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Leserolle

Leseförderung mit der Leserolle

Vom Buch zur Leserolle

Leseförderung ist ein Thema, das uns sehr am Herzen liegt. Denn wer nicht gut lesen kann, hat es nicht nur in Schule, Beruf und in vielen Situationen des alltäglichen Lebens schwerer, ihm entgeht auch die wunderbare Welt der Bücher.

Deshalb stellen wir Ihnen hier gerne Anregungen vor, die bei Ihren Schülern die Lust am Lesen wecken.

Auf der Seite „Zaubereinmaleins.de“ und im Blog „Endlich Pause“ sind wir dabei auf die Leserolle gestoßen:

Was ist denn eine Leserolle?

Die Leserolle ist das kreative Produkt, das im Laufe einer intensiven Auseinandersetzung der Schüler mit einem Buch entsteht: Auf einer oft meterlangen Papierbahn aus zusammengeklebten Blättern bearbeiten die Kinder Aufgaben zu verschiedenen Aspekten des Buches oder auch zum Autor. So entsteht langsam ein buntes Portfolio mit aufgearbeiteten Informationen zum Buch, mit Bildern, Collagen, eigenen Gedanken und Ideen.

Als röhrenförmiges „Cover“ und sicherer Aufbewahrungsort der Leserolle kommt meist die Verpackung einer bekannten Chipsmarke (wer’s gesünder mag: auch Bio-Müsli wird von einem Hersteller in Papprollen verpackt 😉 ) oder eine Versandverpackung für kleine Plakate zum Einsatz. Passend zum Buch bekleben und bemalen die Schüler die Pappröhre.

LeserollePappröhren, die sich für die Aufbewahrung der Leserollen eignen, können Sie auch bei uns im Betzold Online Shop im 10er-Set bestellen:

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Üblicherweise darf sich jedes Kind ein geeignetes Buch aussuchen, zu dem es eine Leserolle anfertigen will. So können die Schüler ihren eigenen Interessen folgen.
Jungs wählen dabei gern Sachbücher. Das klappt auch, nur müssen Sie die Aufgaben in diesem Fall etwas variieren. Da sich Jungen beim Thema oftmals nicht so leicht tun, wie Mädchen, ist es besonders wichtig, deren Bücherwünschen entgegenzukommen. Mehr dazu in unserem Beitrag „Auch echte Kerle sollten lesen“.

Leserolle

Leserollen können zu Romanen, aber auch zu Sachbüchern gestaltet werden, Quelle: Betzold

Um es etwas einfacher zu machen, wird eine Leserolle in der Grundschule manchmal auch zu einer gemeinsam gelesenen Lektüre angefertigt. Dies ist natürlich ohne Weiteres möglich.

Die Leserolle ist für Schüler der Klassen 4 bis 8 geeignet.

Vorteile einer Leserolle

  • In erster Linie ist das Ziel einer Leserolle, die Lesekompetenz der Schüler zu verbessern. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Buch und die Leseaufgaben, entwickeln sie ein besseres Verständnis für die Texte und lernen das Gelesene zu reflektieren.
  • Die spielerische und kreative Herangehensweise motiviert zum Weiterlesen. Je länger die Leserolle wird, umso stolzer sind sie über die eigene Leistung. Wie bei allen guten Konzepten zur Leseförderungen gehen hier Lesefreude und Lesekompetenz Hand in Hand 🙂
  • Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit zur Differenzierung: Mittels unterschiedlicher Aufgaben, die von den Schülern bearbeitet werden sollen, können Sie die Anforderungen regulieren. Auf der Homepage studienseminar.rlp.de finden Sie weitere Anregungen dazu.
  • Die Anfertigung einer Leserolle eignet sich prima als Langzeithausaufgabe. Die Schüler lernen dabei, selbstständig an ihrer Leserolle zu arbeiten.
  • Zudem ist sie eine gute Vorbereitung und Hilfestellung für eine Buchpräsentation. Die Rolle gibt Sicherheit und die Mitschüler haben auch etwas anzuschauen 🙂

Wie PISA zur Leserolle führte

Ein Ergebnis der ersten PISA-Studie im Jahr 2000, die uns ja auch den „PISA-Schock“ bescherte, war das schlechte Abschneiden deutscher Schüler im Bereich „Lesekompetenz“. Um diese zu verbessern, wurde nach Möglichkeiten gesucht, sowohl das Lesen als auch das Verstehen und Reflektieren des Gelesenen zu fördern.

In Berlin führte diese Suche zur Entstehung der Leserolle.

Die ersten Ergebnisse aus der seit 2000 alle drei Jahre durchgeführten PISA-Studie zeigten, dass es um die Lesekompetenz deutscher Schüler nicht wirklich gut stand. Sie lagen im Vergleich mit den anderen teilnehmenden OECD-Ländern deutlich unterhalb des Mittelwerts. Die Studie wertete nicht nur aus, ob die Schüler flüssig lesen konnten, sondern auch, ob sie das Gelesene verstehen, anwenden, einordnen und reflektiert betrachten können.

Über den Bildungsserver Berlin-Brandenburg haben Sie Zugang zu einem Artikel von Irene Hoppe und Erna Hattendorf, die an der Entwicklung der Leserolle beteiligt waren. Hier erhalten Sie weitere Infos zur Durchführung des Projekts und über Erfahrungen aus der Praxis.
Darüber hinaus stehen Ihnen dort viele hilfreiche Arbeitsmaterialien zum Herunterladen zur Verfügung 🙂

Beispiele für Wahl- und Pflichtaufgaben

Wenn Ihre Schüler sich für ein Buch entschieden haben, benötigen sie nur noch die Aufgaben zu denen sie die Leserolle erstellen sollen. Einen Teil der Aufgaben müssen alle Schüler lösen, die Pflichtaufgaben, andere überlassen Sie den Kindern als Wahlaufgaben. So kann jeder die eigenen Stärken und Interessen in den Vordergrund rücken.

Wenn die Schüler die Leserolle als Hausaufgabe anfertigen, ist es sinnvoll, immer wieder einen Blick auf den Stand der Dinge zu werfen. Gibt es Schwierigkeiten mit den Aufgaben oder Fragen, können die Schüler diese mit Ihrer Hilfe lösen.
Damit die Schüler die zur Verfügung stehende Zeit gut nutzen, empfiehlt es sich, sie einen Zeitplan anfertigen zu lassen, bis wann welche Aufgaben bearbeitet sein müssen.

Bei der Art der Aufgaben sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Hier stellen wir Ihnen einige häufig zum Einsatz kommende Wahl- und Pflichtaufgaben vor:

  • Wer hat das Buch geschrieben: Die Schüler recherchieren Informationen zum Leben des Autors und welche anderen Bücher er auch verfasst hat.
  • Titelbild gestalten: Wie sähe das Titelbild des Buches aus, wenn es die jungen Leser gestalten dürften? Kinder, die gerne malen, können z. B. auch Bilder zu Schlüsselszenen des Buchs anfertigen.
  • Glossar: Die Kinder notieren sich unbekannte oder wichtige Begriff oder Namen. Am Ende werden die Begriffe in alphabetischer Reihenfolge geordnet und sie verfassen eine kurze Erläuterung dazu.
  • Steckbriefe: Welche Personen treten auf, wie alt sind sie, wie sehen sie aus (hier darf auch gemalt werden), welche Eigenschaften fallen den Kindern auf?
  • Zeitleiste: Auf einer Zeitleiste tragen die Schüler ein, in welcher und evtl. in welchem Zeitraum/Reihenfolge sich relevante Ereignisse abspielen.
  • Landkarte: Die Schüler zeichnen eine Karte mit den Handlungsorten ihrer Geschichte.
  • Buchkritik: Was hat den Schülern besonders gut gefallen, was weniger und warum?
  • Zusammenfassungen: Beim Formulieren von Kapitelzusammenfassungen lernen die Schüler, die wichtigsten Informationen der Handlung herauszufiltern.
  • Quiz: Auch Quiz-Elemente, wie „wahr oder falsch“-Fragen, sind möglich und eignen sich besonders für die Sachbücher-Fans.
  • Brief an den Autor: Was würden die Schüler den Autor fragen, wenn sie könnten?
  • Alternatives Ende: Die Schüler überlegen sich ein alternatives Ende zur Geschichte und lassen ihrer Fantasie freien Lauf.

Über Bettina Kroker

Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Vorschläge: blog@betzold.de.

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