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Trensportarten

Trendsportarten im Schulsport

Crossboccia, Discgolf, Slackline – Wie vermittle ich Trendsport im Unterricht?

Gastbeitrag von Lukas Ebert

Trendsportarten erobern aktuell viele Bereiche der Welt und können durchaus auch von Lehrerinnen und Lehrern in den Sportunterricht miteinbezogen werden.

Warum? Ganz einfach:

  • Die aktuellen Entwicklungstendenzen der gesellschaftlichen Sport- und Bewegungskultur sollen in den Unterricht integriert werden.
  • Ebenfalls sind solche Trendsportarten für SuS sehr reizvoll, da sie die Abwechslung im Sportunterricht sehr schätzen und laut Wissenschaftlern ihre sportlichen Fähigkeiten ebenso gut trainieren wie in den traditionellen Sportarten.
  • Gleichermaßen können die SuS ihrer Kreativität freien Lauf lassen und können über den Sportunterricht hinaus gute und möglichst neuartige Lösungen für Probleme entwickeln.
  • Außerdem stärken Trendsportarten  den Fairness- und Kooperationsgedanken. Beim Trendsport ,,Streetball“ wird beispielsweise ohne Schiedsrichter gespielt.

Doch wie werden Trendsportarten überhaupt definiert?

Laut Küßner (2002) sollen Trendsportarten als diejenigen Formen des Sporttreibens bezeichnet werden, die im Verlauf der gegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungen entstanden sind und den aktuellen Bedürfnissen der Individuen entsprechen. Daher gesehen sollte der Trendsport auch mit in den Sportunterricht integriert werden.

Selbst Fußball war einmal eine Trendsportart und entwickelte sich von Jahr zu Jahr weiter. Es stellt eine Chance sowohl für die Lehrerinnen und Lehrer als auch für SuS dar und dient einem zeitgemäßen Unterricht.

Folgende Chancen gibt es für die Einbeziehung des Trendsports in der Schule:

  1. austesten neuer Sportarten/Trendsportarten im Schulsport
  2. Trendsportarten können altersgemäß angewendet werden
  3. Trendsport heißt nicht Contra traditioneller Sport, sondern Kombination traditioneller Sportarten + Erweiterung (Boccia → Crossboccia)
  4. kann auf Bedürfnisse aller SuS eingehen

Vermittlung von Trendsport

  1. verschiedene Perspektiven berücksichtigen
  2. Freiräume für Mitgestaltung und Selbstorganisation  geben
  3. Veränderbarkeit des (Trend)Sports bewusst machen
  4. ganzheitlich und mit stetem Anwendungsbezug vermitteln, „Fehler“ zulassen
  5. selbstgesteuertes Lernen berücksichtigen, Schüler als Experten einsetzen
  6. „Habitus“ und Rituale bewusst machen
  7. stilistische Aspekte in die Bewertung einbeziehen
  8. Bewegungsräume in der Umgebung erkunden und zugänglich machen
  9. Trendsport-Events sachgerecht inszenieren
  10. Trendsport reflektieren

Der Trendsportlehrer:

… ist offen für Neues und Unbekanntes
… ist mehr Organisator und Koordinator, der die Rahmenbedingungen festlegt und arrangiert
… ist mehr Betreuer und Berater, der die Schüler bei der selbsttätigen Auseinandersetzung mit der Sache begleitet
… ist mehr Beobachter, der nicht vorschnell in Lernprozesse eingreift
… ist mehr Sozialarbeiter, der die Schüler mit verschiedenen Rollenanforderungen konfrontiert
… ist mehr Moderator, der die kognitive Ebene belebt und die Schüler zum Reflektieren auffordert und anleitet
… scheut sich nicht, fremde Hilfe (Experten, Sponsoren) in Anspruch zu nehmen
… initiiert Projekte und sucht nach fachübergreifenden Anschlussmöglichkeiten
… behält als Zielperspektive insbesondere auch die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zur Teilhabe am informellen außerschulischen Sport im Blick
… setzt sich als Anwalt der Schüler für die Öffnung der Schule, die Zugänglichkeit von Räumen und die Bereitstellung von Materialien ein.

[nach Laßleben, A. (2009). Trendsport im Schulsport. Hamburg: Czwalina]

WelcheTrendsportarten sind für die Schule geeignet?

Hacky Sack

Hacky SackHacky Sack ist ein Trendsport, bei dem ein kleines mit Reis oder Sand gefülltes Stoffsäckchen allein oder im Team mit Beinen und Füßen gespielt wird.

Hacky Sacks können Sie auch ganz einfach selbst machen: Auf der Seite „Helles Köpfchen.de“ finden Sie eine Anleitung für gehäkelte Footbags.

 

Wie wird es gespielt?
Anregungen für den Unterricht und „Tipps für Kicks“ bietet das „Teachers Manual“ von planetfootbag.de.

SpikeBall

Spikeball ist ein dynamisches Ballspiel, bei dem ein kleiner ,,Gummiball“ auf eine Art Trampolin geschlagen werden muss.

Wie wird es gespielt?

Discgolf

Discgolf ist eine Kombination aus Golf und Frisbee. Dabei wird versucht, von einem festgelegten Abwurfpunkt (Tee) mit möglichst wenigen Würfen einen Frisbee-Korb zu treffen

Wie wird es gespielt?

Infos zu Discgolf finden Sie ineinem Artikel von Peter Reich, der über das Regierungspräsidiums Karlsruhe als PDF zur Verfügung steht.

DiscgolfIm Betzold Online-Shop können Sie Discgolf-Zubehör bestellen:

Discgolf-Scheiben

Discgolf-Tore

 

Kubb

Kubb ist ein taktisches Gesellschschaftspiel, bei dem zwei Teams mithilfe von Holzklötzen für ihren „König“ kämpfen.

Wie wird es gespielt?


Flag Football

Flag Football ist eine Abwandlung von dem amerikanischen Sport American Football. Wesentlicher Unterschied dabei ist, dass die Verteidigung den ballführenden Angreifer stoppt, indem sie ihm ein Fähnchen (Flag) aus dem Gürtel zieht.

Wie wird es gespielt?

Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) bietet auf seiner Homepage Materialien zum Unterrichtsverlauf von Flag Football im Sportunterricht an.

Und so kann das dann aussehen 🙂

Slackline

Slacken ist eine Trendsportart ähnlich dem Seiltanzen, bei der man auf einem Schlauchband oder Gurtband balanciert, das zwischen zwei Befestigungspunkten gespannt ist.

TrendsportartenEine Auswahl an Slacklines und Zubehör finden Sie im Betzold Online-Shop:

Zu den Slacklines im Betzold Online-Shop

 

 

Wie wird es gespielt?

Das online als PDF verfügbare Handbuch „Slacklinen im Sportunterricht“ von S. Volery und T. Rodenkirch bietet viele Tipps für den Slackline-Einsatz im Sportunterricht der Sekundarstufe.

Trendsportart  Crossboccia

Crossboccia ist ein durch Erweiterung der Sportart Boccia entstandener Trendsport. Dieser Trendsport spricht alle Altersgruppen an, ist integrativ, dynamisch und fordert die Kreativität der SuS. Im Grunde werden die Spielregeln des Boccias beibehalten, mit Einschränkung des Spielortes. Das Spiel kann in der Halle, auf dem Pausenhof, in den Klassenräumen, aber auch im Schwimmbad gespielt werden. Dabei werden spezielle Bälle verwendet, die weich und gleichzeitig leicht sind.

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Die Spielregeln:

  • Alle Spieler erhalten jeweils drei gleiche Spielbälle.
  • Der Marker wird von einem Spieler zu einem beliebigen Punkt geworfen (bestimmtes Spielfeld ist nicht vorgesehen).
  • Spieler versuchen nacheinander so nah wie möglich an den Marker zu werfen.
  • Der Spieler, dessen Spielball am weitesten vom Marker entfernt liegt, wirft nun seinen zweiten Spielball usw.
  • Jeder Spielball, der näher zum Marker liegt als einer der gegnerischen Bälle, zählt einen Punkt.
  • Sollten mehrere Spielbälle verschiedener Spieler in gleicher Entfernung zum Marker liegen oder diesen berühren, wird jeder Ball gewertet.
  • Liegt ein Spielball auf einem gegnerischen Ball mindestens zur Hälfte auf, so ist dies ein „Kill“ und der gegnerische Ball wird nicht gewertet.
  • Es wird in Sätzen gespielt, bis ein Spieler 13 Punkte und 2 Sätze für sich entschieden hat.

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Crossboccia-Bälle finden Sie in unserem Online-Shop:

Zu den Crossboccia-Bällen im Betzold Online-Shop

 

Was gilt es für Lehrer zu beachten, die Crossboccia unterrichten?

  1. Kurz erklären, was das Ziel des Spiels ist und SuS aufteilen.
  2. Danach Schüler kreativ werden lassen, d. h.: -> sollen selbst Regeln gestalten: Wann gibt es einen Punkt? Der Ball muss vor dem Bodenkontakt die Tür berühren …
  3. Beratend zur Seite stehen.
  4. Auf Sicherheit achten!
  5. Offen sein für alles!

Das Spiel Crossboccia kann auf vielfältige Art und Weise umgesetzt werden. Hierfür ist es wichtig, dass der Lehrer keine strikten Regeln vorgibt, sodass die Schüler sowohl dynamisch als auch kreativ spielen können. Dieses Spiel ist für jede Altersgruppe geeignet und wird den SuS sehr viel Spaß bereiten.

Deshalb: einfach mal machen und ausprobieren!

Gastautor Lukas Ebert

Lukas Ebert studiert Sport und Deutsch mit dem Ziel, Realschullehrer zu werden.

 

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