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Schulgottesdienste planen

Schulgottesdienst planen

So klappt die Planung des Schulgottesdienstes

Schulgottesdienste vor oder nach kirchlichen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern, zur Einschulung oder am Schuljahresende sind an vielen Schulen Teil der Schullebens. Sie sollen den Religionsunterricht ergänzen und auch Formen religiöser Praxis vermitteln. In der Regel handelt es sich dabei um ökumenische Gottesdienste.

Schulgottesdienste sind außerunterrichtliche schulische Veranstaltungen. Die Schule ist in der Regel für die Organisation zuständig, während die inhaltliche Ausführung bei den Religionslehrerinnen und -lehrern sowie den kirchlichen Stellen liegt.

Wenn Sie als Lehrerin bzw. Lehrer, vermutlich mitunter im Fach Religion, angesprochen werden, ob Sie nicht die Organisation des nächsten Schulgottesdienstes übernehmen würden, gilt es, sich mit allen Beteiligten gut abzustimmen und rechtzeitig Vorbereitungen zu treffen.

Um alle Beteiligten mit ins Boot zu holen, sich abzustimmen und die Inhalte zu planen, sollten Sie etwa 3 Monate einplanen. Je nachdem wie eingespielt das Team ist, geht es vielleicht auch schneller 🙂

Rechtliche Grundlagen

  • Aufsichtspflicht:

    Als schulische Veranstaltung liegt die Aufsichtspflicht bei Schulgottesdiensten auf Seiten der Schule bzw. der Lehrkräfte. Es muss gewährleistet sein, dass die Schüler am Veranstaltungsort und auch auf dem Weg dorthin beaufsichtigt werden. Viele wichtige Hinweise zum Thema Aufsichtspflicht haben wir im Blog-Beitrag „Aufsichtspflicht an Schulen“ zusammengefasst.

  • Freiwilligkeit:

    Die Teilnahme am Schulgottesdienst ist freiwillig. Für Schüler, die nicht teilnehmen, muss ebenfalls eine Aufsicht bereitgestellt werden.

Auf der anderen Seite ist jeder, der teilnehmen möchte, willkommen, Angehörige anderer Religionen genauso wie nichtreligiöse Schüler.

Die im Folgenden aufgeführten Punkte haben wir für Sie auch als Checkliste zum Ausdrucken und Abhaken zusammengestellt:

Checkliste: Schulgottesdienst

 

Schulgottesdienst organisieren

  • Anlass des Schulgottesdienstes

    Mal abgesehen von Schulgottesdiensten in Konfessionsschulen, die regelmäßig, oft einmal pro Woche, stattfinden, gibt es in der Regel einen konkreten Anlass für den Gottesdienst. Wie oben erwähnt, sind es meist kirchliche Feiertage oder Anlässe, die für die Schüler eine wichtige Rolle spielen (Einschulung, Abschluss, Ende des Schuljahres). Auch im Fall von außergewöhnlichen Anlässen, wie Schuljubiläen oder traumatischen Ereignissen wie dem Tod eines Schülers oder Gewalttaten an der Schule, kann ein Gottesdienst abgehalten werden.

  • Ansprechpartner kontaktieren

    Wer sind Ihre wichtigsten Ansprechpartner für die Planung des Schulgottesdienstes? Auf Seiten der Schule sollten Sie die Schulleitung sowie die Lehrkräfte im Fach Religion miteinbeziehen. Genauso können Sie mit den Ansprechpartnern der evangelischen und katholischen Kirche Kontakt aufnehmen. Da es sich beim Schulgottesdienst um einen Wortgottesdienst ohne Eucharistiefeier handelt, kann er auch von Religionslehrerinnen und -lehrern, ohne Beteiligung eines Pfarrers, durchgeführt werden.

  • Feiern mehrere Schulen gemeinsam den Schulgottesdienst?

    Sind mehrere Schulen im Bereich einer Pfarrkirche gelegen, kann es sich anbieten, den Schulgottesdienst gemeinsam zu feiern, wenn die Kirche die Kapazität bietet alle Schüler aufzunehmen. So oder so sind Absprachen zwischen den Schulen nötig, um einen Termin festzulegen.

  • Festlegung des Termins

    Tag und Uhrzeit können in Absprache mit der Schulleitung und den kirchlichen Stellen festgelegt werden. Häufig wird die erste Schulstunde des ersten bzw. letzten Tags vor den entsprechenden Ferien gewählt.

  • Festlegung des Orts

    Der Schulgottesdienst findet üblicherweise in der Pfarrkirche oder der Aula des Schulgebäudes bzw. in der Turnhalle statt. Wenn der Gottesdienst in der Kirche gefeiert wird, sollte der Mesner informiert werden, findet er in der Schule statt, der Hausmeister.

  • Anfrage an Musiklehrer und Organist

    Fragen Sie bei den Musiklehrern an, ob der Schulchor, die Schülerband und das Schulorchester mitwirken möchten. Je mehr beteiligt sind, desto besser.
    Findet der Schulgottesdienst in der Kirche statt, müssen Sie evtl. auch anfragen, ob der Organist zur Verfügung steht.

  • Information der Schüler und Eltern

    Bitten Sie die Klassenlehrerinnen und -lehrer, ihre Schüler über den Gottesdienst zu informieren und ggf. den Eltern während eines Elternabends oder per Elternbrief Bescheid zu geben.

  • Aufsicht organisieren

    Für die Schüler, die am Gottesdienst teilnehmen und auch für diejenigen, die dies nicht möchten, muss eine Aufsicht bereitgestellt werden.

Ablauf des Schulgottesdienstes planen

  • Themenfindung

    Der Anlass des Gottesdienstes gibt meist auch das Hauptthema vor, wie z. B. Feste des Kirchen- und Schuljahres oder der Beginn bzw. das Ende eines Abschnitts im Leben der Schüler. Inhaltlich, vielleicht auch in den Formulierungen und einzelnen Gottesdienstelementen unterscheidet sich der Schulgottesdienst etwas vom „klassischen“ Gottesdienst. Der Schulgottesdienst ist für die Schüler gedacht: Einstiege mit Aspekten aus der Lebenswelt der Schüler sowie eine verständliche Aufbereitung helfen dabei, dass die Schüler durch den Gottesdienst auch erreicht werden.

  • Abfolge der einzelnen Elemente festlegen:

    Ein möglicher Ablauf des Schulgottesdienstes könnte beispielsweise folgendermaßen aussehen:
    • Eingangslied
    • Begrüßung (Schulleitung, Lehrkräfte, Liturg)
    • liturgische Eröffnung
    • Lied
    • Gebet
    • Lesung
    • Predigt/Ansprache
    • Fürbitten
    • Lied
    • Vater unser
    • Segen
    • Schlusslied

    Anregungen, Impulse und Tipps zur Planung eines Schulgottesdienstes finden Sie auf der Seite rpi-virtuell, einer überkonfessionellen Plattform für Religionspädagogik und Religionsunterricht.
  • Einbeziehung der Schüler

    Schüler können z. B. bei der Planung des Gottesdienstes miteinbezogen werden. Ein Auftritt des Schulchors, die Begleitung der Lieder durch die Schülerband oder Musikklassen ist immer eine Bereicherung. Einzelne Schüler können die Lesung der Fürbitten übernehmen.

  • Auswahl von Liedern, Gebeten, Fürbitten …

    Bei der Auswahl von einzelnen Elementen, wie Liedern und Fürbitten, können Sie und Ihre Schüler den Liturg mit Ideen unterstützen.

Über Bettina Kroker

Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Vorschläge: blog@betzold.de.

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