Erkärender Lehrer
Elternarbeit
Aktualisiert: 17.08.2021

Erreichbarkeit von Lehrerinnen und Lehrern

Eine funktionierende Kommunikation zwischen Lehrkräften und Eltern ist entscheidend für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, aber wie viel Erreichbarkeit ist angemessen? Wir zeigen, welche Wege sich für Elterngespräche anbieten, wie Sie Ihre Erreichbarkeit klar regeln können und welche Tipps helfen, Nachrichten sinnvoll zu steuern – ohne dass Sie Ihre Freizeit opfern müssen.
Bettina Kroker
Bettina Kroker
Online-Redakteurin
© AntonioDiaz / Fotolia.com  

Diese Kommunikationswege bieten sich an:

    • Sprechstunde:

      Überlegen Sie sich, welche zwei bis drei Termine pro Woche Sie Eltern für persönliche Gespräche anbieten können. Am besten ist eine breite Verteilung der Sprechzeiten (vormittags, nachmittags und nach 17 Uhr für vollzeitbeschäftigte Eltern). Ideal sind hierfür Freistunden geeignet, wenn Sie ohnehin in der Schule sind. 

      Damit Sie v.a. abends nicht umsonst warten, können Sie die Sprechstunde auch nach Anmeldung anbieten. 
    • Sekretariat:

      Jede Schule verfügt über ein Sekretariat, das in der Regel während der Unterrichtszeit oder zumindest stundenweise vormittags besetzt ist. Alle die ungern persönliche Daten herausgeben, können Nachrichten hier entgegennehmen lassen, um dann zurückzurufen.
      Erreichbarkeit von Lehrern
    • Telefon/Anrufbeantworter:

      Die Nennung einer Telefonnummer ist für die Schülereltern die unkomplizierteste Variante.

      Wer nun nicht Gefahr laufen möchte, zu ungünstigen Zeiten angerufen zu werden, sollte sich eine extra Dienstnummer zulegen: Für das Festnetz klappt das mit einem ISDN-Anschluss. Sie können dann am Telefon einen speziellen Klingelton für die Schulnummer wählen oder die Nummer zu bestimmten Zeiten stumm schalten. Am sinnvollsten ist die Kombination mit einem Anrufbeantworter, so entgeht Ihnen keine wichtige Nachricht und die Eltern können ihr Anliegen sofort weitergeben.

      Sollten Sie keinen Anrufbeantworter haben, können Sie auch einen Online-Anrufbeantworter einrichten. Es ist möglich sich eine Nummer zuteilen zu lassen, die nur für den Anrufbeantworter gilt. 
    • Mobiltelefon:

      Beim Handy bzw. Smartphone ist eine extra Nummer nicht so leicht zu realisieren. Hier helfen spezielle Dual-SIM-Handys. In diese können zwei SIM-Karten mit verschiedenen Rufnummern eingelegt werden. Die Schulnummer kann dann separat von der privaten Nummer ausgeschaltet werden.

      Manche Lehrerinnen und Lehrer nutzen ausrangierte Smartphones mit einer Prepaid-Karte

      Häufig wird auch die App Satellite empfohlen. Hier können Sie mit monatlich 100 Freiminuten telefonieren und einstellen, wann Sie erreichbar sein möchten und wann der integrierte Anrufbeantworter übernehmen soll.
    • E-Mail:

      Mit einer seriösen, bestenfalls natürlich einer dienstlichen Mail-Adresse (also weniger knutschkugel@sonstwas.de ) ist die Angabe der E-Maildaten als Kontaktmöglichkeit für Sie eine unkomplizierte und selbstbestimmte Variante. Sie können Sich in Ruhe Gedanken über das Anliegen machen und sich zu einem passenden Zeitpunkt zurückmelden: Kurze Fragen per Mail, tiefgehende Gespräche besser in einem persönlichen Gespräch.
    • Schul-Apps:

    • Viele Schulen verwenden inzwischen Schul-Apps wie Schoolfox oder schul.cloud über die auch die Kommunikation mit Eltern organisiert werden kann. Die Eltern können Nachrichten schreiben oder auch anrufen.
    • Schülerpost:

      Manche Nachricht wird auch über die „Schülerpost“ ausgeliefert – Lehrerinnen und Lehrer nutzen die Schüler ohnehin gern, um Benachrichtigungen über Ausflüge, Einkaufslisten oder Elternabendankündigungen an die Eltern weitergeben zu lassen. Die Zuverlässigkeit der Zustellung ist individuell unterschiedlich ;-)
*Angebote gültig bis 21.06.2026. Nur solange der Vorrat reicht.

Tipps für die Erreichbarkeit für Elterngespräche

    • Wie handhaben es die Kolleginnen und Kollegen:

      Kommen Sie neu an eine Schule, können Sie sich erstmal im Kollegium umhören, wie die anderen den Kontakt zu den Eltern ermöglichen und welche Erfahrungen sie gemacht haben. Ob Sie sich dem anschließen, ist üblicherweise Ihnen überlassen, aber einheitliche Regelungen sind von großem Vorteil für eine transparente Komminikation.
    • Rückmeldungen:

      Egal, welchen Kommunikationsweg Sie bevorzugen, Sie sollten die eventuell aufgelaufenen Nachrichten mindestens einmal pro Schultag abrufen und sich je nach Dringlichkeit gleich oder im Lauf des folgenden Tages zurückmelden. Schieben Sie es zu lange auf, reagieren die Eltern zu Recht genervt und ärgerlich, was eine ziemlich schlechte Voraussetzung für eine gelungene Kommunikation ist.
    • Klare Ansagen:

      Haben Sie vor, Ihre Nummer an die Eltern weiterzugeben oder das schon getan und es klingelt nun ständig, helfen klare Ansagen am nächsten Elternabend. Vielen Eltern ist gar nicht bewusst, dass die Anrufe zu jeder erdenklichen Zeit und wegen jedem „Notfall“/„Schnullikram“ (Ansichtssache) stören könnten – der Fokus unterscheidet sich eben stark.

      Sagen Sie deshalb deutlich, wann Sie gerne angerufen werden können und wann nicht; was Sie unter einem dringenden Fall (z.B. Mobbing) verstehen und was nicht (z.B. Hausaufgaben).

      Machen Sie vielleicht noch ein etwas übertriebenes Beispiel, das ermöglicht jedem, etwas erheitert den Kopf zu schütteln und sich zu denken, „das würde ich ja nie tun“. Ein Beispiel dafür auf lehrerforen.de (gepostet von alias am 16. September 2006): „Eine Kollegin wurde nachts um vier angerufen – ein Vater fand das sinnig, weil er sich über eine „ungerechte Vier“ beschweren wollte …“
    • Welcher Typ sind Sie:

      Bereiten Sie sich gerne auf Gespräche vor, sollten Sie Anfragen eher über das Sekretariat oder E-Mail laufen lassen. Dasselbe gilt, wenn Sie berufliche Anrufe nicht zu jeder Zeit entgegennehmen möchten.

      Stört Sie das nicht und Sie klären Dinge gern sofort, spricht auch nichts gegen die Bekanntgabe der Festnetz- oder Handynummer.
    • Sensible Schülerdaten:

      Informationen zu den Leistungen und persönliche Auskünfte zu den Schülern dürfen Sie nur an die Erziehungsberechtigten geben. Sind Sie sich nicht sicher, von wem Sie eine Nachricht bekommen haben, besser im Sekretariat nachfragen, damit die Schülerakte zu Rat gezogen werden kann. WhatsApp, Facebook und ähnliche Dienste sollten aus Datenschutzgründen zu diesem Zweck nicht genutzt werden!
    • Erreichbarkeit bekanntgeben:

      Manche Schulen stellen Lehrerlisten mit Kontaktdaten auf der Schulhomepage online. Da die Daten hier wirklich für jeden sichtbar sind, sollten Sie sich überlegen, ob Sie auch private Kontaktdaten an dieser Stelle öffentlich machen möchten.

      Wirklich wichtig sind Ihre Daten aber in erster Linie für die Eltern der Schüler, die Sie unterrichten und besonders, wenn Sie Klassenlehrerin sind. Sie können die Eltern z.B. an einem Elternabend oder durch einen Elternbrief informieren, den die Kinder zuhause abgeben können (evtl. integriert in die Ankündigung zum ersten Elternabend im Schuljahr).
    • Guter Informationsfluss:

      Je besser Sie über Elternbriefe, Elternsprechtage und Elternabende kommunizieren, umso weniger Fragen müssen Sie extra klären.
    • Auszeiten nehmen:

      Sie sind Lehrerin bzw. Lehrer und anders als z.B. im Fall von Krankenhäusern oder Apotheken ist es eher unwahrscheinlich, dass Ihre Erreichbarkeit lebenswichtig ist. Am Wochenende oder auch abends dürfen Sie das Telefon also ohne schlechtes Gewissen auch mal klingeln lassen – oder Sie instruieren Partner, Freunde oder Kinder, sich im Hintergrund lautstark über die Störung zu ungelegener Zeit zu beschweren. Das hilft meist wunderbar ;-)
Quereinsteiger: Lehrerin/Lehrer werden – Infos und Anforderungen für den Wechsel in den Lehrerberuf
Fortbildung
Lehrerin arbeitet mit Schülergruppe
Bettina Kroker | 18.11.2025
Quereinsteiger: Lehrerin/Lehrer werden – Infos und Anforderungen für den Wechsel in den Lehrerberuf
Sie möchten Lehrerin oder Lehrer werden, haben aber kein klassisches Lehramtsstudium? In vielen Bundesländern werden Quereinsteiger und Seiteneinsteiger nach wie vor dringend gesucht – besonders in Mangelfächern und an beruflichen sowie Förderschulen. Hier erfahren Sie, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, welche Wege und Qualifizierungsmodelle es gibt.
Weiterlesen
Lebenslanges Lernen in der Schule mit LEGO® Education: Selbstgesteuert, spielerisch und praxisnah
Digitale Bildung
Fortbildung
Lehrer arbeitet mit LEGOEducation
Lynn Brincks | 05.08.2025
Lebenslanges Lernen in der Schule mit LEGO® Education: Selbstgesteuert, spielerisch und praxisnah
Lebenslanges Lernen beginnt schon in der Schule! Neue Technologien, pädagogische Konzepte und digitale Tools verändern den Unterricht laufend. Wer da am Ball bleiben will, Schülerinnen und Schüler wie Lehrkräfte, muss bereit sein, immer wieder Neues zu lernen. Es gibt viele flexible und praxisnahe Angebote, zum Beispiel mit LEGO® Education oder das Betzold DIGIBIZ.
Weiterlesen
didacta 2026: Auf geht’s nach Köln!
Fortbildung
Fachunterricht: Deutsch
Didacta-Fahnen
Bettina Kroker | 14.01.2025
didacta 2026: Auf geht’s nach Köln!
2026 findet in Köln die größte Fachmesse für Bildung der Welt statt: die didacta. Vom 10.03. bis zum 14.03.2025 können Sie sich in den Messehallen wieder über die neuesten Bildungstrends und Lehrmittel informieren. Wer Lehrerin bzw. Lehrer ist und halbwegs in der Nähe wohnt, sollte sich das nicht entgehen lassen! Hier ein paar Tipps für den didacta-Besuch.
Weiterlesen
Das könnte Sie auch interessieren
Top 10: Sätze, die bei der Wahl der Elternvertretung häufig fallen
Elternabend
Kurioses
Elternarbeit
Lehrerin bei Elternabend
Bettina Kroker | 20.08.2024
Top 10: Sätze, die bei der Wahl der Elternvertretung häufig fallen
Die Wahl der Elternvertretung sorgt bei Eltern und Lehrkräften regelmäßig für Spannung – und manchmal für kreative Überredungskünste. Welche Sätze fallen bei der Wahl der Elternvertretung häufig? Und gibt es Taktiken für Lehrerinnen und Lehrer, die einer solchen Wahl schon zum Erfolg verholfen haben? Und welche Aufgaben und Vorteile hat das Amt der Elternvertretung eigentlich?
Weiterlesen
Elterngespräche führen
Lehrer-Knigge
Elternarbeit
Eltern im Beratungsgespräch
Bettina Kroker | 09.01.2024
Elterngespräche führen
Ein Elterngespräch ist ein wichtiges Mittel um Informationen auszutauschen und bei Bedarf Probleme anzusprechen. Doch Elterngespräche sind nicht immer einfach. Unsere 10 Tipps helfen Ihnen konstruktiv und vorbereitet in Elterngespräche zu gehen und diese erfolgreich zu führen. Alles Tipps finden Sie hier auch als Checkliste zum Download.
Weiterlesen
Must-haves für den Elternsprechtag
Elternabend
Elternarbeit
Lehrerin im Gespräch mit Eltern
Bettina Kroker | 11.10.2022
Must-haves für den Elternsprechtag
Elternsprechtage können für Lehrkräfte anstrengend sein: Viele kurze Gespräche, unterschiedliche Erwartungen und ständige Konzentration fordern Stimme, Nerven und Organisationstalent. Wir stellen die 10 Must-haves vor, die Ihnen helfen, den Elternsprechtag souverän zu meistern – von der richtigen Vorbereitung über Nervennahrung bis zur wohlverdienten Belohnung danach.
Weiterlesen
10 Sätze, die Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr hören können
Elternarbeit
Top Listen
Leicht genervte Lehrerin
Bettina Kroker | 15.08.2022
10 Sätze, die Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr hören können
Der Austausch mit den Eltern der Schülerinnen und Schüler ist ein wichtiger Teil des Lehrerberufs und unterstützt ungemein, wenn er produktiv und konstruktiv abläuft. Fällt einer der folgenden Sätze, kann dieser Teil des Lehrerdaseins aber auch ziemlich an den Nerven zehren :D
Weiterlesen
Eltern-Lehrer Kommunikation(sprobleme)
Elternarbeit
Mutter spricht mit Lehrerin
Sandy | 19.11.2020
Eltern-Lehrer Kommunikation(sprobleme)
Eltern-Lehrer-Kommunikation kann knifflig sein – Missverständnisse, Schuldzuweisungen und unterschiedliche Erwartungen sorgen oft für Konflikte. In ihrem Beitrag beleuchtet Sandy, warum Transparenz, offene Gespräche und gegenseitiges Vertrauen der Schlüssel zu einer besseren Zusammenarbeit sind – und wie Eltern und Lehrkräfte Missverständnisse vermeiden können.
Weiterlesen
Wie Sie einen Elternabend planen und durchführen
Elternabend
Zeitmanagement
Elternarbeit
Lächelnde Lehrerin
Bettina Kroker | 15.09.2020
Wie Sie einen Elternabend planen und durchführen
Der erste Elternabend des Schuljahres ist Ihre Visitenkarte – und die richtige Planung entscheidet über einen reibungslosen Ablauf. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie den Abend vorbereiten, strukturieren und erfolgreich durchführen, welche Dos and Don’ts es gibt und wie Sie die Zusammenarbeit mit den Eltern von Anfang an positiv gestalten. Inklusive Checkliste als Download.
Weiterlesen
Elternbriefe in mehreren Sprachen oder in einfacher Sprache verfassen
Elternarbeit
Elternabend
Brief
Bettina Kroker | 19.05.2020
Elternbriefe in mehreren Sprachen oder in einfacher Sprache verfassen
Eine gelungene Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern ist ein entscheidender Faktor für erfolgreiches Lehren und Lernen. Problematisch wird es jedoch, wenn eine gemeinsame Sprache zur Verständigung fehlt. In diesem Beitrag möchten wir Möglichkeiten für die Kommunikation mit Eltern aufzeigen, die über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verfügen.
Weiterlesen

Wer schreibt hier?

Bettina Kroker
Online-Redakteurin
Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Anregungen: