Home > Unterrichts- und Lehrertipps > Aktivierungsspiele – Kleine Energieschübe für Ihren Unterricht!
Aktivierungsspiele
Mit Aktivierungsspielen lassen sich Schülergruppen einfach einteilen, Quelle: Betzold

Aktivierungsspiele – Kleine Energieschübe für Ihren Unterricht!

Teil 1: Gruppenfindungs- und Kennenlernspiele

Das Arbeiten mit Gruppen, wie einer Klasse, ist dann und wann nicht ganz einfach. Kennen sich die Schüler noch nicht lange, dauert es eine Weile, bis sie miteinander – und Sie mit ihnen – warm werden. Später gibt es sicher auch Phasen (hoffentlich nur vor Schulschluss und nicht chronisch), in denen Sie in viele müde und unmotivierte Gesichter blicken. An anderen Tagen sind die Schüler vom langen Sitzen hibbelig, unkonzentriert und die Zahl der Unterrichtsstörungen steigt mit jeder weiteren Minute an.

Besonders blöd läuft es aber, wenn Sie eine Stunde nach einer schlecht ausgefallenen Mathearbeit halten müssen – Frustration allenthalben.

Auch Ihr Wunsch, die Klasse einzuteilen zu trennen auseinanderzureißen, um kleinere Gruppen zu bilden, kann durchaus ein mittelgroßes Drama und den Verlust von Unterrichtszeit auslösen (diese Gefahr droht besonders bei Mädchencliquen in den unteren Klassen).

Gemeinschaftssinn durch Aktivierungsspiele

Viele Leiter von Fort- und Weiterbildungsseminaren, die ständig mit neuen und nicht immer motivierten Teilnehmern zu tun haben, schwören auf sogenannte Aktivierungsspiele und auch in Schulen sind sie längst angekommen. Die kurzen, leicht verständlichen Spiele wirken wie kleine Energieschübe (weshalb sie auch als Energizer bezeichnet werden) und fördern die Kooperation, da es nie einzelne Gewinner gibt – wenn, dann gewinnt nur die Klassengemeinschaft! Vor allem geht es aber darum, zusammen Spaß zu haben, sich auszutauschen und miteinander Ziele zu erreichen. Dabei ist der Nutzen wahnsinnig vielfältig:

  • die Schüler lernen mehr als nur die Namen voneinander kennen
  • die Schüler wachsen zu einer Gemeinschaft zusammen und agieren besser als Gruppe
  • Sie teilen die Klasse ohne lästiges Diskutieren und großen Zeitverlust in kleinere Gruppen
  • die Schüler werden geistig „wachgerüttelt“, aktiviert und motiviert
  • aufgedrehte Klassen haben die Möglichkeit, überschüssige Energie loszuwerden und zu entspannen
  • die Konzentrationsfähigkeit wird gesteigert
  • frustrierte Schüler kommen wieder auf andere – positive – Gedanken
  • der Unterricht wird aufgelockert und die Schüler in Bewegung gebracht
Aktivierungsspiele

Aktivierungsspiele bringen nebenbei auch ein bisschen Bewegung in die Klasse, Quelle: Betzold

Und so funktioniert‘s:

Aktivierungsspiele lassen sich – übrigens nicht nur bei den Kleinen – flexibel in den Unterricht einstreuen, wann immer Sie den Eindruck haben, dass ein Spiel die Klasse unterstützen könnte.

Sie können sie auch als Einstieg genauso wie zum Abschluss eines Themas nutzen. Zusätzliche Materialien oder eine nennenswerte Vorbereitungsphase sind selten nötig. Sie sind sozusagen eine Art pädagogisches Hilfsmittel, das Sie im Sinne eines produktiven, ansprechenden und motivierenden Unterrichts einsetzen können.

Die Regeln sind meist schnell erläutert, leicht verständlich und für jeden gut umsetzbar.
Müssen die Kinder und Jugendlichen doch mal mehrere Schritte im Kopf behalten, formulieren Sie möglichst kurz und prägnant und geben jede Anweisung erst, wenn sie relevant wird. So wird das Spiel noch spannender und Ihre Schüler haben nicht schon zu Spielbeginn die Hälfte der Regeln vergessen.

Reservieren Sie ein bisschen Zeit, um den Schülern vorab zu erläutern, was Sinn und Zweck des Spiels ist (besonders bei den Größeren, die das schnell „Ist doch Kindergarten!“ finden). Bei manchen Spielen ist es sinnvoll, im Anschluss kurz über die verschiedenen Erfahrungen zu diskutieren.

Letzter Tipp: Mitspielen :)

Spiele zum Kennenlernen und miteinander warm werden

Vorteile: Der Wollknäuel kann im Strickkorb bleiben …

Aktivierungsspiele

Mit neuen Ideen für Aktivierungsspiele darf das Wollknäuel im Strickkorb bleiben, Quelle: Betzold

  • Bewegtes Namenlernen: Alle Schüler bewegen sich frei im Klassenzimmer.
    Nach kurzer Zeit geben Sie den Hinweis „Alles Grüne ist magnetisch!“. Jeder Schüler sucht sich nun Mitschüler, die etwas Grünes tragen und bewegt sich wie davon angezogen auf diesen zu. Beide erstarren kurz bevor sie sich berühren in ihrer Haltung. Ein „Magnet“ kann natürlich mehrere andere anziehen.
    Haben alle ein grünes Gegenstück gefunden, stellen sich die „grünen Schüler“ mit Namen vor und es geht mit Zöpfen, schwarzen Haaren oder Brillen weiter.
  • Gespräche bei Tisch: Inzwischen kennen sich Ihre Schüler beim Namen, es haben sich vielleicht schon erste Grüppchen gebildet, darüber hinaus wissen sie aber noch wenig voneinander. Ein guter Zeitpunkt, um sich bei einem Tischgespräch besser kennenzulernen!
    Schildern Sie Ihren Schülern folgende Szenerie: Alle sind Gäste in einem neuen, angesagten Restaurant. Sie schauen sich zunächst überall um, bis der Ober – diese Rolle geben Sie – die Gäste an die (Steh-)Tische ruft.
    Dabei entscheiden Sie, ob es sich um Zweier-, Dreier-, oder  Sechsertische handelt. Besser klein anfangen, das ist leichter und bei den Gesprächen kommen alle zu Wort.
    Sobald sich die Schüler gemäß der Anweisung des Kellners zusammengefunden und vorgestellt haben, geben Sie das Thema des Tischgesprächs vor: Lieblingsessen, Hobbys, welches Buch gerade gelesen wird oder wohin sie gern verreisen würden. Nach ein paar Minuten (bei größeren Gruppen länger als bei kleinen) trennen sich die Tischnachbarn wieder und schauen sich weiter um, bis Sie die Tischgrößen zum nächsten Gang bekannt geben.Das Spiel kann gleichzeitig auch zur Gruppenbildung genutzt werden. Fangen Sie mit Zweiertischen an. Statt sich nach dem Gespräch zu trennen, soll jedes Schülerpaar sich mit einem anderen zusammentun und Vierertische bilden (brauchen Sie Sechsergruppen, starten Sie mit Dreiertischen). Bevor Sie ein neues Thema vorgeben, sollen sich die schon miteinander bekannten Schüler gegenseitig vorstellen und das Wichtigste aus dem letzten Gespräch für das andere Paar zusammenfassen: Guten Abend, das ist mein Freund Max und er isst zum Nachtisch gerne Pfannkuchen, zur Vorspeise aber auf keinen Fall Schnecken.

Spiele zur Gruppenbildung

Vorteile: Es sind nicht immer dieselben in einer Gruppe, niemand ist außen vor, die Einteilung geschieht spielerisch und Sie werden aus der Buhmann-Rolle des Cliquenzerreißers befreit.
Die Ideen für diese beiden Spiele haben wir bei lehrerfreund.de gefunden:

Aktivierungsspiele

Je schneller sich die Schülergruppen finden, desto mehr Zeit bleibt für die Gruppenarbeit, Quelle: Betzold

  • Familienzusammenführung: Für dieses Spiel benötigen Sie pro Schüler einen kleinen Zettel und etwa fünf Minuten Zeit. Auf den Kärtchen notieren Sie so viele unterschiedliche Familiennamen wie Sie Gruppen bilden möchten. Haben Sie 28 Schüler und möchten überwiegend Vierergruppen bilden, wären das sieben unterschiedliche Namen.Jeder Schüler darf jetzt ein Kärtchen ziehen und soll seinen Namen unbedingt erstmal geheim halten. Die Aufgabe ist dann, möglichst schnell die anderen Mitglieder seiner Familie (die drei also, die genau denselben Namen auf ihrem Zettel stehen haben) zu finden. Auf Los geht’s los. Alle dürfen ihren Namen laut sagen, um die Familie zu vereinen. Sobald vier Verwandte zueinandergefunden haben, ist der Auftrag erfüllt und die Schüler können als Gruppe die von Ihnen vorgesehenen Aufgaben bearbeiten. Ach ja, eine Schwierigkeit gibt es da noch: Die sieben Familien heißen Meier, Maier, Mayer, Meir, Meyer, Mair und Mayr.Varianten: Statt Namen bekannte Lieder auf die Kärtchen schreiben. Die Schüler sollen die Melodie summen und sich so finden. Einfacher wird’s mit Tierlauten.
  • Vom Atom zum Molekül (nicht nur für den Chemieunterricht geeignet): Jeder Schüler ist ein freies Atom. Damit sich die Atome auch frei bewegen können, sollte im Raum etwas Platz geschaffen werden. Sie geben nun die Zahl der Atome, die sich zu einem Molekül verbinden, bekannt, z.B. vier. Jedes freie Schüler-Atom muss sich nun schnell drei andere suchen, um Teil eines vollständigen Moleküls zu werden.

Hier finden Sie unseren zweiten Beitrag zu Aktivierungsspielen: Spiele zum Entspannen, Auflockern und Konzentrieren.

Über Bettina Kroker

Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Vorschläge: blog@betzold.de.

Deine Meinung

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Erforderliche Felder sind markiert *

*