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Lapbooks

Lapbooks im Unterricht

Mit Lapbooks Unterrichtsthemen erarbeiten und festigen

Lapbooks gewinnen an Schulen immer mehr Fans – bei den Lehrerinnen und Lehrern genauso wie unter den Schülern.

Uns wundert das nicht, denn die bunten Klappbücher vereinen viele Vorzüge zwischen ihren Seiten, Fächern und Klappen 🙂

Was sind Lapbooks?

Lapbooks werden in Deutschland auch als Mini- oder Klappbücher bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Art Portfolio zu einem festgelegten Thema. An nordamerikanischen Schulen hat die Methode schon länger Fuß gefasst, daher rührt auch die englische Bezeichnung „Lapbook“.

In einem aufklappbaren Umschlag befinden sich in einem Lapbook die verschiedensten Arten von eingeklebten oder eingehefteten Innenteilen, wie z. B. Leporelloelemente, Taschen, Klappen, Fächer oder Kreisscheiben, die das Hauptthema näher erläutern. So finden viele Informationen auf kleinstem Raum Platz – nebenbei sieht es auch noch toll aus und spricht den Entdeckerinstinkt der Schüler an.

Meist steht der Inhalt der Klappbücher in einem gewissen Rahmen fest. Die Schüler müssen das Thema so aufbereiten, dass die wichtigsten Punkte in abstrahierter Form abgebildet werden.

Der Gestaltung sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Jedes Lapbook ist ein Unikat.

In diesem Lapbook-Tutorial von Lernkiste-NF sehen Sie schöne Beispiele für gelungene Lapbooks:

Der Umschlag

  • Viele Lapbooks werden in einem A4-Format gestaltet. Das erlaubt es auch, z. B. komplette Arbeitsblätter einzukleben. Im Grunde ist aber jedes Format möglich, egal ob quadratisch, rechteckig oder rund.
  • Als Materialien für den Umschlag eignen sich Aktendeckel, Tonpapier, Fotokarton und auch normales Papier, das natürlich nicht die gleiche Stabilität gewährleistet. Dafür ist es immer zur Hand und günstig 🙂
  • Schon bei der Gestaltung der Hülle darf es kreativ zugehen: Manche Lapbooks öffnen sich wie ein Buch, andere wie ein zweiflügliges Tor oder haben oben, unten und an den Seiten Klappen. Zusätzliche Klappen bzw. Seiten im Innern erweitern die Grundfläche des Minibuchs.
  • Damit das Buch geschlossen bleibt, können Verschlüsse aus Papierlaschen zum Ineinanderschieben gebastelt werden oder Sie verwenden selbstklebende Klettbänder.

Das Innenleben

Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Hier drei Tipps, wo Sie und Ihre Schüler sich inspirieren lassen können:

  1. Auf unserer Pinterest-Seite haben wir eine Pinnwand mit einer Sammlung unserer Lieblings-Lapbooks eingerichtet: zur Betzold Pinnwand
  2. Oder Sie werfen mit der Klasse einen Blick in die zahlreichen inspirierenden YouTube-Videos, die es inzwischen über die Erstellung von Lapbooks gibt.
  3. Im Internet finden Sie auch Vorlagen mit Bastel- und Faltanleitungen zum Ausdrucken, die Sie den Schülern zur Verfügung stellen können.Hier zwei Beispiele:
    zaubereinmaleins.de
    homeschoolshare.com
LapbookLapbookIm Betzold Online Shop finden Sie auch Bücher mit Kopiervorlagen für die Gestaltung von Lapbooks:

Mein Grundschulzeit Lapbook

Mein „Das bin ich!“ Lapbook

 

Wie werden Lapbooks im Unterricht eingesetzt?

Sie können Lapbooks sowohl zur Festigung und Ergebnissicherung eines Unterrichtsthemas als auch zur Erarbeitung neuer Themen einsetzen.

Für eine komplett selbstständige Erarbeitung sollten die Schüler aber schon etwas geübter im Umgang mit den Lapbooks sein. Dabei lernen die Schüler, Ergebnisse kompakt und übersichtlich zu dokumentieren und zu präsentieren.

Von den ersten Schritten zum Lapbook-Profi 🙂

Da die Arbeit mit den Klappbüchern für die Schüler eine ganz neue Erfahrung darstellt, ist es am besten, Schritt für Schritt vorzugehen.

  1. Zu Beginn können Sie den Schülern, z. B. an Stationen, die Inhalte für das Lapbook bereitstellen. So sind alle Informationen vorgegeben, die Schüler lernen aber bereits Infos aus Texten für das Klappbuch zu kürzen und sich nur das wichtigste herauszupicken. Bei den Innenteilen und Faltungen ist zunächst weniger mehr. Nach und nach können Sie das Spektrum erweitern.
    Für Erst- und Zweitklässler könnte das beim allerersten Lapbook schon etwas zu schwer sein. Ihnen können Sie die Infos und Bilder zunächst komplett und in komprimierter Form bereitstellen. Die Inhalte sind so zwar identisch, aber beim Ausschneiden, Anordnen und Gestalten können sich auch die Kleinen gut einbringen und lernen die Herangehensweise an die Lapbook-Arbeit kennen.
  2. Wenn das gut klappt, geben Sie beim nächsten Lapbook vielleicht nur noch die Unterpunkte vor. Neben bereitgestellten Arbeitsblättern dürfen die Schüler ihr Lehrbuch oder das Internet selbst nach Infos durchforsten.
  3. Für lapbook-erfahrene Schüler reicht dann schon eine kurze Einführung ins Hauptthema aus. Die Recherche liegt dann ganz in der Hand der Schüler. So können sehr individuelle Klappbücher entstehen.

Natürlich spielt auch das Alter der Schüler eine Rolle dabei, wie selbstständig sie arbeiten können. Schritt 3 ist für die meisten Grundschulkinder wahrscheinlich noch zu schwierig und kann dann an der weiterführenden Schule erfolgen.

Lapbooks

Lapbooks können zu fast jedem Unterrichtsthema angefertigt werden: Hier hat eine 4. Klasse Lapbooks zu „Erfindungen aus Baden-Württemberg“ gestaltet. Vom „Einwecken“ bis zum „Leitz-Ordner“ ist alles dabei 🙂

Genau wie bei den fachlichen Inhalten der Lapbooks benötigen die Schüler auch bei der Gestaltung zunächst Unterstützung. Eine gute Hilfe sind Vorlagen für die Elemente im Inneren und auch für die Faltung und den Verschluss. Beispiele finden Sie z. B. unter den oben genannten Links.

Vielleicht fertigen Sie auch selbst ein Klappbuch an, an dem sich Ihre Schüler orientieren können.

Warum sind Lapbooks bei Lehrkräften und Schülern so beliebt?

Einmal ausprobiert, sind fast alle Lehrerinnen und Lehrer sowie Schüler von Lapbooks begeistert. Den einzigen Nachteil stellt der nötige Zeitaufwand dar. Er ist abhängig vom Thema, dem Alter der Schüler und ihrer Erfahrung. Sind die Schüler geübter, gelingt auch das Gestalten eines Lapbooks zum einen schneller, und zum anderen kann die Ausarbeitung und Fertigstellung dann auch zuhause erfolgen.

Können Sie ein bisschen Zeit erübrigen, überwiegen die positiven Aspekte in jedem Fall:

  • Für verschiedene Klassenstufen geeignet:

    Schon Erstklässler können eigene Lapbooks erstellen. Sie brauchen nur etwas mehr Anleitung was den Inhalt und die Umsetzung angeht. Genauso haben auch noch Schüler der Mittelstufe Spaß an den Klappbüchern. Je geübter und reifer die Schüler sind, umso mehr Freiraum können Sie ihnen geben.

  • Motivierend:

    Für Schüler ist die Arbeit mit den Lapbooks aus verschieden Gründen motivierend: Sie stellen eine Abwechslung zu den bekannten Methoden dar, die Schüler können ihrer Kreativität freien Lauf lassen, dank der verschiedenen Arbeitsschritte, wie Recherchieren, Zeichnen, Basteln, ist für jeden etwas dabei und sie schaffen Arbeitsergebnisse, die auch optisch einiges hermachen und auf die sie stolz sind.

  • Auseinandersetzung mit dem Thema:

    Um ein Lapbook anzufertigen, müssen sich die Schüler intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Andernfalls ist es nicht möglich, die relevanten Informationen herauszufiltern und entsprechend zu präsentieren.

    Lapbooks

    Um ein gutes Lapbook zu gestalten, müssen sich die Schüler gut mit dem Thema auseinandersetzen, Quelle: Betzold

  • Differenzierung:

    Die Arbeit mit den Klappbüchern eignet sich gut, um Schüler entsprechend ihres Leistungsniveaus zu fördern. Dies kann z. B. durch zusätzliche Tipps zum Aufbau des Lapbooks und mehr vorgegebene Informationen zum Thema bzw. Zusatzaufgaben und ein größeres Maß an eigenständigem Arbeiten geschehen.

  • Für Themen aller Art geeignet:

    Egal, ob Deutsch, Sachunterricht, Musik, Religion oder Geschichte – Sie können mit den Lapbooks praktisch jedes Thema Ihres Fachs aufgreifen 🙂

    Lapbooks

    Lapbooks

  • Vielseitig:

    Lapbooks sind für verschiedene Sozialformen geeignet. Je nach Thema, Lernziel, Zeit und Erfahrung mit Lapbooks können Ihre Schüler die Minibücher in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit erstellen.

     

  • Alternative zu Arbeitsblättern mit großem Lerneffekt:

    Keine Frage, Arbeitsblätter sind eine prima Sache. Nur schadet ein bisschen Abwechslung der Motivation der Schüler selten 😉
    Dazu kommt, dass Schüler den Stoff, den sie sich mit einem Lapbook erarbeitet haben, so schnell nicht wieder vergessen! Durch das Suchen, Zusammenstellen, Abstrahieren und Gestalten, ist der Lerneffekt besonders groß.

  • Trainiert feinmotorische Fähigkeiten:

    Einkleben, (aus-)malen, schneiden, in unterschiedlichen Größen schreiben, falten … Da die Feinmotorik bei vielen Kindern nicht ausreichend ausgebildet ist, ist Training besonders wichtig. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie auch im Blog-Beitrag „Mit welchen Übungen trainieren Sie die Feinmotorik Ihrer Schüler?“.

Präsentation des Lapbooks

Den Abschluss der Arbeit an einem Lapbook stellt häufig die Präsentation der Ergebnisse dar. Weil die Schüler in der Regel ziemlich stolz auf das Resultat ihrer Arbeit sind, haben die Allermeisten an der Vorstellung Spaß.

Während sie das Lapbook präsentieren, wiederholen sie nochmals den Lernstoff und verinnerlichen ihn.

Noch mehr Spannung kommt ins Spiel, wenn die Schüler die Lapbooks ihrer Mitschüler präsentieren. So befassen sie sich nochmals mit den Inhalten, die ja in jedem Buch etwas anders und mit unterschiedlichen Schwerpunkten wiedergegeben werden. Und hier tritt noch der Überraschungseffekt hinzu: Was verbirgt sich wohl hinter den Klappen und in den Taschen?

Über Bettina Kroker

Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Vorschläge: blog@betzold.de.

Ein Kommentar

  1. Tut mir leid Sie korrigieren zu müssen, aber als 12. Klässler, dessen Deutschlehrer auf die glorreiche Idee gekommen ist, seine Schüler für eine mündliche Note ein Lapbooks zu einem beliebigen neuen Roman zu erstellen, fühle ich mich dazu verpflichtet Ihnen mitzuteilen, das Lapbooks bei Schülern alles andere als beliebt sind.
    Im Gegenteil, es gibt keinen in den Kurs, der nicht lieber stattdessen eine Ex oder ähnliches schreiben würde, da der enorme Zeitaufwand, das kreative Arbeiten so wie die unkonventionelle Form das Format „Lapbook“ bei den Schülern zutiefst verhasst werden lässt.
    Bitte glorifizieren Sie Lapbooks hier nicht so, „Spaß“ bietet ein solches Lapbook nur sehr begrenzt. Was den Lerneffekt Bzw. die Effizienz angeht, so wäre dieser um ein Vielfaches höher wenn die in das Lapbook investierte Zeit für tatsächliches, konventionelles lernen verwendet werden würde.

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