Kind in der Schule
Schulbeginn
DaZ
Veröffentlichung: 11.08.2020

Tipps für einen gelungenen Start mit Ihrer Deutschlernklasse

Sie alle kennen das: Die Tage bis zum ersten Schultag nach den Sommerferien sind gezählt und es ist langsam aber sicher an der Zeit, sich Gedanken zu machen, wie Sie den Start in das neue Schuljahr für sich und Ihre Schülerinnen und Schüler möglichst angenehm und trotzdem produktiv gestalten können. Eine gute Planung und Organisation vorab sind an dieser Stelle unabdingbar.
Barbara Reisacher
Barbara Reisacher
Gastautorin
Chlorophylle – stock.adobe.com 

1. Wichtige Gedanken und Organisatorisches vor dem ersten Schultag

1.1 Unordnung beseitigen

Für Ihre neuen Schülerinnen und Schüler zählt der erste Eindruck, den sie vom Gruppen- oder Klassenraum haben. Achten Sie also unbedingt darauf, „Altlasten“ des vergangenen Schuljahres zu entsorgen und die (Pinn-)Wände von Postern, Plakaten und sonstigen Aushängen zu befreien. Übrigens: Auch ein aufgeräumtes Lehrerpult trägt sicherlich zu einem positiven ersten Eindruck bei ;-)

1.2 Die gewünschte Sitzordnung herstellen:

Auch wenn Sie Ihre neuen Sprachenlerner noch nicht in ihren (manchmal speziellen) Eigenschaften und Charakterzügen kennen, so sollten Sie die Schülertische dennoch bereits vorab so positioniert haben, wie Sie es sich vorstellen. Bei der Frage nach der „besten“ Sitzordnung scheiden sich die Geister. Es gibt unzählig viele Varianten und Möglichkeiten einer Anordnung von Schülertischen. Machen Sie diese abhängig von zwei Faktoren:

    • der Größe Ihres Gruppenraums und
    • der Zusammensetzung der Lerngruppe.  

Tipp: Hier finden Sie 12 verschiedene Möglichkeiten von Sitzordnungen.

comic Sitzordnung

1.3 Pflanzen bringen vielseitige Vorteile mit sich:

Ein klarer Vorteil ist die Verschönerung des Raums. Durch Pflanzen wirkt ein Klassenzimmer viel wohnlicher und einladender für Ihre Lernerinnen und Lerner. Hinzukommt, dass durch Pflanzen das Raumklima  grundsätzlich verbessert wird. Die Luftfeuchtigkeit wird erhöht, da die Pflanzen einen Teil des Gießwassers wieder an die Umgebung abgeben. Dies ist vor allem in kalten Monaten ein Pluspunkt, denn die Heizungen laufen auf Hochtouren und das Lüften hält sich in Grenzen. Ein weiterer Vorteil ist die Verantwortung, die von Ihren Lernerinnen und Lernern geübt wird, wenn sie Pflege der Pflanzen selbst übernehmen. 

Tipp: Es eignet sich nicht jede Pflanzenart. Achten Sie darauf, anspruchslose und pflegeleichte Pflanzen einzusetzen, die sowohl einem enthusiastischen als auch einem eher sparsamen Blumendienst standhalten können ;-)

1.4 Verantwortung übernehmen durch Klassendienste:

Damit der Schulalltag gut gelingen kann, dürfen Ihre Lernerinnen und Lerner gerne einen Teil dazu beitragen, indem sie verschiedene Klassendienste übernehmen. Welche Dienste das sein sollen, entscheiden Sie als Lehrperson vorab selbst. Auch über den Zeitraum des Dienste-Wechsels sollten Sie sich Gedanken machen. Es besteht die Möglichkeit, den Zeitraum des Wechsels selbst zu bestimmen oder ihn in Absprache mit der Lerngruppe festzulegen. Wichtig ist: vermeiden Sie ein regelrechtes Dienste-Bombardement. Bringen Sie nur die Dienste zum Einsatz, die auch wirklich einen Mehrwert für einen gelingenden Schulalltag mit sich bringen. Achten Sie bei (absoluten) Sprachanfängern bitte auch darauf, die Dienste mit Bildern zu versehen. Dies trägt zum besseren Verständnis bei.  

Tipp 1: Die organisatorische und optische Umsetzung der Klassendienste kann in den unterschiedlichsten Varianten stattfinden. Im Betzold-Shop finden Sie Produkte, die Ihnen die Organisationder Klassendienste erleichtern:

Tipp 2: Für eine noch intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema „Klassendienste“ empfehle ich wärmstens den überaus gelungenen und informativen Beitrag meiner geschätzten Kollegin Bettina. Mit diesem Link gelangen Sie direkt zum Beitrag „Klassendienste in den Schulalltag integrieren“.

1.5 Schaffen einer gelungenen Willkommenskultur im Klassenzimmer:

Für mich persönlich ist es ein sehr großes Anliegen, all meinen DaZ-SchülerInnen und Neuankömmlingen das positive Gefühl zu vermitteln, dass sie in meinem Klassenraum von Herzen willkommen sind. Aufgrund der vorliegenden Sprachbarrieren gestaltet sich dieses Anliegen jedoch als nicht ganz so einfach. 

Gelungene Willkommenskultur könnte möglicherweise so aussehen:  

    • Die Klassenzimmertüre: Durch eine einladend gestaltete Klassenzimmertüre bereiten Sie Ihren Neuankömmlingen noch vor dem ersten Betreten ein Gefühl willkommen zu sein. Kinder verknüpfen „bunt“ mit „positiv“. 
    • Aufhängen eines gestalteten Willkommensplakates in verschiedenen Sprachen 
    • Aufhängen von Flaggen-Girlanden oder Flaggen-Wimpeln mit möglichst vielen Flaggen der Heimatländer Ihrer Sprachenlerner 
    • Namensschilder aller SchülerInnen (schon laminiert und zugeschnitten) an der Tafel magnetisch befestigen - gemeinsam mit dem Kind bzw. Jugendlichen das Namensschild holen und ihn an den Platz seiner Wahl begleiten   
    • Alltagssätze (z.B. „Darf ich zur Toilette gehen?“, „Ich habe das nicht verstanden.“, „Können Sie das bitte wiederholen?“ …) mit Bildern oder Piktogrammen versehen, im Klassenraum befestigen und diese ziemlich zeitnah mit den SprachenlernerInnen besprechen  

So könnte das beispielsweise aussehen:

DaZ: Piktogramme für Alltagssätze

Erstellt mit dem Worksheet Crafter – www.worksheetcrafter.com

    • Ein kleines Willkommens-Geschenk mit personalisiertem Willkommensgruß austeilen oder schon auf den Tischen vorbereitet haben  
    • Vorab eine große Weltkarte bzw. einen Globus organisieren – Ihre SchülerInnen können dann direkt zeigen, woher sie kommen  

1.6 Kalender aller Art sorgen für die nötige Struktur des Schul- und Unterrichtsalltags:

Meine Erfahrungen der letzten Jahre haben mir persönlich zu einer wichtigen Erkenntnis verholfen: Mit nur einem Kalender im Klassenzimmer ist es bei Kindern und Jugendlichen, die die deutsche Sprache erwerben lange nicht getan. Viel gewinnbringender ist der ritualisierte Einsatz mehrerer Kalender im DaZ-Unterricht.

Im Bereich des Spracherwerbs und der Sprachförderung könnten diese Kalender zum Einsatz kommen: 

    • Ein Wandkalender, beispielsweise für anstehende Proben, Ausflüge, Wandertage, Ferien und sonstige Feiertage  
    • Ein großer bunter Geburtstagskalender bei dem jeder Lerner und jede Lernerin einen eigenen Platz hat (hier ist der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt – es gibt Geburtstagskalender in vielen verschiedenen optischen Aufbereitungen: in Form von Kuchen, Luftballonen, Cupcakes, einer Wäscheleine mit Fotos behangen oder kleinen Klemmbrettern, die ihren Platz im Raum finden. Ich persönlich benutze sehr gern die Cupcakes vom Ideenreise-Blog. Die Betreiberin des Blogs hat diese mit unglaublich viel Liebe gestaltet.)
    • Ein Universalkalender für den Wochentag, das Datum, die Jahreszeit und einen „Wetterbericht“.
    • Ein Kalender für die Feiertage verschiedener Religionen: russisch-orthodoxe Feiertage, jüdische F
    • eiertage, islamische Feiertage (je nachdem, welcher Religion Ihre SchülerInnen angehören)  

Tipp: Binden Sie den ein oder anderen Kalender in Ihre tägliche Unterrichtsroutine ein. Das könnte beispielsweise so aussehen, dass sich ein Kalenderdienst zu Beginn eines Schultags in der Vorviertelstunde um den Universalkalender „kümmert“ und direkt nach dem Begrüßungsritual das heutige Datum, mit Jahreszeit und Wetter (wer das möchte) verbalisiert. 

1.7 Mit einem flexiblen Stundenplan behalten nicht nur die LernerInnen jederzeit einen Überblick:

Ein flexibler Stundenplan zeichnet sich dadurch aus, dass er zu jeder Zeit von allen Lernenden einsehbar ist, für jeden Tag seine Richtigkeit hat und auch spontan veränderbar ist. Für alle Beteiligten des Unterrichtsgeschehens wird der Tagesablauf transparent.

Da es ab und an vorkommen kann, dass Stundenpläne aufgrund räumlicher/zeitlicher/organisatorischer Unstimmigkeiten zu Beginn des Schuljahres der ein oder anderen Veränderung unterzogen werden müssen, sollten Sie darauf achten, auch den Klassenzimmer-Stundenplan dementsprechend zu aktualisieren und anzupassen. 

Es gibt drei Varianten von flexiblen Stundenplänen im Klassenzimmer bzw. Gruppenraum: 

    • Variante 1: Der Stundenplan wird (möglicherweise auch von einem dafür zuständigen Dienst) jeden Tag neu an die Tafel geschrieben oder mit Kärtchen aufgehängt
      Die Betreiberinnen des Blogs "Team Farbenfroh" zeigen, wie so etwas aussehen könnte.
    • Variante 2: Der Stundenplan für die gesamte Woche wird von Ihnen bereits zum Schuljahresbeginn mit entsprechenden Fächern in Form von Wortkarten im Klassenzimmer aufgehängt. 
    • Variante 3: Der flexible Stundenplan für die gesamte Woche wird sprachneutral mit Bildern gestaltet und im Klassenzimmer aufgehängt (und zusätzlich für die LernerInnen kopiert). 

1.8 Anlegen einer Hausaufgabentafel:

Gerade in den ersten Wochen eines neuen Schuljahres sind Ihre Schülerinnen und Schüler mit viel Unbekanntem und Neuem konfrontiert. Die Kinder und Jugendlichen sollen an viele Dinge denken und wollen so wenig wie möglich vergessen. Eine Hausaufgaben-Übersicht an der Seitentafel oder einem Whiteboard kann diesem Problem Abhilfe schaffen. Sie könnten auf einer solchen Tafel für jedes Fach eine Spalte oder für jeden Tag der Woche eine Spalte machen und eine für „Sonstiges“ einführen (für Elternbriefe, Wörterbuch usw.). 

Tipp: Sie können auch bei dieser Tafel spracharm arbeiten, indem Sie die Wortkarten mit Bildern unterstützen und sie in der Farben drucken/rahmen, die auch die Heft-Umschläge Ihrer Schülerinnen und Schüler für das Fach haben.  

1.9 Anlegen einer bebilderten Materialliste:

Viele von Ihnen kennen die Situation aus der eigenen Schulzeit: schon sehr bald nach Schuljahresbeginn steht „Hefte kaufen“ auf dem Plan. Nachdem in den engen Regalen der nächstgelegenen Drogeriekette oder dem Schreibwarenladen alle Materialien mühsam im Einkaufskorb zusammengesammelt wurden, darf man sich nun in eine meterlange Warteschlange vor der Kasse einreihen, bevor man den überfüllten Laden endlich wieder verlassen kann.

Das ist in der ersten Schulwoche Realität für viele. Nun stellen Sie sich dieses Prozedere vor, wenn Sie eine Materialliste in Händen halten, die Sie nicht verstehen, da Ihre Sprachkenntnisse noch zu gering sind. Da wird „Schule“ bereits in der ersten Schulwoche mit Frust verknüpft. Versuchen Sie Frust zu vermeiden und geben Sie Ihren Sprachenlernern bebilderte Materiallisten mit zum Einkaufen. Entlasten Sie diese Liste vorab im Unterricht mit Realgegenständen. Das erleichtert den Einkauf für unsere SchülerInnen und auch deren Eltern. 

So könnte eine bebilderte, tabellarisch gestaltete Materialliste aussehen – Sie sehen nur einen Auszug für das Fach Deutsch bzw. DaZ: 

Materialliste für Schulanfang

1.10 Überlegen Sie sich im Vorfeld Rituale, an die Sie sich das ganze Schuljahr über halten möchten:

Grundlegend lebt DaZ-Unterricht von Struktur, die mitunter durch den Einsatz unterschiedlichster Rituale entsteht. Ihre Schülerinnen und Schüler erhalten durch sie Sicherheit und Orientierung. Des Weiteren tragen sinnvoll gewählte Rituale zur Kleinhaltung von Unterrichtsstörungen bei und schaffen dadurch einen höheren Anteil „echter“ Lernzeit. Machen Sie sich bereits vor Beginn des Schuljahres Gedanken über Rituale, die Sie sich in Ihrem Unterricht gut vorstellen können. 

Rituale können zu verschiedenen Phasen des Unterrichts stattfinden: 

    • Rituale zum Wochen- bzw. Tagesbeginn  
    • Gegen Ende einer Arbeitsphase oder gegen Ende der Unterrichtsstunde 
    • Rituale zum Tages- bzw. Wochenausklang 
    • Feste feiern mit Ritualen (z. B. Geburtstage Ihrer SchülerInnen) 
    • Besondere Tage/Feste im Jahreskreis feiern (z. B. die Adventszeit mithilfe von Ritualen gestalten)
    • Rituale für Bewegungs- und Entspannungspausen 

Tipp: Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema „Rituale im Unterricht“ beschäftigen wollen, hat unser Betzold-Blog auch hier einiges zu bieten.

1.11 Wer gut arbeitet, darf auch spontan belohnt werden – die „Schatztruhe“:

Mir persönlich ist es wichtig, für meine Sprachenlerner immer eine Kleinigkeit für eine spontane und schnelle Belohnung in petto zu haben. Gerade gegen Ende einer Doppelstunde DaZ, deren Schwerpunkt in der Einführung und Anwendung eines neuen grammatikalischen Phänomens lag, möchte ich den Kindern und Jugendlichen mit einer kleinen Belohnung in Form von Bonbons/Mini-Schokolade auf einer wertschätzenden Ebene begegnen und ihr gutes Lern- und Arbeitsverhalten anerkennen. Überlegen Sie sich, ob und wie Sie spontan belohnen wollen. 

Tipp: Achten Sie beim Befüllen ihrer „Schatztruhe“ darauf, dass für alle Lerner etwas dabei ist. Muslime beispielsweise verzichten auf Gelatine (Maoam, Mamba, Gummibärchen), Schokolade hingegen ist unbedenklich.  

1.12 Die Nadel im Heuhaufen – das für Sie passende Belohnungssystem finden:

Sei es beim Durchforsten diverser Fachliteratur oder beim Stöbern auf verschiedenen Ratgeberseiten oder Blogs im Internet – eines wird schnell klar: Es gibt eine bemerkenswerte Auswahl an verschiedenen Belohnungssystemen, deren Einsatz im Unterricht denkbar wäre. Machen Sie sich im Vorfeld darüber Gedanken, welches System Ihnen am meisten zusagt.

Bei Ihren Überlegungen sollte die zu belohnende Zielgruppe miteinbezogen werden. Wen wollen Sie wie loben? Wollen Sie ein System, bei dem der/die Einzelne gelobt wird oder richtet sich das System an die Lernenden an Gruppentischen, die für gutes Verhalten belohnt werden? Womöglich wäre es auch schön, ein System zu haben, bei dem die gesamte Klasse bzw. Gruppe belohnt werden kann? Sie haben die Qual der Wahl ;-)

Hier ein paar Beispiele: 

    • Smileys oder Sterne sammeln
    • Sterne-Rennen bzw. Smiley-Rennen auf einer gesonderten (magnetischen) Tafel 
    • Muggelsteine in Reagenzgläsern sammeln
    • Stempel oder Sticker auf Lob-Sammelkärtchen zusammentragen  
    • Tierchen/Monster, die auf einer großen Leiter hoch und runter klettern 
    • Das Ampel-System 
    • Arbeiten mit Wetter-Symbolen 
    • Einsatz von gelben und roten Karten 
    • und und und … 

1.13 Organisation des Materials für erkrankte Schülerinnen und Schüler:

Es ist völlig normal, dass Ihre Lerngruppe wegen auftretender Krankheiten nicht immer komplett ist. Ihre Aufgabe als Lehrkraft besteht jedoch darin, zu erledigende Hausaufgaben, im Unterricht gemachte Arbeitsblätter und aktuelle Elternbriefe für die erkrankten Schülerinnen und Schüler zu sammeln und ihnen nach Genesung zur Verfügung zu stellen.

Um „herumfliegende Blätter“ zu vermeiden, hat es sich über die Jahre hinweg als gewinnbringend gezeigt, das Material an einem für alle gleichermaßen zugänglichen Aufbewahrungsort zu sammeln. Auch hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten:

    • Anlegen von Krankenmappen (für jedes Kind eine eigene Mappe) 
    • Sammeln der Materialien in Stehsammlern oder Ablagen (für jedes Kind eine eigene Ablage)
    • Anlegen eines Hängeregisters, in dem jedes Kind ein Register hat.
    • Zusammentragen der Materialien in einem Ordner mit Register/Trennstreifen 

Tipp: Sie können auch an dieser Stelle mit Klassendiensten arbeiten. Führen Sie beispielsweise mit dem Austeildienst einen Zusatzdienst ein, der nur dafür zuständig ist, die erkrankten Mitschülerinnen und Mitschüler mit dem aktuellen Material zu versorgen. 

1.14 Das Schriftwesen darf keinesfalls vergessen werden – legen Sie verschiedene Ordner für verschiedene „Anlässe“ an: 

Erfahrungsgemäß hat es sich als nützlich erwiesen, diese Ordner zu führen:

    • Fortbildungsordner: Darin werden alle Fortbildungsnachweise gesammelt. 
    • Ordner für Sequenz- und Jahrespläne: Bei einem Unterrichtsbesuch haben Sie diesen dann zur Einsicht parat. 
    • Krankenordner: Sammlung von Entschuldigungen oder Attesten Ihrer Schülerinnen und Schüler.  
    • Organisationsordner: Darin sind alle Elternbriefe des aktuellen Schuljahres gesammelt – neue Schülerinnen und Schüler, die während des Schuljahres in Ihre Klasse kommen, können gleich mit den wichtigsten Informationen versorgt werden.
    • Ordner für Schülerbeobachtungen, Lernstandsbeobachtungen, durchgeführte Sprachtests und deren Ergebnisse, Fördermaßnahmen, eigene Beobachtungen basierend auf Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache 

Tipp: Die Universität Hamburg bietet solche Niveaubeschreibungen zum kostenlosen Download sowohl für die Primarstufe als auch für die Sekundarstufe I an. Diese Beschreibungen sind ein Beobachtungsinstrument, das Ihnen dabei helfen kann, vorhandene Kompetenzen und den Kompetenzzuwachs zu dokumentieren und auf Grundlage dessen ein individuelles Sprachprofil anzulegen. 

    • Hier geht’s zum Download der Niveaubeschreibungen für die Primarstufe. 
    • Hier gelangen Sie direkt zu den Beschreibungen für die Sekundarstufe I.

2. Tipps für die Gestaltung der ersten Schultage  

Im Folgenden möchte ich Ihnen eine Sammlung möglicher Ideen (organisatorischer und unterrichtlicher Art) für die ersten Schultage mit an die Hand geben. Ob, wann und in welcher Reihenfolge Sie diese Inhalte einsetzen möchten, bleibt Ihnen dabei selbst überlassen. 

Tipp: Auf den ersten Blick sind das sehr viele Organisationspunkte. Um Ihre Schützlinge nicht gleich in den ersten Schultagen mit einer Informationsflut zu überfordern, liegt es bei Ihnen, eine möglichst gute Mixtur aus organisatorischen und spielerischen Inhalten zu planen.  

    • Begrüßung, Anwesenheit überprüfen, die Klasse willkommenheißen (siehe oben „Schaffen einer gelungenen Willkommenskultur im Klassenzimmer“), Vorstellungsrunde, möglicherweise wollen sich auch Kollegen und Kolleginnen, die mit der Klasse bzw. Gruppe arbeiten, vorstellen 
    • Besprechung des Stundenplans, der Pausenzeiten und der Fachlehrer. Achtung: Die Unterrichtsfächer nicht abkürzen, sondern ausschreiben (Tipp: geben Sie den Kindern einen bereits ausgefüllten Stundenplan an die Hand. Sie wissen noch nicht, wie gut die Kinder alphabetisiert sind) 
    • Bebilderte Materialliste austeilen (bunt kopieren!) und mit Realgegenständen besprechen 
    • Wichtige Zimmer/Räume in einem Schulhausrundgang zeigen: Toiletten für Mädchen und Jungen, Pausenhöfe, Bäckerverkauf, Sekretariat, Bistro, Mensa, usw. 
    • Den Weg zur Bushaltestelle gemeinsam ablaufen (ggf. Fahrkarten austeilen) 
    • Zeitliche Regelungen für die erste Schulwoche genau erklären: Unterrichtsende an den ersten Schultagen bzw. ab wann findet stundenplanmäßiger Unterricht statt?  
    • Schulinterne Elternbriefe austeilen und erklären (ggf. mit einem Übersetzungsprogramm oder mit Hilfe von Schülerpaten, die die Inhalte in die jeweilige Muttersprache Ihrer SchülerInnen übersetzen können) 
    • Geld für unterschiedlichste Zwecke einsammeln: Lehrwerk, schulinternes Hausaufgabenheft, Schülerausweis, usw. 
    • Erste Termine ankündigen und im Kalender vermerken: Feueralarm, Anfangsgottesdienst, erster Elternabend, usw. 
    • Hefte einbinden und gemeinsam beschriften 
    • Zwischendurch Kennenlernspiele aller Art spielen 
    • Arbeit mit der Weltkarte bzw. dem Globus in Kombination mit ersten gesprochenen Sätzen („Ich heiße ____. Ich komme aus diesem Land: ____.“ / „Ich komme aus _______.“) 
    • „Führung“ durchs Klassenzimmer: Zeigen und besprechen Sie kurz die Hausaufgabentafel, den flexiblen Stundenplan, die Kalender aller Art, das Belohnungssystem, usw. 
    • Wenn … dann: Wichtige Telefonnummern besprechen, richtiges Handeln bei Krankheit, Verhalten im Schulbus, usw. 
    • Erste Klassendienste nach Erklärung einteilen 
    • Inhaltsverzeichnis der Probenmappe beschriften 
    • Vorstellen des/der zuständigen Jugendsozialarbeiters/Jugendsozialarbeiterin 
    • Individuelle Gestaltung der Stehsammler aus Karton  
    • Erste spielerische DaZ-Einheiten (Inhalt: das Alphabet) durchführen 
    • Bebilderte Arbeitstechniken besprechen (z. B. einkreisen, unterstreichen, ankreuzen, usw.) und im Klassenzimmer aushängen 
    • Ausgehängte Alltagssätze be- und nachsprechen (z. B. „Darf ich auf die Toilette gehen?“, „Ich habe das nicht verstanden!“, „Können Sie das bitte wiederholen?“, „Darf ich bitte das Fenster öffnen/schließen?“, usw.) 
    • Hausordnung bzw. Schulordnung besprechen (mit Bildern unterstützt) 
    • Besprechung und visualisieren der bebilderten Klassenregeln 
    • Bildkarten mit Materialgegenständen bereithalten („Du brauchst jetzt einen Füller.“ – Sie halten dann die Bildkarte für den Füller hoch. Der Wortschatz wurde unterrichtlich noch nicht behandelt, kann also auch nicht vorausgesetzt werden.) 
    • Gestaltung des eigenen Namensschilds 
    • Durchführung der von Ihnen ausgewählten Rituale (Beispiel: Eröffnen Sie in den ersten Tagen den Unterricht selbst, indem Sie am Universalkalender das Datum/den Wetterbericht verbalisieren. Geben Sie diesen Dienst erst dann in die Hände Ihrer SchülerInnen, wenn Sie merken, dass diese sprachlich soweit sind.)  
    • Türgestaltung: Ein Klassenzimmer wird einladender und individueller, wenn die Türe von der Klasse/Gruppe entsprechend gestaltet wird. An Inspirationen soll es nicht mangeln – im Internet werden sie sehr schnell fündig :)
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Wer schreibt hier?

Ich heiße Barbara Reisacher und bin Lehrerin an einer Mittelschule im schönen Bayern. Mein studiertes Hauptfach an der Universität Augsburg war Deutsch als Zweitsprache. Während meines Referendariats durfte ich erste Erfahrungen in einer Übergangsklasse sammeln und das theoretisch Gelernte in der Praxis anwenden. Im Moment bin ich Klassenleitung einer Deutschklasse und bereite parallel die SchülerInnen der 9. Klasse auf ihre Abschlussprüfung im Fach DaZ vor. In meiner täglichen Arbeit habe ich also sowohl mit Sprachanfängern, als auch mit fortgeschrittenen Sprachenlernern zu tun.