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Wahl der Elternvertreter

Top 10: Sätze, die bei der Wahl der Elternvertretung häufig fallen

Die kleinen Notlügen bei der Wahl des Elternvertreters

Kurz nach Beginn des Schuljahrs steht auch bald schon der erste Elternabend bzw. die Klassenpflegschaftsversammlung vor der Tür. Auf fast jeder Tagesordnung findet sich dann der Punkt „Wahl der Elternvertreter“.

Er erfreut sich weder bei der überwiegenden Mehrheit der Eltern noch bei den Lehrkräften großer Beliebtheit. Die einen haben Angst, dass es sie in diesem Jahr treffen könnte, die anderen wissen, dass eine zähe Verhandlung droht.

Vielleicht kommt Ihnen einer oder mehrere der folgenden Sätze bekannt vor 😉

Ist der Abend der Elternvertreterwahl gekommen und es möchte sich leider auch trotz guter Argumente* niemand freiwillig zur Wahl stellen (und Freiwilligkeit ist neben der demokratischen Wahl „ärgerlicherweise“ eine der Grundvoraussetzungen), fühlt sich so manche Lehrerin und mancher Lehrer dazu gezwungen, in die Trickkiste zu greifen …

Die folgenden Sätze und taktischen Manöver sollen schon häufiger in Klassenzimmern an Elternabenden zum Einsatz gekommen sein …

  1. „So viel Arbeit ist das gar nicht.“**
    Wie viel Arbeit es ist, hängt auch von den anderen Eltern ab. Neigen diese dazu, wegen jeder Kleinigkeit den Elternsprecher als Mittler zwischen sich und den Lehrkräften einzusetzen, kann es anstrengend werden.
  2. „Es ist doch nur für ein Schuljahr.“
    In der Realität gilt: Wer einmal gewählt ist, bleibt es für die restliche schulische Laufbahn des eigenen Kindes und oft auch die der Geschwister.
  3. Sobald ein Elternteil auch nur leicht mit dem Arm zuckt: „Ah, Herr Ludwig, Sie möchten sich zur Wahl stellen. Das freut mich sehr!“
    In der Regel wird der soziale Druck durch heftiges Klatschen aus den Reihen der anderen Eltern erhöht.
  4. Falls niemand zuckt: „Frau Haller, ich sehe, Sie schauen sehr interessiert. Denken Sie darüber nach, das Amt zu übernehmen?“
    Natürlich ebenfalls gefolgt von großem Zuspruch der restlichen Erziehungsberechtigten.
  5. Auch beliebt ist die Taktik „Ins Amt loben“: „Möchten Sie sich nicht zur Wahl stellen? Sie wären genau die/der Richtige dafür!“
  6. Am besten funktioniert sie bei den letzten Amtsinhabern: „Herr Maier, Sie haben das im vergangen Jahr so gut gemacht! Alle fänden es toll, wenn Sie wieder Klassenvertreter würden!“ Im Publikum: Feierstimmung.
  7. Oder Sie machen nichts, bis die Stille so unerträglich wird, dass aus den Reihen irgendwann das erlösende „Okay, wenn wirklich gar niemand dazu bereit ist, die Aufgabe zu übernehmen …“ kommt.
  8. Ähnlich perfide ist der Satz: „Wenn sich keiner meldet, können wir nicht weitermachen.“
  9. Andere setzen auf Angebote: „Wäre denn jemand bereit, sich zur Wahl zu stellen, wenn ich die Einladung und die Leitung der Elternabende übernehmen würde?“
  10. Letzter Strohhalm: Schnapspralinen bereitstellen 😉

Obwohl wir die Wahl der Elternvertretung hier mit einem Augenzwinkern betrachten, ist es im Grunde schade, dass so wenige Erziehungsberechtigte bereit sind, dieses Amt zu übernehmen. Findet sich tatsächlich niemand, der es antreten möchte, fehlt aus den Reihen der Eltern jemand, der ihre Position vertritt und sich für ihre Belange einsetzt.

*Gute Argumente, die für die Übernahme des Amts sprechen

Als Elternvertreter erhalten Erziehungsberechtigte die Möglichkeit,

  • Einblick in den Schulbetrieb zu nehmen.
  • das schulische Leben mitzugestalten.
  • in engem, konstruktivem Austausch mit den Lehrkräften zu stehen.
  • die Interessen der Elternschaft und der Schüler gegenüber der Schule zu vertreten.
  • ihre Anliegen in der Schulkonferenz vorzutragen.

** Welche Aufgaben kommen auf die Elternvertreter zu?

Die Aufgaben unterscheiden sich ja nach Bundesland etwas. Meist fallen folgende Pflichten an:

  • Ansprechpartner für andere Eltern gegenüber dem Klassenlehrer
  • in Abstimmung mit dem Klassenlehrer Einladung + Leitung der Elternabende
  • Vertretung der Klasse im Elternbeirat
  • Information der Eltern über Beschlüsse, die auch die Klasse betreffen
  • bei Bedarf Organisation von Elternstammtischen
  • bei Bedarf Einberufung von außerplanmäßigen Elternabenden
  • Vorbereitung von Klassenveranstaltungen und -aktivitäten

Wie Sie einen Elternabend planen und durchführen

 

Über Bettina Kroker

Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Vorschläge: blog@betzold.de.

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