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Wie Sie Vorurteile gegen Lehrerinnen und Lehrer schlagfertig kontern

Antworten auf die häufigsten Lehrer-Klischees

Vorurteile gegen den Lehrerberuf scheint es wie Sand am Meer zu geben und die meisten Bekannten und Freunde meinen vermutlich, es sei lustig, sie immer mal wieder ins Gespräch einzubinden.

Meistens nervt es aber nur, wenn zum hundertsten Mal der Spruch „Typisch Lehrer“ fällt.

Wobei: Falls der Satz nach einem „Drei was – Hunde, Katzen, Eierkuchen?“ oder „Ob du aufs Klo kannst, weiß ich nicht – aber du darfst.“ fällt, ist ein bisschen Selbstkritik vielleicht angebracht ;-)

Noch schlimmer ist es, wenn man merkt, dass das Gegenüber es zumindest teilweise mit dem Spruch „Da hast du dir ja einen gut bezahlten Halbtagsjob ausgesucht!“
ernst meint, wenn man sich beispielsweise um 15 Uhr im Supermarkt trifft.

Dass man am Sonntag 30 Arbeiten korrigiert und am Vortag bis 11 Uhr mit der Planung für die Klassenfahrt beschäftigt war, weiß er ja leider nicht.

Ein großer Teil der Arbeit von Lehrkräften findet – ungesehen von Schülern und Eltern – nicht vor der Klasse statt.

Das Ärgerlichste daran ist, dass sie das Gefühl vermitteln, die eigene Arbeit werde von vielen gering geschätzt. Und dieses Gefühl kann ziemlich demotivierend wirken. Die wichtigste Regel ist deshalb: Nehmen Sie solche Äußerungen nicht zu ernst!

Das ist natürlich  leichter gesagt als getan, klappt aber besser, wenn Sie die Sprüche nicht defensiv über sich ergehen lassen, sondern kontern!

Da lange Erläuterungen immer ein bisschen wie eine Rechtfertigung klingen, die man eigentlich niemand schuldig, und ein verklemmtes Lächeln mit dem man versucht über den Äußerungen zu stehen bzw. sie zu ignorieren, eher unbefriedigend ist, wären also schlagfertige Antworten schön.
Leider fallen die den meisten immer erst 10 Minuten zu spät ein.

Wir versuchen hierfür Abhilfe zu schaffen :)

Schlagfertige Antworten auf die häufigsten Lehrer-Klischees

Eine schlagfertige Reaktion auf ein Lehrer-Klischee hat den Vorteil, dass der Spruch nicht unkommentiert im Raum stehen bleibt und ihm durch eine Rechtfertigung kein unnötiges Gewicht gegeben wird.

Denn Menschen, die pauschale Vorurteile äußern, haben selten Interesse an einer ernsthaften Diskussion des Themas. Besser reagiert man mit Humor, und zeigt damit, dass der Spruch so wenig Relevanz hat, dass man ihn gar nicht ernsthaft beantworten muss.

Das Praktische ist, dass Vorurteile gegen Lehrerinnen und Lehrer nicht sehr vielfältig sind. So ist es möglich, sich schlagfertige Konter zurechtzulegen.

Es geht in den allermeisten Fällen um diese Punkte:

  • die Annahme, Ferienzeit sei Freizeit
  • die Vorstellung, Lehrkräfte arbeiten nur, wenn sie unterrichten, also halbtags
    (ganz davon abgesehen, dass das Quatsch ist, scheint auch die stetig steigende Zahl von Ganztagsschulen daran wenig geändert zu haben)
  • der Eindruck, Abiturienten mit mäßigem Notenschnitt und keiner Idee, was sie werden möchten, studieren Lehramt
  • Lehrerinnen und Lehrer seien „faule Säcke“ (um einen ehemaligen Bundeskanzler zu zitieren)

Aus diesen „Basics“ werden dann verschiedene Klischee-Varianten kreiert.

Top 10: Vorurteile gegen Lehrer und Kontermöglichkeiten

Hier sind 10 der gängigsten Lehrer-Klischees und Vorschläge für Antworten:

  1. „Da hast du ja einen Halbtagsjob mit vollem Gehalt, gratuliere!“

    „Ja, ich gratuliere mir auch jedes Mal, bevor ich mich zu meinem täglichen Mittagsschläfchen hinlege …“

  2. „Ach, du bist Lehrer? Wie schön, dann hast du ja vormittags recht und nachmittags frei!“

    „Sehr witzig, aber leider falsch: Ich arbeite an einer Ganztagsschule und habe deshalb immer recht.“

  3. „Typisch Lehrer“

    „Zu einem anständigen Hauptsatz gehört mindestens ein Verb!“

  4. „Na, heute schon ein paar Noten ausgewürfelt?“

    „Ne, hab den Würfel verlegt und mir zum Runterkommen vom Stress mit dem Suchen ein, zwei Gläschen Wein gegönnt.“

  5. „Es heißt ja, faule Schüler werden Lehrer“ (zwinker zwinker)

    „Und trotzdem sind wir keine Kollegen …“ (zwinker zwinker)

  6. „Schon toll, man bereitet sein Arbeitsmaterial einmal vor und braucht es die nächsten 30 Jahre nur aus der Schublade zu ziehen.“

    „Ja, nur die Langeweile vom Nichtstun macht mir ab und an zu schaffen.“

  7. „Ich würde ja auch gerne mal sechs Wochen am Stück frei haben!“

    „Ja, voll gut: Immer zu besten Stauzeiten und Hochsaisonpreisen reisen!“

  8. „So, so Lehrer … Hast wohl nicht gewusst, was du studieren sollst?“

    „Doch, ich wollte den chilligsten Beruf der Welt und schwupps war ich Lehrerin!“

  9. „14 Wochen Urlaub, praktisch unkündbar und top Gehalt!“

    „Da sag ich nur: Augen auf bei der Berufswahl!“

  10. „Wie, du musst arbeiten? Es sind doch Ferien!“

    „Ach ja, stimmt, hatte ich ganz vergessen. Bei der vielen Freizeit verliert man leicht mal den Überblick.“

 

Über Bettina Kroker

Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Vorschläge: blog@betzold.de.

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