Schüler arbeitet an der Tafel zum Thema Farbkreis nach Itten
Fachunterricht: Kunst
Veröffentlichung: 08.12.2020

Kunstunterricht: Der Farbkreis nach Itten

Farbkreise, wie der Farbkreis nach Itten, den wir hier vorstellen möchten, gehören zu den Grundlagen der Farbenlehre. Deswegen kommen Schülerinnen und Schüler meist bereits in der Grundschule mit ihnen in Kontakt. Der Farbkreis hilft den Kindern, Farben zu beschreiben, zu unterteilen und zu erkennen, in welcher Beziehung sie zueinander stehen
Bettina Kroker
Bettina Kroker
Online-Redakteurin

Der Farbkreis von Johannes Itten

Der von Johannes Itten 1961 veröffentlichte Farbkreis mit 12 Farben ist heute wohl das am häufigsten genutzte Ordnungsinstrument für Farben. Ihm gelang es, die Zusammenhänge zwischen den Farben mit seinem Farbkreis leicht verständlich abzubilden.

Die Kinder lernen bei der Beschäftigung mit dem Farbkreis die Fachbegriffe und Farbbeziehungen kennen. Beim praktischen Anwenden mischen sie die Farben selbst und ordnen diese nach den kennengelernten Kriterien. 

Die Primärfarben

Nach Ittens Farbtheorie gibt es drei Grund- bzw. Primärfarben. Sie werden auch als Farben erster Ordnung bezeichnet:

    • Rot 
    • Gelb 
    • Blau

Diese Farben können nicht aus anderen Farben gemischt werden. Alle anderen Farben können aber aus den Grundfarben gemischt werden.

Mädchen bemalt Farbkreis
Beim Bemalen eines Farbkreises üben sich die Kinder im Mischen der Farben.

Die Sekundärfarben

Werden zwei Primärfarben zu gleichen Teilen miteinander gemischt, entstehen nach Itten Farben zweiter Ordnung, die Sekundärfarben:

    • Grün (Gelb + Blau)
    • Violett (Rot + Blau)
    • Orange (Gelb + Rot)

Die Tertiärfarben

Farben dritter Ordnung sind für Itten Mischungen aus einer Primär- und einer angrenzenden Sekundärfarbe:

    • Gelborange/Dunkelgelb (Gelb + Orange)
    • Rotorange (Rot + Orange)
    • Violettrot/Purpurrot (Violett + Rot)
    • Blauviolett (Blau + Violett)
    • Blaugrün/Türkis (Grün + Blau)
    • Gelbgrün/Hellgrün (Gelb + Grün)

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Wie Sie das Themen "Farben" für jüngere Kinder mit Bastelarbeiten aufbereiten können, zeigt Ihnen meine Kollegin Janine im Beitrag "Farbenlehre in Kita und Kindergarten".

Kritik an Ittens Farbkreis

Die Kritik richtet sich zum einen gegen Ittens Primärfarben. Sein Rot, Gelb und Blau seien bereits gemischte Farbtöne, also Sekundärfarben. Zum anderen ergeben die Komplementärfarben kein Schwarzgrau, wenn man sie mischt, sondern bunte Tertiärfarben. Auch, dass Itten Schwarz und Weiß als Nichtfarben bezeichnet und keinen Platz in seinem Farbkreis haben, wird kritisch gesehen. Alternativ werden sie als „unbunt“ bezeichnet. Küpper, der die Farbtheorie mehr aus naturwissenschaftlicher, denn aus künstlerischer Sicht sah, schloss sie beispielsweise in sein Modell mit ein. 

Es stimmt, dass sich Ittens Farbkreis nur bedingt nachmischen lässt. Er zeigt allerdings die Verbindungen der Farben untereinander gut nachvollziehbar auf und macht die Bedeutung von primären, sekundären und komplementären Farben verständlich.

Farbkreis nach Itten Unterrichtsmaterial

Häufig gestellte Fragen zu Ittens Farbkreis

Wer war Johannes Itten?

Johannes Itten (1888-1967) war ein Schweizer Kunstpädagoge, Kunsttheoretiker und Maler. Von 1919 bis 1923 lehrte er am Bauhaus in Weimar. Itten gilt als Begründer der Farbtypenlehre. Seine Erkenntnisse über die Farbenlehre, für die er heute noch berühmt ist, veröffentlichte er 1961 in seinem Werk „Kunst der Farbe“.

Was ist ein Farbkreis?

Ein Farbkreis ist ein Instrument der Farbenlehre, um Farben zu ordnen und darzustellen, in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Schon seit der Antike machen sich Menschen darüber Gedanken: Aristoteles ordnete die Farben allerdings noch als Linie an. Es folgten Farbkreise von Goethe, Newton, Hering und Itten sowie Küppers Farbensechseck. Aufgrund verschiedener Schwerpunkte (u. a. Physik, Kunst, Psychologie und Physiologie) unterscheidet sich die Anordnung der Farben in den Farbkreisen.

Wie funktioniert Ittens Farbkreis?

Der Farbkreis nach Itten enthält 12 Farben: 3 Primär-, 3 Sekundär und 6 Tertiärfarben. Angrenzend an je zwei der Primärfarben zeichnete Itten die sich daraus ergebende Sekundärfarbe ein. Die Tertiärfarben grenzen immer an je eine Primär- und Sekundärfarbe an, aus deren Mischung sich die Tertiärfarbe ergibt. Ähnliche Farben liegen dicht beieinander, Komplementärfarben stehen sich gegenüber. In der Mitte des Kreises befinden sich in der Form eines Dreiecks die drei Primärfarben. 

Was sind Nichtfarben?

Für Itten waren die Farben Schwarz, Weiß sowie Graustufen „Nichtfarben“.

Was sind Komplementärfarben?

Im Farbkreis nach Itten liegen sich die Komplementärfarben, die auch als Ergänzungsfarben bezeichnet werden, direkt gegenüber: Rot - Grün, Blau - Orange, Gelb - Lila.

Quellen

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