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Nachhaltigkeit Schule

Nachhaltigkeit in den Schulalltag integrieren

Recycling, Müll vermeiden und Energie sparen – nachhaltiges Handeln im Schulalltag lernen

Das Thema Nachhaltigkeit ist verstärkt durch die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) an Schulen herangetragen worden.

Schulen sind die idealen Orte, um dieses für uns alle so wichtige Thema bei Kindern und Jugendlichen fest zu verankern. Dabei ist die theoretische Vermittlung im Fachunterricht ebenso wichtig wie die Sensibilisierung der Schüler für das Thema durch die Integration von nachhaltigem Handeln in den Schulalltag.

Je selbstverständlicher Nachhaltigkeit praktiziert wird, umso besser: Das ist an vielen Stellen möglich und meist gar nicht so schwer in die Realität umzusetzen :)

Über die Bildungsoffensive „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE):

Ziel der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) war es, Menschen durch Bildung die Möglichkeit zu geben, mit Blick auch auf nachfolgende Generationen in den verschiedensten Teilen der Welt eigenverantwortlich und verantwortungsbewusst zu denken und zu handeln. Dabei sollten besonders die komplexen Bereiche Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft in ihrer Abhängigkeit voneinander verstanden werden.

2015 startete das UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2015-2019). Im Rahmen des Folgeprogramms soll das Projekt nun feste Strukturen erhalten.

In die Lehr- und Bildungsplänen der Länder für Grundschulen und weiterführende Schulen wurde das Thema Nachhaltigkeit vielerorts bereits integriert. Darüber hinaus bietet sich Nachhaltigkeit in seinen vielfältigen Ausprägungen auch als Thema für Schulprojekte an – und für die Etablierung im ganz normalen Schulalltag.

Der praktische Zugang direkt an dem Ort, an dem sich die Schüler einen großen Teil des Tages aufhalten – ihrer Schule – macht den sonst doch eher abstrakten Begriff der Nachhaltigkeit greifbar.

Wollen Sie das Thema Nachhaltig an Ihrer Schule vermitteln, ist es sinnvoll, dass die gesamte Schule mitzieht:

  • Einfachere Organisation: Mülltrennung, Müllvermeidung und Energiesparen kann natürlich auch im Klassenrahmen betrieben werden. Macht die ganze Schule mit, haben Regelungen und Abläufe jedoch allgemeine Gültigkeit, was die Organisation erleichtert.
  • Höhere Glaubwürdigkeit bei den Schülern: Wird in einem Klassenraum Müll getrennt und im nächsten nicht, ist der Sinn der Aktion für die Schüler nur schwer nachvollziehbar.
  • Größerer Effekt: Logisch – der Effekt ist umso größer, je mehr mitmachen :)

Recycling

Müll ist in unserer Gesellschaft kaum zu vermeiden. Müll ist aber nicht gleich Müll: Recycelbare Wertstoffe können wiederverwendet werden!

Mülltrennung Schule

Die Themen Recycling und Mülltrennung in der Schule können z.B. auch als Lapbook aufbereitet werden, Quelle: Betzold

  • Mülltrennung

    Soll Müll getrennt werden, ist die erste Frage natürlich: „Was wollen wir trennen?“. Gerade in Schulen fällt in den Klassenräumen viel Papiermüll an. Hier lohnt sich also auf jeden Fall ein getrennter Müllbehälter.

    Ähnliches gilt für Verpackungsmüll: Allein durch mitgebrachte Essens- und Getränkeverpackungen kommt einiges zusammen.

    Sollte es bei Ihnen einen Kompost geben oder wenn Sie planen, nun einen anzulegen, kann darüber hinaus noch der Bio- vom Restmüll getrennt werden.

    Sie benötigen – am besten in jedem Unterrichtszimmer – drei bis vier Müllbehälter. Damit die Unterscheidung für die Schüler einfach ist, eignen sich dabei am besten verschiedenfarbige Mülleimer.
    Mit einem aufgeklebten Hinweis, was in die jeweilige Tonne darf (am besten mit Beispielbildern), kann nichts mehr schiefgehen.

    Nachhaltigkeit Schule
    Wenn Sie gleich mit dem Mülltrennen starten wollen, finden Sie im Betzold Online-Shop farbige Mülleimer:

     

    Farbige Mülleimer im Betzold Online-Shop

     

    Nachhaltigkeit im SchulalltagAuch die passenden Aufkleber zur Mülltrennung können Sie im Betzold Shop bestellen. So sehen die Schüler auf einen Blick, in welchem Eimer sie Restmüll, Verpackungen, Papier und Bioabfall entsorgt werden sollen:

    Aufkleber zum Thema Mültrennung für Mülleimer

  • Recycling alter Druckerpatronen und Tonerkartuschen:

    Mit dem Sammelsystem „Der Sammeldrache“ der Firma Interseroh können Schulen leere Tintenpatronen und Tonerkartuschen gegen Lehrmittel eintauschen. Schulen, die mitmachen möchten, erhalten eine Sammelbox, die mit dem Leergut gefüllt und kostenlos von Interseroh abgeholt wird. Mehr Infos zum Sammeldrachen finden Sie im Blog-Beitrag „Recycling an der Schule mit dem Sammeldrachen“.

    Müllmonster basteln:

    Recyceln Sie Müll mit Ihrer Klasse und basteln aus Verpackungen tolle Müllmonster. Mit den Konstruktions-Clips zum Skulpturenbau ist das Verbinden der verschiedenen Müllelemente ganz einfach:

     


    Die Konstruktions-Clips erhalten Sie im Betzold Online-Shop.

Müll vermeiden

Noch besser als das Recyceln ist die Vermeidung von Müll.

Hier können Sie mit Ihren Schülern auf freiwilliger Basis und mit Unterstützung der Eltern einiges einsparen :)

  • Das Pausenbrot:

    Eine wiederverwendbare Box für das Essen und eine Trinkflasche aus bruchsicherem Material sind ideal für mitgebrachte Pausensnacks und Getränke. Vielleicht gibt es ja auch am Schulkiosk oder der Schulmensa Einsparpotential beim Verpackungsmüll?

    Nachhaltigkeit Schule

    Im Blog-Beitrag zu unseren liebsten Pausenbroten finden Sie leckere Anreungen, was in die Box kommen könnte :) Quelle: Betzold

    Pausenbrot Top 10

    Nicht nur die Verpackung der Nahrungsmittel, sondern auch die Nahrungsmittel selbst werden viel zu häufig weggeworfen. Mit dem Mitmach-Projekt „Wirf mich nicht weg!“ für 3. und 4. Klassen lernen Schüler spielerisch  Lebensmittel wertzuschätzen. Weitere Infos zu dem Projekt finden Sie hier: www.wirf-mich-nicht-weg.de
  • Schulmaterial:

    Auch bei den Gegenständen, die bei Ihnen und Ihren Schülern täglich im Schulalltag zum Einsatz kommen, gibt es umweltfreundliche Varianten, wie z.B.  unlackierte Buntstifte. Weitere Beispiele für nachhaltige Schulmaterialien bietet die Seite von C.A.R.M.E.N. e.V.

  • Papier vermeiden:

    Schonen Sie die Schulkopierer ;-) Beamer, interaktive Tafeln und der gute alte Tageslichtprojektor machen es möglich, dass Arbeitsblätter und Texte nicht zwingend kopiert werden müssen (und Sie verlieren keine Zeit im Kopierraum!).

Energie sparen

  • Heizenergie sparen:

    Wird an kälteren Tagen in der Schule geheizt, kann durch richtiges Lüften Energie gespart werden. Gekippte Fenster lassen konstant warme Luft entweichen und haben darüber hinaus lange nicht den Effekt für einen Luftaustausch wie ein kurzes Quer- oder Stoßlüften. Dabei kühlen Boden und Wände weit weniger aus und es wird weniger Energie benötigt, um den Raum wieder aufzuwärmen.

    Wenn nicht gerade gelüftet wird, sollten die Türen zu den Klassenräumen geschlossen sein, da in den Fluren meist weniger geheizt wird.  Üblicherweise wird während des Lüftens die Heizung gedrosselt – in der Schule ist das für die Schüler nicht immer möglich.

    Damit das Lüften nicht vergessen wird, können Sie es zur festen Regel machen: Die Schüler sind dafür zuständig, dass täglich zu bestimmten Pausenzeiten alle Fenster für fünf Minuten geöffnet und danach wieder geschlossen werden.

    Prüfen Sie mit Ihren Schülern auch die Temperaturen in den Unterrichtsräumen, dem Flur, den Toiletten, dem Pausenbereich und den Sport- und Werkräumen. Anhaltspunkte für passende Raumtemperaturen bietet eNu Umwelt.Wissen.

  • Energie sparen auf dem Schulweg

    Gerade bei Grundschülern – aber nicht nur dort – gibt es seit einigen Jahren die Tendenz, dass immer mehr Kinder einzeln von den Eltern zur Schule gefahren werden. Liegt die Schule auf dem Weg zur Arbeit oder der Schulweg ist weit und öffentliche Verkehrsmittel Mangelware, mag das sinnvoll sein.

    In allen anderen Fällen sollte das „Elterntaxi“ besser in der Garage bleiben: Es hat nicht nur eine extrem schlechte Umweltbilanz – auch auf die Selbstständigkeit der Kinder und die Sicherheit aller Schüler rund um das Schulgelände wirkt es sich negativ aus.

    Am 22. September ist der „Zu Fuß zur Schule-Tag“

    Der Umwelt zuliebe und auch um zu lernen, sich selbstbewusst und sicher im Straßenverkehr zu bewegen, ist es – soweit möglich – am besten, wenn Schüler zu Fuß zur Schule gehen oder mit dem Rad kommen. Viele Infos und Materialien finden Sie auf der Seite der Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“. 2019 finden die Aktionstage vom 16. bis zum 27. September statt.

  • Strom sparen:

    Wer weniger Strom verbraucht, schont die Umwelt und spart gleichzeitig Geld :)

    Licht aus:

    In den Pausen und an sonnigen Tagen müssen die Unterrichtsräume nicht künstlich beleuchtet werden. Gibt es in den Räumen verschiedene Schalter für wand- und fensterseitige Lampen?
    Dann kann durch eine partielle Beleuchtung ebenfalls Strom gespart werden. Binden Sie die Schüler z .B. durch einen „Lichtdienst“ im Rahmen der Klassendienste ein.

    Was nicht gebraucht wird, wird ausgeschaltet:

    Das gilt sowohl für das Licht wie auch für elektrische Geräte. Dabei ist es wichtig, die Geräte nicht nur in einen Stand-by-Modus zu schalten, sondern sie tatsächlich auszuschalten.
    Kleine aufgeklebte Hinweise, die ans Ausschalten erinnern, helfen, die guten Vorsätze nicht schnell wieder zu vergessen.

    Um sichtbar zu machen, wie viel Strom Geräte in den unterschiedlichen Betriebszuständen verbrauchen, können Sie ein Strommessgerät zwischenschalteten. Geräte und Unterrichtsmaterialien können Sie auch über die „No-Energy-Stiftung für Klimaschutz und Ressourceneffizienz“ ausleihen. Damit können Sie Ihre Schüler zu kleinen „Stromspardetektiven“ ausbilden :)

    Umstieg auf stromsparende Geräte:

    Nach dem Aus für die Glühlampe sollten inzwischen alle ohne diese wenig energieeffiziente Lichtquelle auskommen. Doch auch Halogenlampen haben keine wirklich gute Bilanz. Am effizientesten sind Energiesparlampen und LED-Lampen.

    Auch für die in Schulen häufig verwendeten Leuchtstoffröhren gibt es inzwischen LED-Varianten. Die sind zwar teurer, halten aber weitaus länger – und zu flackern beginnen sie auch nicht.

    Wird ein Neukauf eines Kühlschranks, Trockners, einer Waschmaschine oder der Küchengeräte im Lehrerzimmer nötig, ist auch hier ein Blick auf die Energieeffizienz sinnvoll.

Will die gesamte Schule das Thema Nachhaltigkeit dauerhaft mittragen, gibt es verschiedene Projekte für die sich Ihre Schule registrieren bzw. bewerben kann. Die Programme  bieten zahlreiche Ideen und Materialien für den Unterricht oder Schulprojekte:

  • Klimaschutz-Schule:

    Wenn Sie Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Rahmen von Projekten, im Unterricht und im Schulalltag verstärkt thematisieren möchten, können Sie sich mit Ihrer Schule für den Klimaschutzschulenatlas registrieren. Hier finden Sie viele Anregungen, Wettbewerbe und Materialien zur Vermittlung des Themas.

  • Umwelt-Schule:

    Sie können sich mit Ihrer Schule für die Auszeichnung „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule“ bewerben. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU).

  • Fairtrade-Schule:

    Der faire Handel mit Produkten aus den verschiedensten Teilen der Welt ist ein weiterer Aspekt des Themas Nachhaltigkeit. Die Kampagne Faitrade-Schools bietet Schulen die Möglichkeit, sich mit Erfüllung von fünf Kriterien als Fairtrade-Schule auszeichnen zu lassen.

Über Bettina Kroker

Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Vorschläge: blog@betzold.de.

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