann arbeiten Sie am besten mit ganzen Sätzen. Das können Sie auch, um komplette Rhythmusgeschichten zu schreiben. 

Vom Prinzip her funktioniert das genauso wie bei den einzelnen Wörtern. Sie stehen jetzt aber nicht mehr für sich alleine, sondern werden in eine kurze Geschichte mit maximal drei Hauptsätzen eingebettet. Das macht nicht nur Noten- und Pausenwerte spielerisch erlebbar. Auch die sprachliche Kreativität fördern Sie mit dieser kurzweiligen Idee kindgerecht.

Dabei wünsche ich Ihnen und Ihrer Klasse viel Freude.

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Wer schreibt hier?

Manuela Holmer
Gastautorin
Manuela Holmer ist seit über zehn Jahren als freiberufliche Musiklehrkraft tätig. Ihre Spezialgebiete sind Rhythmik, Schlagzeug und Cajon. Außerdem betreibt die Niederbayerin seit 2017 ihre Website www.manuholmer.de. Dort finden Sie praxiserprobte Tipps, Ideen und Anleitungen, mit denen Sie ein tiefes Verständnis und die lebenslange Freude am Rhythmus fördern.