Schon Kinder leiden unter Rückenschmerzen:
Im Rahmen der Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken“ der Berufsgenossenschaften, Unfallkassen, Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie der Knappschaft wurde ermittelt, dass etwa die Hälfte der befragten 11- bis 17-Jährigen während der vergangenen drei Monate Rückenschmerzen hatten. In den meisten Fällen (nicht in allen, deshalb sollte bei Rückenschmerzen auch immer ein Arzt hinzugezoge werden) ist Bewegungsmangel ein entscheidender Faktor.
Und da wir heute nicht nur die Arbeit, sondern auch unsere Freizeit überwiegend im Sitzen verbringen, wird die Zahl der Rückenkranken mit zunehmendem Alter immer höher: Der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) von 2014 berichtet, dass im Laufe des Lebens 80 Prozent der Menschen in Deutschland unter Rückenproblemen leiden.
Die Schmerzen schränken die Lebensqualität ein, verursachen Krankheitstage und sogar Arbeitsunfähigkeit. Diese Zahlen allein machen deutlich, wie wichtig es ist, präventiv etwas zu unternehmen. Dazu kommt, dass Schüler neben einer ausgewogenen Ernährung Bewegung benötigen, um einen ganzen Schultag, der sich durch zunehmenden Ganztagsunterricht noch verlängert, leistungsfähig und konzentriert bleiben zu können.
Denn Bewegung stärkt nicht nur den Rücken, sie sorgt auch für eine gute Durchblutung und Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Konzentrations- und Lernfähigkeit der Schüler wird dadurch verbessert.
Dabei ist es nicht nötig Hochleistungssport zu betreiben; der Effekt kommt bereits bei einer leichten Belastung, wie z.B. durch Gehen, zum Tragen. Deshalb ist jede Form der Bewegung (sogar im Sitzen) sinnvoll. Auch Anspannungen und Stress werden durch die Anregung des Stoffwechsels schneller abgebaut.
Bewegtes Sitzen
Kippeln und unruhiges Sitzen sind häufig keine bewussten Unterrichtsstörungen der Kinder! Vielmehr ist es der Versuch, die unnatürliche Sitzhaltung durch Bewegung zu kompensieren.
Noch besser wäre es, wenn Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen die Schülerinnen und Schüler darin unterrichten würden, wie sie am besten „unruhig“ sitzen sollten ;-)
Hier ein paar Anregungen:
-
Gute Grundhaltung:
Die Füße sind mit der gesamten Sohle auf dem Boden, Unter- und Oberschenkel bilden einen 90° Winkel, die Kniekehlen sind etwas von der Stuhlkante entfernt und die Oberschenkel liegen waagrecht auf der Sitzfläche. Beim Schreiben sollte die Lehne den Rücken am Beckenrand abstützen, sonst unterhalb der Schulterblätter.
-
Entlastung I:
Zur Entlastung können die Ellenbogen auf den Oberschenkeln abgestützt werden, der Oberkörper ist nach vorn gebeugt.
-
Entlastung II:
Der Stuhl wird mit der Lehne zum Tisch gestellt und die Schüler sitzen rittlings darauf. Die Arme können nun auf der Stuhllehne abgestützt werden.
-
Strecken:
Zwischendurch immer mal wieder die Arme und Beine strecken und ausschütteln. Und den Nacken nicht vergessen: Der Scheitel wird wie an einem Bindfaden befestigt nach oben gezogen, dann wieder entspannt in die Ausgangsposition gebracht.
-
Gewichtsverlagerung:
Das Gewicht wird abwechselnd von der linken auf die rechte Gesäßhälfte verlagert.